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Gefährlicher Hundeangriff in Sebnitz

Bei einer Beißattacke am Mannsgrabenweg werden eine Frau und deren Hund verletzt. Und in der Stolpener Tierklinik geht es noch weiter.

In anderen Bundesländern ist eine Versicherung für Hunde Pflicht. In Sachsen nicht.
In anderen Bundesländern ist eine Versicherung für Hunde Pflicht. In Sachsen nicht. © dpa

Sebnitzer Hundebesitzer kennen seit letzter Woche nur ein Thema: ein gefährlicher Hundeangriff auf Tier und Mensch im Naherholungsgebiet Forellenschenke in Sebnitz. 

Eine solche Situation erlebt kein Hundebesitzer gern, und doch ist es in der vergangenen Woche nahe der Forellenschenke in Sebnitz  passiert. Zwei Frauen gingen mit einer  Golden-Retriever-Hündin spazieren. Ihnen kam eine Frau mit zwei Schäferhundmischlingen entgegen. Als sie sich begegneten, konnte die Frau die beiden Schäferhunde nicht mehr halten. Sie rissen sich los und stürzten sich auf die kleine Hündin, bissen auf sie ein und verletzten sie schwer am Bauch, sodass sie notoperiert werden musste. 

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Doch das ist noch nicht alles. Die Besitzer versuchten, den Angriff abzuwehren. Daraufhin wurde die eine Spaziergängerin ebenfalls von den Schäferhunden angegriffen. Eines der Tiere zerfleischte den Unterarm der Frau und die Hand, sodass sie im Sebnitzer Krankenhaus behandelt werden musste. Um auszuschließen, dass der Hund Tollwut hatte, musste die Frau den Schäferhund in die Tierklinik nach Stolpen bringen. Und dort kam es zu einer weiteren Beißattacke. Der Schäferhundmischling verletzte einen anderen Hund schwer.

Beide Vorfälle entfachen inzwischen die Diskussion über die Tierhaftpflichtversicherung und auch darüber, ob Hundehalter besser kontrolliert werden sollten.  Denn wer in Sachsen einen Hund halten möchte, muss zwar Hundesteuern zahlen, eine  Hundehaftpflichtversicherung wird hingegen nicht verlangt. Es sei denn, man entscheidet sich für einen gefährlichen Hund.

Im Nachhinein stellte sich heraus, dass die Frau beide Schäferhunde ausgeführt hatte, nicht aber die Halterin war. Und die Halterin hatte offenbar keine Haftpflichtversicherung für Ihre Hunde.

Die Sebnitzer Hundeexpertin und Tiertrainerin Juliane Hille von "Herzenstoelen" ist außer sich. Wie sie berichtet, soll dies nicht der einzige Vorfall in Sebnitz bislang gewesen sein. 

Bereits im Sommer war sie Zeugin einer ähnlichen Attacke mit eben diesen beiden Schäferhunden. Beide hatten sich bereits damals auf eine kleine Hündin gestürzt. Nur mit Mühe habe sie die Hunde auseinanderbringen können. Mit der betroffenen Halterin der kleinen Hündin hatte sie das Ganze beim Sebnitzer Ordnungsamt auch zur Anzeige gebracht. 

Schon damals habe sie davor gewarnt, dass noch viel Schlimmeres passieren könnte. Und das ist letzte Woche nun leider auch geschehen. Kritisch sieht die Expertin vor allem das Beute-Fang-Verhalten der beiden Hunde. Normalerweise würden Hunde im Nacken angreifen. "Diese beiden Tiere gehen jedoch immer auf den Bauch", sagt sie. Und sie fordert Konsequenzen, bevor noch mehr passiert.

 Aus ihrer Sicht sei es außerdem wichtig, dass Hundehalter eine Tierhaftpflichtversicherung abschließen. "Ein Hund kann sich immer mal wieder losreißen, und wenn es im Spiel ist. Deshalb ist solch eine Tierhaftpflichtversicherung durchaus empfehlenswert, auch als Sicherheit für den Halter, sagt sie.

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In anderen Bundesländern ist das übrigens strenger geregelt. So besteht seit Jahren eine grundsätzliche Versicherungspflicht in Berlin, Brandenburg, Hamburg, Niedersachsen, Thüringen und seit Januar 2016 auch in Schleswig-Holstein. In Nordrhein Westfalen ist das nur dann gefordert, wenn der Hund eine Körpergröße von mindestens 40 Zentimetern überschritten hat.


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