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Hotelchef fordert Lösung

Lohmen. Unbeweglichkeit im Parkplatzstreit schadet dem Tourismus, sagt Dieter Schröter.

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Von Christian Eißner

Die Zahl, die die SZ zu den Bastei-Parkplätzen veröffentlichte, war viel zu niedrig: Es sind nicht 500 000, sondern rund 1,2 Millionen Touristen, die jedes Jahr die Bastei besuchen. Dieter Schröter, Chef des Bastei-Hotels, und sein Team haben gezählt. Schröter, der über 90 Menschen am berühmtesten Felsen der Sächsischen Schweiz beschäftigt, ist sauer über die Negativ-Werbung, die der unselige Parkplatzstreit der Bastei beschert: „Weder Urlauber, noch meine Mitarbeiter, von denen sich jeder sehr engagiert, haben das verdient.“

Er fordert die Gemeinde Lohmen und die Bastei-Bus GmbH auf, das Ende ihres Gerichtsstreits als Chance zu sehen, sich endlich an einen Tisch zu setzen und nach Lösungen zu suchen. „Das Leben besteht prinzipiell aus Kompromissen, Wenn wir das nicht gelernt hätten, würden wir uns heute noch mit der Axt den Schädel einschlagen“, sagt Schröter. „Mein großer Wunsch ist eine vernünftige Lösung im Streit um die Parkplätze und den Betrieb der Pendelbuslinie. Wir machen uns doch vor aller Welt lächerlich.“

Parkgebühren runter

Das Problem sei nicht so sehr die Vorschrift, dass nur 100 Autos auf den Waldparkplatz dürfen. „Damit können wir leben, obwohl 150 sicher besser wären.“ Schlimm sei vielmehr der Umgang mit den Gästen. „Jeder würde verstehen, wenn am Beginn der Basteistraße ein Schild stünde: Waldparkplatz zurzeit belegt, Zufahrt nur für Hotelgäste.“ Statt dessen leuchtet eine Sperrscheibe und verwirrt die Besucher. Keiner erklärt ihnen, dass der Waldparkplatz für Reisebusse vorgehalten werden muss. „Der Gast ist verschnupft, dass kein Konzept erkennbar ist.“

E in Einlenken im Sinne einer vernünftigen Regelung wünscht sich Schröter nicht nur von Lohmens Bürgermeister Jörg Mildner (CDU) und Bastei-Busunternehmer Ulf Trepte, sondern auch von den Ämtern: „Gefasste Beschlüsse können geändert werden. Das darf man auch von staatlichen Organen verlangen.“ Zu einem Konzept mit Beschilderung und vernünftiger Pendelbus-Regelung gehören für ihn auch die Gebühren: Da die Parkplätze zum größten Teil mit Steuergeldern finanziert wurden, sollte man die Gäste, wenn überhaupt, nur äußerst moderat zur Kasse bitten. „Das würde der Bastei als Ausflugsziel gut tun“, sagt Schröter. „Die Gäste sind sehr sensibel. Und wir stehen im Wettbewerb mit internationalen Ausflugszielen.“