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Hoyerswerdas SWH in stürmischen Zeiten

Die Städtischen Wirtschaftsbetriebe kommen mit wirtschaftlichen Einschränkungen durchaus klar – bislang.

Wenn der Wind pustet, ist das gut für die Stromerzeugung auf dem Dach der SWH-Zentrale. Aktuell gibt‘s aber auch hier Gegenwind für die Geschäftstätigkeit.
Wenn der Wind pustet, ist das gut für die Stromerzeugung auf dem Dach der SWH-Zentrale. Aktuell gibt‘s aber auch hier Gegenwind für die Geschäftstätigkeit. © Foto: Gernot Menzel

Hoyerswerdas Lausitzhalle ist geschlossen, ebenso das Lausitzbad. In den Bussen der Verkehrsgesellschaft Hoyerswerda saßen in den letzten Wochen deutlich weniger Menschen als sonst. Die Ungewissheit führte dazu, dass Leute den Neu-Anschluss ans Netz der Breitband Hoyerswerda GmbH verschoben haben. Und mit stillgelegtem oder reduziertem Geschäftsbetrieb brauchten Großkunden der Versorgungsbetriebe deutlich weniger Strom, Gas oder Wasser. „Das hat die komplette Gruppe getroffen“, sagt Geschäftsführer Falk Brandt über die Unternehmen der Städtischen Wirtschaftsbetriebe (SWH).

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt rechnet er mit Umsatzeinbußen in Höhe von rund zweieinhalb Millionen Euro. Dennoch sei das Bestreben, in diesem Jahr ein ausgeglichenes Ergebnis hinzubekommen. „Die letzten Wochen haben gezeigt, dass wir richtig aufgestellt sind“, findet der SWH-Chef. Denn wenigstens im Moment ist die Lage für keines der Unternehmen existenzbedrohend. Brandt will seine Analyse sowohl gesellschaftsrechtlich und organisatorisch wie auch wirtschaftlich verstanden wissen. Über die Beherrschungs- und Abführungsverträge ist sichergestellt, dass die SWH ihre Töchter auch finanziell flüssig halten, wenn diese bei laufenden Kosten keine oder weniger Einnahmen haben.

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Und weil die Stadt als Gesellschafter der SWH über die Jahre keine Gewinnausschüttung verlangt hat, gibt es auch genügend monetäre Reserven. Falk Brandt führt außerdem die zentrale EDV-Ausrüstung an, die es rasch erlaubt habe, für die Mitarbeiter aller Tochterfirmen Heim-Arbeitsplätze einzurichten und dabei die nötigen IT-Sicherheitsaspekte zu gewährleisten. Zum Beispiel die zentrale Buchhaltung konnte auf diese Art problemlos weiter laufen. „Unsere Struktur hält also selbst in solchen Krisensituationen“, meint Brandt. Er schildert aber auch, dass durchaus Schwachstellen offengelegt worden seien. Daran, Fahrschein-Automaten aufzustellen, hat bisher wohl niemand gedacht. Nun, nachdem einige Tage weder die Bus-Fahrer noch die VGH-Mobilitätszentrale zum Ticket-Verkauf zur Verfügung standen, soll aufgerüstet werden. Ein zweites Beispiel: Zwar konnten VBH-Neukunden durchaus Verträge abschließen. Aber das war doch etwas mühselig zu organisieren. Mit den Pandemie-Erfahrungen findet nicht nur Falk Brandt: Das muss der Kundschaft in Zukunft einfach online vom heimischen Computer aus ermöglicht werden.

Rechnungen mit vielen Variablen

„Kopfzerbrechen macht mir eigentlich nur, wie sich die Zukunft entwickelt“, erläutert der SWH-Chef. Im Moment sei die wirtschaftliche Situation zumindest berechenbar. Die Zahlen sind, wie sie sind. Wie sich die Situation allerdings mit einem Betrieb unter Auflagen entwickelt, ist schwer zu prognostizieren. Zwar berechnet das zentrale SWH-Controlling ständig verschiedene Varianten für alle Töchter. „Jedes Unternehmen alleine könnte das gar nicht in diesem Umfang“, sagt Brandt. Dennoch sind das Wirtschaftlichkeits-Berechnungen mit einer ganzen Reihe an Variablen.

Beispiel Lausitzhalle: Die Liste der Fragen ist lang. Die offensichtlichsten: Sind Veranstaltungen eigentlich noch einigermaßen im Kostenrahmen zu halten, wenn wegen der Abstandsregeln weniger Leute in den Saal dürfen? Passt ein Orchester auf die Bühne, wenn die Musiker 1,50 Meter voneinander entfernt sitzen müssen? Und will die Kundschaft momentan eigentlich solche Kultur? Oder sind die Menschen doch lieber vorsichtig und verzichten aktuell auf Konzertbesuche? Ähnliche Fragen stehen auch für das Lausitzbad. Wenn man aber einmal das abgelassene Wasser wieder in die Becken gefüllt hat, dann laufen die Pumpen, die Temperatur-Regulierung oder auch die Überwachungstechnik – und kosten Geld. Solche Dinge treiben Falk Brandt und die anderen Geschäftsführer aktuell um. Sie haben den Turnus für ihre regelmäßigen Treffen daher verkürzt. Wenn man zusammensitzt, sagt Falk Brandt, komme man gemeinsam häufig auf Lösungen, auf die der einzelne Kollege allein vielleicht doch nicht gekommen wäre.

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