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ICE im Stundentakt

Die Bahn wird die Zahl der ICE-Verbindungen zwischen Dresden und Frankfurt/Main zum Fahrplanwechsel am 14. Dezember verdoppeln. Künftig soll jede Stunde ein ICE auf der Strecke fahren, derzeit gibt es nur einen Zwei-Stunden-Takt.

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dpa

Die Bahn wird die Zahl der ICE-Verbindungen zwischen Dresden und Frankfurt/Main zum Fahrplanwechsel am 14. Dezember verdoppeln. Künftig soll jede Stunde ein ICE auf der Strecke fahren, derzeit gibt es nur einen Zwei-Stunden-Takt. Das kündigte der Bahn-Bevollmächtigte für Mitteldeutschland, Hans-Jürgen Lücking, am Mittwoch beim "Leipziger Gespräch" der Deutschen Presse-Agentur (dpa) an.

Bei drei ICE-Zügen müssten die Reisenden allerdings in Eisenach umsteigen. "Die Nachfrage ist groß, deshalb verdoppeln wir unser Angebot", sagte Lücking. Die ebenfalls stark genutzte Strecke Leipzig-Berlin könnte nach seiner Einschätzung von 2005 an bei guter Nachfrage im ICE-Verkehr verdichtet werden. Die private Konkurrenz wird nach Aussage Lückings auch im mitteldeutschen Raum stärker. Im Personenverkehr auf der Schiene hält die Bahn nach eigenen Angaben in Sachsen-Anhalt weiterhin einen Marktanteil von 100 Prozent, doch in Sachsen sind es nur noch knapp 80 Prozent. Dort gibt es noch sieben weitere Regionalanbieter. Bundesweit kommt die Bahn auf 92 Prozent Marktanteil.

Lücking kündigte alle Anstrengungen des Konzerns an, den Wettbewerb um die S-Bahnen und Regionalbahnen im Großraum Leipzig für sich zu entscheiden. Hier bieten nach Angaben des zuständigen Zweckverbands für den Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL) die private Connex-Gruppe und ein weiterer ausländischer Konzern mit. Der Verkehrsvertrag mit dem ZVNL war im Dezember 2002 ausgelaufen. Derzeit überweist der ZVNL der Bahn pro Monat 7,2 Millionen Euro.

"Leipzig ist für uns eine ganz wichtige Region", sagte der Konzernbevollmächtigte. "Was wir brauchen, ist ein langfristiger Verkehrsvertrag, der uns Planungssicherheit für unsere Investitionen gibt, und eine Entscheidung möglichst noch in diesem Jahr." Denn wenn neue Fahrzeuge eingesetzt werden sollen, dann müssten sie bei den Herstellern schon Jahre im Voraus bestellt werden.

Nach Lückings Worten will die Bahn in den kommenden Jahren mehr als 200 Millionen Euro für neue Nahverkehrsfahrzeuge in Sachsen ausgeben. Voraussetzung sei allerdings, dass langfristige Verkehrsverträge zu Stande kommen. Dies gelte auch für die Verkehrsvergabe im Leipziger City-Tunnel, der 2009 in Betrieb gehen soll.

Sollte die private Konkurrenz den Zuschlag erhalten, hätte dies nach Lückings Worten Konsequenzen für viele Arbeitsplätze bei der Bahn im Raum Leipzig. Als eine Connex-Tochter im vergangenen Jahr die Strecke Zittau-Görlitz-Cottbus und dann weiter nach Berlin übernahm, strich die Bahn in der Region 187 Arbeitsplätze von Lokführern, Werkstattmonteuren und Kundenbetreuern. Manche Betroffenen wurden von Connex übernommen. Den übrigen bot die Bahn Ersatzstellen zumeist jenseits der Landesgrenzen an. In Leipzig käme ähnliches auf "eine große Anzahl" von Eisenbahnern zu, sagte Lücking. Auf eine Zahl wollte er sich nicht festlegen.

Die "Rollende Landstraße" zwischen Dresden und dem tschechischem Lovosice will die Bahn nach Angaben des Konzernbevollmächtigten so lange weiter betreiben, wie es Bestellungen gibt: "Wir wollen Geld verdienen - wenn das nicht mehr möglich ist, hören wir auf." Seit September 1994 wurden auf dem Schienenweg etwa 770000 Lastkraftwagen über die Grenze transportiert, um die Bundesstraße 170 zwischen Dresden und Zinnwald vom Schwerlastverkehr zu entlasten. Sachsen subventioniert die Transporte mit jährlich 5 Millionen Euro. Wirtschafts-Staatssekretärin Andrea Fischer hatte kürzlich die Frage aufgeworfen, ob die Zuschüsse noch zu rechtfertigen sind, wenn die Autobahn 17 Dresden-Prag erst fertig gestellt ist.