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Hundeattacke auf der Hauptstraße

Zwei freilaufende Hunde greifen einen angeleinten Artgenossen an. Das Duo ist in Riesa längst bekannt - und bei den Behörden.

Sieht eigentlich recht freundlich aus, so ein Akita Inu. In Riesa ist allerdings ein Duo dieser Rasse unterwegs, das offenbar schon mehrfach auf andere Hunde losgegangen ist.
Sieht eigentlich recht freundlich aus, so ein Akita Inu. In Riesa ist allerdings ein Duo dieser Rasse unterwegs, das offenbar schon mehrfach auf andere Hunde losgegangen ist. © wikimedia.org/Ssajou/CC BY-SA 4.

Riesa. Stolz, Selbstbewusstsein und eine große innere Unabhängigkeit - mit diesen Eigenschaften beschreibt das Hundemagazin die japanische Hunderasse Akita Inu. Erklärt das einen Vorfall, der sich am Mittwoch auf der Riesaer Hauptstraße zugetragen hat?

Dort war abends gegen 18.30 Uhr Laura K. mit ihrer achtjährigen Vizsla-Hündin unterwegs. In Höhe der Sparkasse seien dann plötzlich zwei freilaufenden Akita Inu auf ihre angeleinte Hündin losgegangen, sagt die Riesaerin. "Die angreifenden Hunde waren ohne Besitzer unterwegs und fielen ohne Grund unsere Hündin an." 

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Ihr Tier sei durch Bisse schwer verletzt worden, habe sich losgerissen und sei panisch nach Hause gerannt - durch die halbe Stadt. Die Verletzungen habe man beim Not-Tierarzt behandeln lassen. "Sie musste unter anderem viermal unter Narkose genäht werden", sagt Laura K. "Die Tierarzt-Kosten werden mindestens 500 Euro betragen."

Hinweise auf ähnlichen Vorfall

Die Riesaerin recherchierte, wem die beiden Hunde der markanten japanischen Rasse gehören könnten. Bei Facebook dauerte es nicht lange, bis jemand auf einen fast gleichartigen Vorfall vom November 2019 verwies. Damals hatten zwei freilaufende große Hunde, auf die die Beschreibung ziemlich genau zutraf, vor dem Riesaer Museum einen kleinen Hund gebissen und so verletzt, dass dieser genäht werden musste.

Damals gab es etliche Hinweise, dass die Hunde zu einer Riesaer Shishabar gehören - und öfter stiften gehen. Im Umfeld der Bar, an der Karl-Marx-Straße, seien die Akita schon 2019 auf einen kleineren Hund losgegangen, dessen Besitzer aber mit dem Tier auf dem Arm habe flüchten können. Etliche Facebook-Nutzer berichteten von ähnlichen Vorfällen: Die Hunde würden ständig in Riesa frei herumlaufen und immer wieder andere Hunde attackieren.

Die acht Jahre alte Vizsla-Hündin nach der Attacke vom Mittwoch.
Die acht Jahre alte Vizsla-Hündin nach der Attacke vom Mittwoch. © privat

Dieses Mal traf es mit der Vizsla-Hündin eine Rasse, die nur halb so schwer wird wie die Akita, die deutlich über 50 Kilogramm wiegen können. Bei Facebook erhielten die Besitzer der Hündin nicht nur viele Genesungswünsche, sondern auch die Telefonnummer des mutmaßlichen Besitzers - und riefen den Afghanen an. "Er war absolut nicht einsichtig", sagt Laura K. Stattdessen habe er geflucht und wollte wissen, wo die Anrufer wohnen.

Laura K. ging deshalb am Donnerstag zum Polizeirevier Riesa, meldete den Vorfall und zeigte den Afghanen wegen Beleidigung an. Dort hört man nicht zum ersten Mal von den beiden Akita, die offiziell der Partnerin des Afghanen gehören. "Uns liegen zu diesen Tieren schon drei Sachverhalte aus dem vergangenen Jahr vor", sagt Revierleiter Andreas Wnuck. So hätten die Tiere etwa eingefangen werden müssen, weil sie ohne Leine unterwegs waren.

Schon im Vorjahr 1.000 Euro Zwangsgeld angedroht

Die Stadtverwaltung hätte sich schon im vergangenen Jahr mit den Akita und ihrer Haltung beschäftigt, man habe deshalb jetzt auch das Landratsamt informiert.

Gleichzeitig habe man bei der Halterin der Akita eine sogenannte Gefährderansprache gemacht. "Wir haben die Frau persönlich darauf hingewiesen, dass die Tiere sicher unterzubringen sind und Leinenpflicht für sie gilt", sagt Wnuck.

Auch im Rathaus verweist man auf einen ähnlichen Vorfall mit den Akita aus dem Jahr 2019. "Daraufhin hat die Stadt Riesa der Hundehalterin die Auflage erteilt, die beiden Hunde im Stadtgebiet generell an der Leine zu führen", sagt Rathaus-Sprecher Uwe Päsler. Damals sei auch ein Zwangsgeld in Höhe von 1.000 Euro angedroht worden. "In Folge der aktuellen Geschehnisse wird nun natürlich geprüft, ob das Zwangsgeld verhängt wird", so Päsler.

Zu prüfen, ob die Hunde ordnungsgemäß gehalten werden, obliege aber dem Landratsamt. Man habe am Freitag einen Hinweis von der Polizei erhalten, bestätigt man im Landratsamt. Nun werde man alle Vorfälle prüfen, um eine mögliche Gefährlichkeit der Hunde festzustellen. Im November 2019 hätten Mitarbeiter des Kreis-Veterinäramts eine Hundehaltung von Akita Inu kontrolliert, damals sei die Haltung aus tierschutzrechtlicher Sicht nicht beanstandet worden. "Zum Zeitpunkt der Kontrolle verhielten sich die Tiere nicht aggressiv", sagt Kreis-Sprecherin Anja Schmiedgen-Pietsch.

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Für Laura K. sieht das allerdings anders aus. "Diese Hunde stellen eine absolute Gefahr dar", sagt die Riesaerin. "Wir sind immer noch geschockt und hoffen, dass diese Tiere bald zu neuen Besitzern mit Hunde-Erfahrung kommen."

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