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Autowerkstatt verliert bei Brand alles

Die Hubraum-Kraftwagen-Firma Heidenau rechnet mit einer halben Million Euro Schaden. Mit so viel Hilfe und Unterstützung hatte sie nicht gerechnet.

Dass es in einem solchen Ausmaß brennt, konnte sich Hubraum-Geschäftsführer Rene Alvers nicht vorstellen.
Dass es in einem solchen Ausmaß brennt, konnte sich Hubraum-Geschäftsführer Rene Alvers nicht vorstellen. © Marko Förster

Es brennt in der Firma, Chef. - "Na, dann nimm den Feuerlöscher." Als Rene Alvers das seinem  Mitarbeiter am Donnerstagmorgen am Telefon sagte, gab es nichts mehr zu löschen. Das war klar, als Alvers auf das Gelände an der Breitscheidstraße kam. Die Werkstatt der Hubraum-Kraftwagen-Firma war vollständig abgebrannt. Mit fünf Autos, 260 Reifen, unzähligen Motoren, Getrieben. "Wenn wir hier noch eine heile Schraube finden, ist das ein Wunder", sagt Alvers.

Seit 2016 hat die Hubraum-Kraftwagen-Firma hier ihren Sitz. Zuvor befand sie sich seit 2011 in Dresden auf der Pirnaer Landstraße. Dort wurde es zu eng, und als Alvers nach seinem Studium dazu kam, mietete man die Fläche in Heidenau im ehemaligen Elbtalwerk-Gelände. Der Standort hier ist der einzige der Firma, es gibt keine Außenstelle, wo vielleicht noch etwas "übrig" geblieben sein könnte. 

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Rostocker wollen helfen

Was am Donnerstag passiert ist, wird Alvers und seinen Leuten erst nach und nach bewusst. Ein Video der Feuerwehr zeige, dass das Feuer auf den Hubraum-Kraftwagen-Bereich erst gegen 7 Uhr übergriff. Wo es ausgebrochen ist und warum, müssen die Ermittlungen der Kriminalisten ergeben. Wenn sich der vage Verdacht der Brandstiftung bestätigt, hat das auch Auswirkungen auf die Zahlung durch die Versicherungen. 

Den konkreten Schaden zu ermitteln, wird dauern und schwierig, sagt Alvers. Die Polizei habe ihn schon aufgefordert, alles aufzulisten. Neben den komplett verbrannten fünf Autos wurde ein Bus angesengt. Bei einem Fahrzeug musste die Feuerwehr die Scheiben einschlagen. Das sind die großen Dinge, doch auch alles, was so eine Werkstatt, so einen Betrieb ausmacht - "alles futsch". Alvers geht davon aus, dass der Schaden für seine Firma etwa eine halbe Million Euro beträgt. 

Man sei gut versichert, sagt Alvers. Trotzdem wird es dauern und nicht ohne eigenes Geld gehen.

 Von der Spendenaktion, die der Kooperationsparter Autoladen Dresden initiiert hatte, erfuhr Alvers erst am Donnerstagnachmittag. Da waren schon die ersten Spenden eingegangen. Die Reaktionen seien unglaublich gewesen. "Alle möglichen Leute aus ganz Deutschland haben sich gemeldet, Wahnsinn", sagt Alvers. Rostocker haben gesagt, sie setzen sich ins Auto und kommen helfen. Wenn es so weit ist, dass das möglich ist, sind sie willkommen. 

644 Nachrichten und Anrufe an einem Tag

Der Firma ging es richtig gut. Kunden hat die auf VW-T-Fahrzeuge spezialisierte Werkstatt in Italien, der Schweiz, Österreich, in ganz Deutschland von Bayern über Bielefeld bis Rostock. Der Berliner Busbahnhof ist nur einer der großen Kunden. Das Geschäft lief. Auch jetzt. Die Kurzarbeit war vom 1. April auf jetzt verschoben. Soforthilfen hatte man nicht beantragt. Auf einmal ist alles anders.  Es geht nicht darum, irgendwann einfach wieder weiterzumachen, wo man vor ein paar Wochen aufgehört hat. Die Hubraum-Kraftwagen-Leute müssen ganz von vorn anfangen. 

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Alvers und seine Leute wollen so bald wie möglich zumindest einen Container aufstellen, damit die Kunden selbst vorbeikommen können, um alles zu klären. Das Festnetztelefon funktioniert nicht, die Computer auch nicht. Alles per Handy, das wird zu viel. Allein am Donnerstag hatte Alvers 422 Nachrichten und 222 Anrufe. 

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