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Hunderte Radeberger ohne Warmwasser

Der Versorger WVR wollte für zehn Tage das heiße Wasser in mehreren Straßen kappen. Das kam bei den Anwohnern nicht gut an. Wann das Wasser nun kalt bleibt.

Wegen Reparaturarbeiten sollten 1.200 Haushalte in Radeberg zehn Tage lang nur kaltes Wasser bekommen. Jetzt wurde eine bessere Lösung gefunden.
Wegen Reparaturarbeiten sollten 1.200 Haushalte in Radeberg zehn Tage lang nur kaltes Wasser bekommen. Jetzt wurde eine bessere Lösung gefunden. © Oliver Berg / dpa

Radeberg. Auch wenn die Sonne scheint und die Temperaturen um die 20-Grad-Marke pendeln: Die Vorstellung, dass morgens nur kaltes Wasser aus der Dusche kommt, ist keine angenehme. Noch schwieriger ist es, wenn Kleinkinder im Haushalt sind. Sie im kalten Wasser zu baden, ist unmöglich. Also jedesmal einen großen Topf auf den Herd, Wasser erhitzen und erst dann waschen. Das dauert. 

Auf solch ein Szenario hätten sich rund 1.200 Familien und Singlehaushalte in Radeberg einstellen müssen. Die Wärmeversorgung Radeberg (WVR) hatte vor einigen Tagen angekündigt, rund um die Schwabacher Allee, den Flügelweg und die Richard-Wagner-Straße für zehn Tage das warme Wasser abzustellen. 

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Der Grund für die Unterbrechung: auf der Garchinger Straße sind die Heißwasserleitungen defekt. „Dort sind Rohre angerostet. Zwei Leitungen müssen jeweils auf einer Länge von 50 Metern ausgetauscht werden. Die Mängel tauchten bereits im Frühjahr auf. Jetzt zur wärmeren Jahreszeit wollen wir die Reparaturen erledigen“, sagt Geschäftsführer Mathias Mehnert. 

Bei vielen Anwohnern stieß das Projekt jedoch auf wenig Akzeptanz. „So viele Menschen für so einen langen Zeitraum ohne Warmwasser zu lassen, das ist ein Unding“, sagte ein Anrufer der SZ. Ihn stört auch, dass auf dem Infoschreiben unter der Zeitangabe „unter Vorbehalt“ steht. „Es kann also sein, dass alles noch viel länger dauert. Damit bin ich nicht einverstanden“, sagte er. 

"Öffentlicher Widerstand" gegen das Vorhaben

Offenbar haben auch bei der Wärmeversorgung Radeberg die Telefone geklingelt. „Ja, es gab öffentlichen Widerstand gegen unsere ursprünglichen Pläne“, sagt der Geschäftsführer. „Wir haben deshalb nach einer Möglichkeit gesucht, um die Versorgung möglichst durchgängig zu gewährleisten.“ Nach seinen Angaben werden jetzt als Interimslösung Schläuche verlegt. „Das ist ein gewisses Risiko für uns. Das Wasser hat eine Temperatur von 70 Grad und einen gewissen Druck. Die Schläuche haben eine Länge von je zehn Metern und werden mit Kupplungen verbunden. Das ist zwar ein übliches Verfahren, aber nicht über eine so lange Strecke von 50 Metern. Wir hoffen, dass es nicht zu Undichtigkeiten kommt“, sagt er. Sind die Schläuche angeschlossen, können die maroden Leitungen ausgetauscht werden. 

Ganz ohne Unterbrechung der Heißwasserversorgung geht es jedoch nicht. „Wir brauchen einen Tag, um die alten Leitungen zu trennen, zu entleeren, die noch funktionierenden Bestandsleitungen zu verschließen, sechs Stutzen anzuschweißen, daran die Schläuche anzuschließen, zu füllen, zu entlüften und die Trasse wieder auf Temperatur zu bringen. Das wird am Dienstag nach Pfingsten, am 2. Juni der Fall sein. An diesem Tag gibt es in den betroffenen Häusern kein Warmwasser“, sagt Matthias Mehnert. Der zweite Tag ohne warme Dusche wird voraussichtlich der 16. Juni sein. An diesem Tag werden die neuen Leitungen eingebunden. Dieses Datum könne sich je nach Bauablauf noch etwas verschieben. „Alle Betroffenen werden aber rechtzeitig informiert.“

Für das Unternehmen bedeutet die Interimsvariante einen erheblichen Aufwand. „An den beiden Unterbrechungstagen beginnen die Arbeiten morgens um 7 Uhr. Wir hoffen, dass wir um 22 Uhr mit allem durch sind und das heiße Wasser wieder fließen kann.“ Insgesamt werden die Arbeiten wegen des geänderten Ablaufes eine Woche länger dauern als ursprünglich geplant. „Wir rechnen dadurch mit Mehrkosten von rund 10.000 Euro.“

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