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Wiedereröffnung Lausitzbad geplant

Für das Ende der Viren-Zwangspause gibt es einen Wunschtermin, aber auch einige Unwägbarkeiten.

Matthias Brauer am 25-Meter-Becken. Noch ist das Wasser ohne Chemikalien, und Sedimente sind nicht herausgefiltert. Daher schimmert es grünlich.
Matthias Brauer am 25-Meter-Becken. Noch ist das Wasser ohne Chemikalien, und Sedimente sind nicht herausgefiltert. Daher schimmert es grünlich. © Foto: Mirko Kolodziej

Hoyerswerda. Matthias Brauer hat mitgezählt. 88 Tage lang habe das Lausitzbad in der den Restriktionen zur Eindämmung von Covid-19 geschuldeten Zwangspause trocken gelegen, sagt der Geschäftsführer der Betreiber-GmbH. Seit Montag werden nun die Becken wieder gefüllt. Zwar gibt es mit dem 1. Juli einen Wunschtermin zur Wiedereröffnung. Aber ob es wirklich klappen wird, steht in den Sternen.

Brauer nennt zwei Gründe – der eine mehr technischer, der andere mehr betriebswirtschaftlicher Natur. Normalerweise ist das Wasser im Bad während der jährlichen Schließzeit in der Regel vier bis fünf Tage abgelassen. Erfahrungen mit einem so langen Stillstand der Anlagen gab es bisher nicht. Die Frage ist nun also, ob sie auch alle tun, was sie sollen: Gibt es vielleicht Spannungsrisse in den Becken? Spielen alle Rohre, Verteiler und Filter mit? Halten die Dichtungen? Sind alle Klappen funktionstüchtig? Und wer einmal im Keller des Bades war, weiß, dass dort die Gänge mit der Technik kein Ende zu nehmen scheinen.

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Einen Schaden kann man da unten derzeit bereits begutachten. Das lange Stehen hat der 21 Jahre alten Groß-Pumpe für die Erzeugung der Welle im Strömungskanal nicht gutgetan. Trotz getroffener Vorsichtsmaßnahmen lief sie fest. Nun ist eine Spezialfirma damit beauftragt, sie wieder in Ordnung zu bringen. Matthias Brauer hofft, dass keine größeren Probleme hinzukommen. Garantieren kann das keiner.

„Es geht einfach nicht von heute auf morgen“, ist also das Fazit des Geschäftsführers zur Wiedereröffnung. Die zweite Unwägbarkeit hängt damit zusammen, dass aktuell in allen öffentlichen Einrichtungen spezielle Hygienekonzepte erforderlich sind, um einer eventuellen Viren-Verbreitung entgegenzuwirken. Brauer sagt, man arbeite mit dem Gesundheitsamt des Kreises Bautzen zwar hervorragend zusammen. Aber letztlich müssten die Vorkehrungen doch noch einen wirtschaftlichen Betrieb ermöglichen: „Wir können nicht öffnen und dann, übertrieben gesagt, nur zwei Leute reinlassen“, so Brauer. Und am Ende müssten die Regelungen dann auch noch so praktikabel sein, dass die Gäste Freude am Bad-Besuch haben und die Mitarbeiter nicht über Gebühr belastet werden. Man könne es, findet der Bad-Chef, zum Beispiel niemandem zumuten, über Stunden mit Schutzmaske im feuchtwarmen Klima des Bades am Beckenrand zu stehen.Eines, so Brauer, habe eine Betriebsversammlung am Montag zweifelsfrei gezeigt: „Die Mitarbeiter sind hibbelig und wollen wieder arbeiten.“ Man wisse aber im Moment schlicht nicht, ob der angepeilte 1. Juli ein realistischer Termin ist.

Und auch die Stammgäste stehen praktisch schon fast mit gepackten Taschen fürs Schwimmen, Saunieren oder Rutschen parat. Seit das Land Sachsen Mitte der vergangenen Woche angekündigt hat, das Öffnen von Bädern mit Datum vom vorigen Sonnabend wieder zu erlauben, steht das Telefon kaum mehr still. Daher hat Brauer durchaus ein Trostpflaster: Wenn geöffnet wird, gibt es die jährliche Sommer-Schließzeit dieses Mal nicht – falls nichts Unvorhergesehenes passiert. Denn für die üblichen Reinigungs-, Aufräum- und Reparaturarbeiten war in den letzten Wochen wahrlich mehr Zeit als erwünscht.

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