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Hundekotprobleme: Diesen Anwohnern stinkt's!

In Reichenbach gibt es Beschwerden wegen der Haufen. In Kodersdorf sind die Hinterlassenschaften ebenfalls Thema. Weißwasser hat das Problem gelöst.

Von Constanze Junghanß
 4 Min.
Fähnchen mit der Aufschrift „Haufen sucht Herrchen“ sensibilisieren, helfen aber letztlich auch nicht.
Fähnchen mit der Aufschrift „Haufen sucht Herrchen“ sensibilisieren, helfen aber letztlich auch nicht. ©  dpa

Da ein brauner Haufen. Und dort der nächste: Der Grünstreifen zwischen den Lindenbäumen direkt vor der Reichenbacher Grundschule entwickelt sich wieder mal zur öffentlichen Hundetoilette.

Wieder einmal deshalb, weil das Problem bereits vor zwei Jahren so massiv wurde, dass sich viele Leute darüber aufregten. Zu guter Letzt griffen damals die Schüler selbst zu Pinsel und Papier, um auf den Missstand aufmerksam zu machen. Die Kinder malten Plakate in Form von Verbotsschildern. Darauf wurde deutlich gemacht: Hunde haben vor dem Schulgelände nicht zu kacken. Die mit Folie laminierten Schilder hingen eine Weile am Schulzaun, verblassten im Laufe der Zeit und wurden irgendwann abgenommen. Und nun? Schilder weg, Problem wieder da und genauso massiv, wie zuvor.

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Auf Facebook regen sich jetzt darüber Eltern auf. „Widerlich, ekelhaft und rücksichtslos!“, schreibt beispielsweise ein Mann, der sich Heiko W. aus R. nennt. Er hat das Malheur gleich fotografisch dokumentiert. Wer sich einen Hund anschafft, sollte sich doch nicht zu fein sein, die Hinterlassenschaften seines Vierbeiners zu beseitigen, heißt es da. Nicht alle Kommentatoren sehen den verschmutzten Grünstreifen als großes Drama. Kritisiert wird allerdings im sozialen Netzwerk, dass Hundetoiletten in Reichenbach fehlen.

Wenngleich die Stadt aus Kostengründen nicht plant, solche Behälter aufzustellen, ist die Problematik der Verwaltung bekannt, wie Bürgermeisterin Carina Dittrich auf Nachfrage bestätigt. Reichenbachs Grundschulleiter Martin Lipinski sagt, dass in jüngster Zeit zwar keine Elternbeschwerden zum Thema Hundekot an die Schule herangetragen worden sind.

Wenngleich die Stadt aus Kostengründen nicht plant, solche Behälter aufzustellen, ist die Problematik der Verwaltung bekannt, wie Bürgermeisterin Carina Dittrich auf Nachfrage bestätigt. Reichenbachs Grundschulleiter Martin Lipinski sagt, dass in jüngster Zeit zwar keine Elternbeschwerden zum Thema Hundekot an die Schule herangetragen worden sind.

Den Facebook-Beitrag kennt der Schulleiter aber auch. Das Projekt mit den Schüler-Plakaten sei eine gute Erfahrung gewesen. Insofern ist es für die Schule durchaus vorstellbar, die Schilder-Aktion zu wiederholen. Dem steht die Stadt offen gegenüber. „Wir würden das auf jeden Fall befürworten“, sagt Carina Dittrich. In dem Zusammenhang verweist die Bürgermeisterin auf die Entsorgung der Hundekotbeutel in den öffentlichen Papierkörben. Das sei keinesfalls in Ordnung.

Das größte Problem hat der Bauhof

Die Mitarbeiter, die die Körbe leeren, müssten manchmal mit der Hand nachhelfen, um den Müll aus dem Behälter zu bekommen. Ein Griff in einen Beutel Hundekot ist da mehr als unangenehm. „In der Regel sind die Tüten mit Nachhause zu nehmen und im eigenen Restmüllbehälter zu entsorgen“, betont die Bürgermeisterin.

Das Ding mit den Tüten ist in Kodersdorf ebenfalls bekannt. Eine Mitarbeiterin vom Ordnungsamt sagt: „Im Papierkorb vor dem Verwaltungsgebäude landen des Öfteren befüllte Hundekotbeutel.“ Dort befindet sich der Ausgang vom Standesamt. Für Brautpaare sei das nicht der schönste Anblick, wenn die so befüllten Tüten aus dem Papierkorb quellen. Beschwerden von Anwohnern gebe es immer mal wieder, wenn auch nicht täglich.

Das größte Problem hat jedoch der Bauhof. Vollgekackte Randstreifen erschweren die Grasmahd. Der Hundekot – versteckt unter dem Grün – spritzt beim Mähen in alle Richtungen.

„Manchmal ist das so schlimm, dass die Bauhofmitarbeiter zwischendurch duschen müssen, um sich von dem Dreck zu befreien“, sagt die Verwaltungsangestellte. Sie erzählt ein weiteres Beispiel: In Särichen störten sich Anwohner an den Tretminen vor ihrem eigenen Grundstück so sehr, dass sie überall da Fähnchen aufstellten, wo die Kacke am Dampfen war. Der sichtbare Hinweis hat wahrscheinlich geholfen. „Seitdem gab es aus Särichen keine Beschwerden mehr“, heißt es vonseiten des Ordnungsamtes.

Auch im Vierkirchener Ortsteil Melaune stank es einer Familie ganz gewaltig. Die braunen Kleckse am Weg zwischen Sportplatz Richtung Eisstadion hatten überhand genommen und ein Melauner Ehepaar verteilte Papierfähnchen auf den Haufen. Mittlerweile gibt es entsprechende Papierfähnchen sogar zu kaufen. Im Internet wird man fündig. In der Regel sind die Mini-Fahnen mit Sprüchen bedruckt. „Achtung Tretmine“ gibt es ebenso, wie „Meisterleistung...aber fehl am Platz“ und andere. Kostenpunkt: Ab 3,25 Euro für 25 Stück.

Die Mühe mit den Spick-Fähnchen müssen sich nicht alle machen. Weißwasser beispielsweise löst das anders. Da gibt es Hundetoiletten und Tütenspender. Die Stadt veröffentlicht auf ihrer Internetseite sogar die Standorte. Nach Angaben von Stadtsprecher Wulf Stibenz wurden die Hundetoiletten vor sechs Jahren angeschafft. Etwa 20 Stück sind das. „Das hat sich bewährt“, sagt er und betont: „Sauberkeit in einer Stadt erhöht die Lebensqualität.

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