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Geschäftskunden kommen, Touristen fehlen

Vor vier Wochen wurden die Corona-Vorschriften in den Hotels gelockert. Gastgeber im Landkreis Bautzen sehen den ersten Monat mit gemischten Gefühlen.

Im Restaurant des Best Western Hotels in Bautzen desinfiziert Stephanie Koar einen Tisch, bevor die nächsten Gäste kommen. Die Übernachtungszahlen steigen wieder, aber nur langsam.
Im Restaurant des Best Western Hotels in Bautzen desinfiziert Stephanie Koar einen Tisch, bevor die nächsten Gäste kommen. Die Übernachtungszahlen steigen wieder, aber nur langsam. © SZ/Uwe Soeder

Bautzen. An diesem Sonntag geschieht etwas, was bis vor drei Monaten ganz alltäglich war: Vor dem Best-Western-plus-Hotel am Bautzener Reichenturm hält wieder ein Reisebus – der erste seit Beginn der Corona-Krise. Hoteldirektor Sandro Reichel freut sich, auch wenn er schon weiß, dass im Bus und damit auch im Restaurant an den Tischen für die Reisegruppe jeder zweite Platz frei bleibt.

Das liegt nicht etwa an den Vorschriften wie Mindestabstand oder Frühstück vom Teller statt vom Buffet. Aber Reiselustige würden jetzt zurückhaltender buchen und wüssten oft nicht, was schon geht und was nicht. Dennoch erwartet Reichel dank verschiedener Vertriebs- und Werbe-Aktivitäten wieder Zuwächse für das größte Hotel im Landkreis Bautzen.

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Seit gut einem Monat dürfen Hotels und Pensionen wieder Touristen empfangen, doch der erhoffte Ansturm über Himmelfahrt und Pfingsten sei ausgeblieben. Von den Lockerungen profitierten zuerst eher touristische Hochburgen wie die Ostseeküste. „Unsere Auslastung liegt momentan 50 Prozent unter den Planungen und unter dem Vorjahresniveau“, sagt Reichel.

An der Rezeption des Best Western Hotels in Bautzen gelten strenge Abstandsregeln. Große Schilder weisen darauf hin. Am Tresen ist eine große Scheibe angebracht. Dahinter brauchen die Mitarbeiter keinen Mund-Nasen-Schutz zu tragen.
An der Rezeption des Best Western Hotels in Bautzen gelten strenge Abstandsregeln. Große Schilder weisen darauf hin. Am Tresen ist eine große Scheibe angebracht. Dahinter brauchen die Mitarbeiter keinen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. © SZ/Uwe Soeder

Ein Haus vorübergehend geschlossen

Im Bautzener Nachbarort Grubschütz betreiben Cornelia und Tobias Haidan das Landhotel und das Restaurant "Spreetal". Doch weil im Ballsaal bis auf weiteres keine Veranstaltungen möglich sind, haben Haidans das "Spreetal" vorübergehend geschlossen und den gesamten Restaurantbetrieb ins Landhotel verlegt. Dort steigen die Buchungszahlen wieder.

Besonders für die Sommerferien sei das Landhotel sehr gefragt. Da passt es, dass zusätzlich zu den 14 vorhandenen Zimmern noch fünf weitere renoviert werden und bis Ende Juli fertig sein sollen. „Auch die Geschäftsreisenden kommen aus dem Homeoffice langsam wieder in den Normalzustand zurück“, berichtet Tobias Haidan.

Im Bischofswerdaer Hotel „Evabrunnen“ sind die vergangenen vier Wochen nach Einschätzung von Geschäftsführer Frank Jäger „recht positiv verlaufen. Bei anfangs eher zögerlichem Buchungsverhalten haben wir mittlerweile wieder eine Auslastung wie zu Vor-Corona-Zeiten.“ Im Spätsommer würden auch wieder Busreisegruppen erwartet.  Insgesamt können im Evabrunnen 76 Gäste übernachten.

Im Bergrestaurant auf dem nahen Butterberg können Gäste in neun Doppelzimmern schlafen – und das Geschäft läuft langsam wieder an, sagt Geschäftsführerin Heidi John. In der Woche laufe es derzeit besser als an den Wochenenden, wenn sonst viele Feiergäste gleich da blieben. Doch die meisten Feiern und Veranstaltungen wurden abgesagt.

Nur ein Drittel des üblichen Umsatzes

Am Fuße des Butterberges betreibt Heidi John außerdem ein Ferienhaus und vier Ferienwohnungen. „Diese sind seit voriger Woche komplett gebucht - für längere Zeit. Dort wohnen Bauarbeiter, die Baustellen in unserem Umfeld haben.“ Und doch würden die Buchungen und die Umsätze in der Bergbaude noch nicht ausreichen, um wieder das gesamte Butterberg-Team aus der Kurzarbeit zu holen. Allein im Mai habe der Umsatz nur bei rund einem Drittel des üblichen Niveaus gelegen.

Auch in den 23 Zimmern des Hotels Waldblick bei Pulsnitz schliefen in den zurückliegenden Wochen vor allem wochentags Geschäftsreisende. „An vielen Tagen waren wir sogar ausgebucht und hätten weitere Zimmer verkaufen können“, sagt Geschäftsführer Daniel Mager. An den Wochenenden sei die Auslastung aber noch „sehr verhalten. Im Moment fehlen leider nach wie vor Übernachtungen im Rahmen von Familienfeiern, welche oft auch als verlängerter touristischer Aufenthalt genutzt wurden.“ Hoffnung macht den Pulsnitzern, dass ihre Wellness-Suite wieder zunehmend besser gebucht wird.

Ein ähnliches Bild ergibt sich im Landgasthof Buschmühle in Ohorn. Die sieben Zimmer würden überwiegend von Geschäftsreisenden gebucht, aber kaum von Urlaubern, berichten Anke Eckart und Patrick Mensch.

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