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Hotel Schwarzer Adler war einst ein Hingucker

Anstelle des einstigen Fachwerkbaues steht heute ein Geschäftshaus.

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Eine beschauliche Straßensituation im Jahr 1883. Im Hintergrund ein spektakuläres Häuserensemble. Festgehalten hat das Ganze der Bertsdorfer Wilhelm Fröhlich (1849-1923). Dieser Künstler malte detailgetreu zahlreiche Landschaften und Gebäude des damaligen Zittau und seiner Umgebung. Teilweise sogar in mehrfachen, fast identischen Ausführungen. Wie Dr. Marius Winzeler, Direktor der Städtischen Museen, in deren Besitz dieses Bild ist, erklärt.

© SZ Thomas Eichler

Wertvoll sind Fröhlichs Bilder auch als Zeitdokumente. So erfahren wir, was für ein Hingucker dieses „Hotel Schwarzer Adler“ einst war. Heute steht ein Geschäftshaus an seiner Stelle, das nicht lange nach seinem Bau zum Zittauer Gewerkschaftshaus wurde. Danach aber eine unrühmliche Zeit als Folterkeller der Nationalsozialisten erlebte. Eine Inschrift weist auf diese geschichtlichen Daten hin. Heute ist es modernisiert. Ein Friseurgeschäft nutzt das Erdgeschoss und sorgt für Belebung und Ausstrahlung. An der verkehrsreichen „Rosa-Luxemburg-Straße“ ist die „Straßenszene“ heute deutlich anders als an der damaligen „Frauenthorstraße“. Aber die kleine „Gartenlaube“, die Wilhelm Fröhlich einst detailgetreu neben dem beeindruckenden Fachwerkbau „Schwarzer Adler“ festhielt, steht auch noch heute. Neben dem modernen Geschäftshaus. Gewissermaßen als „Brücke zwischen den Zeiten“. (Rß)