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Hospizhelfer gesucht

Zeit haben, zuhören, schweigen können. Die Johanniter brauchen Sterbebegleiter. Vor ihrem Einsatz werden sie geschult.

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Von Heike Sabel

35 Frauen und Männer sind derzeit als Hospizhelfer in Heidenau, Dohna und dem Osterzgebirge im Einsatz. Sie begleiteten im vergangenen Jahr 40 kranke Menschen an deren Lebensende. 23 Personen standen sie über längere Zeit als Trauerbegleitung im Trauercafé oder auch in einzelnen Kontakten zur Seite.

Immer mehr Menschen wünschen sich in der schweren Zeit des Abschiednehmens, nach dem Tod eines nahen Verwandten oder Freundes Hilfe, sagt Martina Crämer-Nann. Sie koordiniert mit Eileen Hermus die Arbeit des Hospizdienstes der Johanniter in Dohna. Nun suchen sie weitere Helfer. Bevor sie eingesetzt werden, werden sie vom Hospizdienst auf ihre ehrenamtliche Arbeit vorbereitet. Dazu beginnt am 8. Februar ein Kurs. Er findet bis Ende des Jahres neunmal statt, immer sonnabends von 9.30 bis 16.30 Uhr.

Interessierte sollten vor allem bereit sein, sich mit dem Thema Tod und Sterben persönlich auseinanderzusetzen, sagt Martina Crämer-Nann. „Wichtig ist auch, sich auf einen Lernprozess in der Gruppe einzulassen.“ Für die Begleitung eines Sterbenden oder Trauernden sind zwei bis vier Stunden pro Woche einzuplanen. In einem Vorgespräch beantworten die Koordinatorinnen den Interessierten weitere Fragen.

Die Hospizhelfer sind wichtige Ansprechpartner, sagt Martina Crämer-Nann. „Sie sind engagierte Menschen, die Schwerkranke und Sterbende auf ihrem letzten Weg begleiten, ihnen Zeit schenken und dableiben, halten mit aus, hören zu und unterstützen sie in diesem schwierigen Prozess.“

Wie das Begleiten aussieht, richtet sich nach den Bedürfnissen und Möglichkeiten des Kranken. Es können gemeinsame Spaziergänge sein, zusammen kochen, bei nicht mehr mobilen Menschen vorlesen, Fotos anschauen und sich erinnern, Gespräche führen oder einfach nur da sein und zusammen schweigen. Pflegerische und hauswirtschaftliche Versorgung hingegen wird nicht von den Hospizhelfern geleistet, sagt Martina Crämer-Nann.

Im Trauercafé treffen die Hospizhelfer Hinterbliebene und stehen ihnen für Gespräche, den Austausch und die gegenseitige Unterstützung zur Verfügung. Hier geht es aber auch um den Kontakt zwischen den Trauernden. „Trauer braucht Zeit“, sagt Martina Crämer-Nann und rät Trauernden: „Nehmen sie sich die Zeit, die sie brauchen, um wieder in den Alltag zurückkehren zu können.“

Das Trauercafé öffnet einmal im Monat, die nächsten Male am 12. Februar und 12. März, jeweils 16 bis 18 Uhr, in den Räumen des Hospizdienstes auf der Dohnaer Burgstraße 77.

Kontakt: 03529 52666212

[email protected]