SZ +
Merken

Hotelier sieht seine Mitarbeiter in Gefahr

Ostritz. Hans-Peter Fischer ärgert sich über eine verseuchte Fläche direkt neben seinem Hotel „Neißeblick“.

Teilen
Folgen

Von Jan Lange

Als Umweltexperte sieht sich Hans-Peter Fischer nicht. Ganz im Gegenteil: Er selbst wäre gar nicht auf die Probleme auf dem Nachbargrundstück aufmerksam geworden. Ein Hotelgast, der zurzeit am Kraftwerk arbeitet und sich mit Abbrucharbeiten gut auskennt, hatte ihn darauf aufmerksam gemacht.

„Ich war ganz überrascht“, erzählt der 55-jährige Hotelbetreiber. Nach seiner Aussage liegen auf dem Grundstück Schadstoffe – und das seit mehreren Monaten. „Wenn der Wind von polnischer Seite kommt, weht es über die ganze Stadt“, so Fischer weiter. Er sieht darin vor allem eine Gefahr für seine zwölf Mitarbeiter.

Er rief umgehend bei der Landkreisverwaltung an, die sich für den Hinweis bedankte. In den folgenden sechs Monaten sei laut Fischer nichts mehr geschehen. Armin Schubert, Sachbearbeiter für Altstandorte im Landratsamt, widerlegt diese Aussage umgehend. So habe er sich einen Tag, nachdem der Anruf eingegangen sei, nach Ostritz aufgemacht, um der Sache nachzugehen. „Ich war persönlich im ‚Neißeblick‘ und habe mit den Mitarbeitern gesprochen“, erklärt der Mitarbeiter der Landkreisverwaltung. Gleichzeitig veranlasste er die Aufstellung eines Warnschildes „Lebensgefahr wegen Abbrucharbeiten“. Darüber hinaus ist das Tor ständig geschlossen zu halten. Nun könne nach Schuberts Worten das Gelände von Unbefugten nur noch mit einer „gewissen kriminellen Energie“ betreten werden, da es wegen seiner früheren Lage und Nutzung gut gesichert sei.

Gutachten gibt Entwarnung

Das Grundstück sei mit mineralischen Kohlenwasserstoffen verseucht. Die Schlacke-Asche-Aufschüttung stelle laut Schubert aber keine direkte Gefahr für die Nachbargrundstücke dar. „Wenn der Boden versiegelt ist, gibt es kein Problem.“ Eine Gefahr bestünde nur, wenn man lange Zeit und sehr intensiv mit dem schadhaften Boden in Berührung kommt. Bei Verwehung ginge sie gegen null. „Wenn eine so große Gefährdung bestehen würde, hätten wir längst etwas unternommen.“ Auch der Ostritzer Bürgermeister Friedrich Tschirner bezeichnet den Zustand der Bodenschadstoffe als unbedenklich. Diesbezüglich gebe es auch ein Gutachten. Von Schadstoffen, die außerhalb des Erdbodens gelagert werden, ist ihm nichts bekannt.

Auf dem Gelände, das einer Dresdner Firma gehört, fanden in diesem Jahr Abbrucharbeiten statt. Solche Maßnahmen sind seit einiger Zeit nur noch anzeige-, nicht mehr genehmigungspflichtig. Allerdings kann die Behörde auf eine ordnungsgemäße Entsorgung bestehen. 2005 gab es vom Vorbesitzer einen Antrag, das Gelände zu beräumen und einen Solarpark zu errichten.