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Kunststück Hygienekonzept

Kein Händler, kein Veranstalter, kein Dienstleister darf ohne das Dokument arbeiten. Hier lesen Sie, was dabei geht und was nicht.

Alltagsmaske, Hygiene, Abstand sind die drei großen Teile jedes Hygienekonzeptes.
Alltagsmaske, Hygiene, Abstand sind die drei großen Teile jedes Hygienekonzeptes. © dpa

Wer derzeit etwas eröffnen oder veranstalten will, jemandem etwas verkaufen oder ihn bedienen will, muss neben all den Dingen, die er dafür ohnehin braucht, in immer noch Corona-Zeiten auch an ein besonderes Konzept denken: das für die Hygiene. Übliche Bestandteile sind Abstand, Hygiene und Alltagsmaske. 

Worauf es dabei genau ankommt, hat Sächsische.de beim Landratsamt in Pirna recherchiert. Diese Behörde entscheidet über die eingereichten Hygienekonzepte und hat bislang nicht alles einfach so durchgewinkt. Denn es gibt auch schwierige Wünsche. Ein Überblick.

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Wie viele Konzepte wurden bisher eingereicht?

Bisher wurden 137 Konzepte im Landratsamt eingereicht. Davon sind 59 ohne Beanstandung genehmigt worden, in 74 Fällen waren  Abstimmungen nötig. Drei sind noch offen. Bei etwa einem Fünftel gab es Nachforderungen. Gründe waren zum Beispiel fehlende Ansprechpartner oder fehlende Termine bzw. Fristen. Die 74 abgestimmten Konzepte hätten gar nicht eingereicht werden müssen, sagt das Landratsamt. Die Leuten wollten einfach auf Nummer sicher gehen, was auch nicht falsch ist. 

Wie lange dauert die Genehmigung?

Zum Erstaunen vieler Veranstalter und Organisatoren geht es recht schnell. Das Landratsamt bearbeitet die Konzepte in der Regel innerhalb von zwei bis drei Tagen, sagt die Behörde. 

Wann muss ein Konzept genehmigt, wann nur vorhanden sein?

Eine Genehmigung des Gesundheitsamtes brauchen zum Beispiel Theater, Kinos, Konzertstätten, Freibäder sowie Freizeit- und Vergnügungsparks. Die Genehmigungspflicht gilt auch für Angebote der Kinder- und Jugendhilfe ohne Übernachtung. Alle anderen Betriebe, Einrichtungen und Angebote, die nach der Sächsischen Corona-Schutz-Verordnung ebenfalls ein Konzept brauchen, müssen es sich nicht genehmigen lassen. Beispiel Friseure und Gaststätten. Es reicht, wenn sie ein Hygienekonzept haben, es umsetzen und vorlegen können. Die Liste derer, für die das  gilt, ist länger als die derer, die sich ihr Konzept genehmigen lassen müssen. 

Lesungen, Chorproben, Kegel- und Bowlingveranstaltungen sowie Vereinsfeiern zum Beispiel brauchen zwar ein Konzept, aber kein genehmigtes. Feiern, wie eine Hochzeit mit mehr als 100 Personen, haben auch mit Konzept keine Chance, weil sie auch nach den neuen,  vom 30. Juni bis 17. Juli geltenden Regeln noch verboten sind. Wobei: Der Ort macht den Unterschied. Die 100 Personen gelten für angemietete Räume, wer zuhause so viel Platz hat, kann auch 120 einladen, sagt das Landratsamt. 

Welche besonderen Ideen gibt es?

Im Kino werden immer nur zwei zusammenhängende Plätze verkauft und jede zweite Reihe bleibt frei. Bei den Vorstellungen der Naturbühne Maxen auf dem Feld werden Parzellen aufgezeichnet, in die sich immer zwei Personen setzen dürfen. Viele Gaststätten räumen um, damit Tische, die frei bleiben müssten, nicht als leere Tische das Gesamtbild trüben. Geschäfte zählen die Kunden, die rein dürfen, damit sie sich nicht zu nah kommen.  Eine Ballonfahrt gehört zu den etwas aus der Reihe fallenden Anfragen. Genehmigungspflichtig war sie nicht, aber in strengen Corona-Zeiten schwer machbar. Denn damals durfte man sich nur mit einer anderen Person bzw. im eigenen Hausstand treffen. Da bot  der kleine Korb des Ballons wenig Spielraum. Jetzt können sich Personen aus zehn Haushalten treffen - so viel Platz ist in keinem Ballon. 

Was wurde nicht erlaubt?

Die Sternwarte Graupa zum Beispiel darf keine Besucher durch das Fernrohr gucken lassen. Zu groß die Gefahr, dass Viren am Gerät haften bleiben und das Ganze ins Auge geht. Das Konzept der Sternwarte wurde jedoch nicht  prinzipiell abgelehnt, sondern nur in diesem Punkt, sagt das Landratsamt. In solchen Fällen werden dann Alternativen vorgeschlagen.

Wie wird die Einhaltung kontrolliert?

Kontrolliert wird anlassbezogen wie es im Verwaltungsdeutsch heißt, also wenn es einen Grund gibt, eine Anzeige zum Beispiel, wie im Landkreis schon geschehen. Aber nicht nur. Das zeigen wiederum Beispiele aus Gaststätten. Auch Friseure sprechen von Kontrollbesuchen. Kontrollieren kann das Landratsamt oder auch das örtliche Ordnungsamt. Ziel sei dabei jedoch nicht, Einrichtungen zu schließen, sondern Hinweise zu geben, sagt das Landratsamt. Die Grundintention von Konzepten und Kontrollen sei, im Falle einer Erkrankung die Kontaktketten möglichst lückenlos nachzuvollziehen.

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