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Hündische Weihnachten

Lieber guter Weihnachtsmann, lass mich an den Knochen ran. Nicht zu groß und nicht zu klein, aber lecker muss er sein. Jahrelang haben meine Kinder versucht, unserem Hund den Vers beizubringen. Aber Jack ist eben kein Genie.

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Lieber guter Weihnachtsmann, lass mich an den Knochen ran. Nicht zu groß und nicht zu klein, aber lecker muss er sein. Jahrelang haben meine Kinder versucht, unserem Hund den Vers beizubringen. Aber Jack ist eben kein Genie. Es soll ja Hunde geben, die 200 Plüschtiere unterscheiden oder sonst irgendein Kunststück bringen. Wenn Hunde schreiben oder malen könnten, was hätten die wohl für einen Wunschzettel? Einen glitzernden Fressnapf, ein Halsband mit Strass, einen Umhang mit Rüschen, rot lackierte Krallen oder ein Himmelbett mit rosa Volant? Der ultimative tierische Weihnachtskick ist, wenn Herrchen oder Frauchen ihren Vierbeiner über den Weihnachtsmarkt zerren. Der Krach, die Gerüche, tausende Menschen – für Hunde muss das der Wahnsinn sein. Sie klemmen ihren Schwanz ein. Wie neulich erst wieder auf dem Bautzener Wenzelsmarkt gesehen. Wenn ich der Weihnachtsmann wäre, würde ich die Rute zücken. Unser Jack kennt keinen Weihnachtsmarkt. Und auch die anderen Klunkern nicht. Er hat satt zu fressen, einen warmen Schlafplatz und Menschen, die ihn lieben und beschäftigen. Den Weihnachtsmann liebt er trotzdem. Wetten? Die extradicke Wurst ist schon bestellt.

Ihr Landstreicher