SZ +
Merken

Hundetoiletten für die Katz

Stolpen. Hundehaufenmachen der Stadt Sorgen. Die Tretminen sind kein gutes Aushängeschild für den Tourismus.

Teilen
Folgen

Von Ute Himmer

Der Poetenweg sollte in Hundekotweg umgetauft werden“, schimpft Gerhard Seidel. Er begegnet diesen heimtückischen Tretminen fast täglich. Denn der Stolpener hat dort sein Zuhause. „Eigentlich könnte dieser Weg wunderschön zum Wandern sein“, sagt Seidel. Doch mit diesen Häufchen vergehe einem alles. Die Stadt müsste etwas unternehmen, damit mehr Sauberkeit herrscht. „Hier gehen ja auch viele Touristen entlang“, argumentiert Seidel.

„Uns wären auch saubere Wege lieber“, sagt Silke Näther vom Ordnungsamt. „Dann hätten wir ein Problem weniger.“ Sie muss fast täglich Anrufen und Hinweisen von Einwohnern nachgehen, wo wieder stinkende Hinterlassenschaften gesichtet worden sind. „Die Stadt hat bereits zig Appelle an die Hundehalter gerichtet, damit diese die Häufchen ihrer Vierbeiner beseitigen“, erzählt Silke Näther. Doch bei den meisten fruchte das nicht.

Hinweise zu „Tätern“ sind nötig

Auch die sieben Hundetoiletten, die die Stadt am Promenadenweg, am Parkplatz Birkenweg, am Altstädter Markt, an der Peschke-Straße, Am Graben, an der Erich-Barth-Straße und am Mittelweg in Helmsdorf errichten ließ, werden kaum genutzt. „Die Ordnungssünder zur Kasse zu bitten, wie viele Stolpener fordern, ist nicht einfach“, klagt die Mitarbeiterin der Stadtverwaltung. „Denn dann müssen die Vierbeiner bei ihrem Geschäft in flagranti erwischt werden“, erläutert Näther.

Aber Hinweise, mit denen auch der Tierhalter ermittelt werden kann, gebe es äußerst selten. „Ein Häufchen-Lied können ebenfalls die Mitarbeiter des Stolpener Bauhofes singen“, erzählt Leiter Eberhard Henschel. Sie sind in den meisten Fällen und im wahrsten Sinne des Wortes direkt Betroffene. Nicht nur, dass Henschels Leute den Dreck oft an den Schuhen kleben haben. Auch beim Mähen von Grünflächen fliegen ihnen schon mal Teile eines Hundehaufens um die Ohren oder an die Kleidung, wenn der Kot von der Motorsense erfasst wird. „Wer sich einen Hund hält, muss auch dafür sorgen, dass durch den Hundekot andere nicht belästigt werden“, fordert Henschel.

So sieht das ebenfalls Anne Autenrieth. Die Chefin des Stolpener Burghotels hat deshalb zwar noch keine Beschwerden ihrer Gäste bekommen. Aber in ihrer Familie lebt auch ein Vierbeiner. Mit dem geht sie nicht Gassi in die Anlagen, sondern fährt ein Stück weg. „Wer das nicht kann, sollte die Hundetoiletten nutzen“, sagt die junge Frau. Wenn jemand anders den Vierbeiner ausführt, bindet Autenrieth extra noch ein paar Hundetüten an die Leine, damit die Fußwege und Anlagen sauber bleiben.