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Huckelpiste soll geglättet werden

Die Entscheidung gegen den Bau eines Radweges bedaure ich als leidenschaftlicher Radfahrer sehr.

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Von Cathrin Reichelt

Für die S199 zwischen Reichenbach und Grünlichtenberg gibt es einen Planfeststellungsbeschluss. „Die Landesdirektion Chemnitz hat festgestellt, dass dort gebaut werden kann“, erklärt Kriebsteins Bürgermeister Christoph Merker. „Gegen diese Entscheidung kann innerhalb eines Monats Klage erhoben werden.“ Ansonsten könne die Straße theoretisch saniert werden. Theoretisch deshalb, weil die S199 zum 1. Januar 2009 von der Staatsstraße zur Kreisstraße herabgestuft worden ist. „Und ich weiß nicht, wie der Landkreis die Straße einordnet“, so Merker. Die nötigen Unterlagen würden den zuständigen Behörden Mittelsachsens jedenfalls im Februar übergeben.

Radweg abgelehnt

Die Vorarbeiten sind indes erledigt und bei der Planfeststellung alle Einwände berücksichtigt worden. Denn die Gemeinden Kriebstein, Tiefenbach, Waldheim und Mittweida haben sich für einen straßenbegleitenden Radweg als Verbindung zum Klosterbezirk Altzella eingesetzt. Doch dies sei abgelehnt worden. „Für die Einrichtung eines Radweges gibt es einige Prämissen“, so der Bürgermeister. „Das sind unter anderem die Gefährdung der Radfahrer durch Autos, der Schwerlastverkehr, die gegenwärtige Nutzung der Straße durch Radfahrer, die Häufigkeit von Kurven sowie die Bedeutung der Straße als Schulweg, für den Tourismus und für die Erreichbarkeit zentraler Orte.“ Innerhalb von 24 Stunden müssen die Straße mindestens 2500 Fahrzeuge passieren, damit der Bau eines Radweges in Betracht gezogen wird. Die Prognose bis 2020 besagt für den Abschnitt zwischen Reichenbach und Grünlichtenberg aber nur 1988 Fahrzeuge voraus. „Die Entscheidung gegen den Radweg ist schade. Wir sehen dies anders, zumal immer mehr Wert auf Radwege gelegt wird“, meint Christoph Merker.

Die S199 ist 1,63 Kilometer lang und soll mit der Sanierung eine durchschnittliche Breite von 6,5 Metern erhalten. Durch die leichte Wölbung der Straße ist derzeit ein Abgleiten der Fahrzeuge nach beiden Seiten nicht ausgeschlossen. Verstärkt wird die Gefahr dadurch, dass keine Bankettbefestigung vorhanden ist sowie durch die unregelmäßige und geflickte Oberfläche. „Die Höhenunterschiede sollen ausgeglichen und die Kurven leicht begradigt werden“, so der Bürgermeister. Für das Gesamtprojekt werden 860000 Euro veranschlagt. Wer die Finanzierung übernimmt, steht nach der Abstufung der Straße noch nicht fest. Ursprünglich sollte der Bund für die Kosten aufkommen.