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„Ich bin der Columbo der Comedy“

Nur echt mit Blümchenhemd und Sprachfehler: Paul Panzer kommt in die Sachsenarena.

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© PR

Bekannt wurde er durch seine Scherzanrufe und den markanten Sprachfehler. Letzteren hat er behalten, doch längst zieht es Paul Panzer alias Dieter Tappert auf die Bühne. Am 17. April wird er in der Sachsenarena auftreten. Im Interview verrät er, warum er Riesa nur von oben kennt und von Radiostreichen die Nase voll hat.

Guten Morgen, Herr Panzer! Wo
erwische ich Sie denn gerade?

Ich bin in meiner Werkstatt! Hier in der Nähe von Köln hab‘ ich so ne kleine Halle, und hier fummel ich gerade rum. Das ist schön, wenn man‘s nur dann machen kann, wenn man will und nicht muss.

Viel Zeit zum Pausieren haben Sie ja wahrscheinlich nicht. Ihr aktuelles Programm „Alles auf Anfang“ biegt auf die Zielgerade ein. Worum geht‘s?

Ja, „Alles auf Anfang“ müsste eigentlich noch den Untertitel haben „Auf der Suche nach dem Sinn des Lebens“. Ich hab die These aufgestellt: Wir Menschen haben so bisschen den Sinn aus den Augen verloren. Und ich hab mich auf die Suche gemacht – und weil ich ein ordentlicher Mensch bin, fang ich am Anfang an, nämlich vor 13 Milliarden Jahren beim Urknall. In Riesa ist einer der letzten Auftritte – im Mai ist quasi alles vorbei.

Sehen Sie denn auch mal was von den Städten, in denen Sie auftreten?

Ich komme ja meist recht zeitnah an, und manchmal muss ich auch in der Nacht noch fahren.

Hatten Sie bei den letzten Auftritten die Zeit, Riesa zu erkunden?

Nicht wirklich, aber ich hab‘ Riesa von oben gesehen. Beim letzten Auftritt bin ich nach Riesa geflogen, ihr habt ja auch einen kleinen Flugplatz da in der Nähe...

Ja, in Göhlis!

... Und ich hab zumindest Riesa von oben gesehen. Das hat richtig Spaß gemacht. Ich bin ja so bisschen Hobby-Flieger, und bin dann in so ‘ner kleinen klapprigen Mühle zu euch geflogen.

Wie sind denn so Ihre Erinnerungen an den Landeanflug in Riesa?

Ach Du, die Leute sind vor allem ganz nett. Ich mein‘, die kriegen das ja mit... wenn ich im Landeanflug bin, muss ich mich ja melden. Und ich war im Vorfeld schon mal da. Die Leute erkennen einen natürlich wieder und sind alle sehr herzlich. Ich glaub‘, das erste Mal war‘s sogar bisschen holprig, da waren paar Löcher in der Bahn... aber das haben sie mittlerweile repariert.

Sie treten nun seit mehr als zehn Jahren auf der Bühne auf. Bekannt wurden Sie aber durch die Scherzanrufe im Radio...

Ja, das war irgendwie so ein zwangsläufiger Schritt. Nach dem Radioding hab ich gesagt: „So, jetzt will ich nicht mehr“. Weil wenn die Dinger sich nur wiederholen, dann bin ich auch vom Typ her der, der sagt: „Ach komm, jetzt reicht‘s mir“. Dann haben aber Kollegen gesagt: „Ja komm, jetzt mach das doch mit der Bühne“, und mittlerweile ist das meine große Liebe.

Wie kommen Sie denn auf die Ideen für Ihre Geschichten?

Man muss ein guter Beobachter sein, glaube ich. Einfach die Dinge angucken: was bewegt die Menschen, was interessiert sie, wovon sind sie abgenervt. Dann bring ich da meine eigene Haltung rein und sag „Ich seh die Sache aber soundso“, und dann wird das Ganze sozusagen durch das Paul-Gehirn gedreht. Und es ist natürlich so, dass der einen Dachschaden hat. Dann kommt am Ende dieser Paul-Humor raus, gepaart mit Themen, die die Menschen interessieren könnten. Und das hat bisher ganz gut funktioniert.

Und wie viel Dieter Tappert steckt drin?

Von den Grundinteressen sind das schon Dinge, die mich auch hinter der Rolle interessieren, sonst würde ich nicht darüber sprechen wollen. Aber die Dinge, die der Paul sagt, würde der Dieter so nie sagen. Das ist dann eben der Vorteil, wenn man sich in dieser Schizophrenie den Körper mit so einem teilen muss wie dem Paul.

Also ein lustiges Programm, aber vor einem ernst gemeinten Hintergrund.

Ja, da kommt dann doch der Dieter durch. Jetzt so reinen Quatsch und reinen Nonsens... weiß ich nicht, wär dann vielleicht auch zu viel, ne? Ich glaub, das ist auch so bisschen das Erfolgsrezept, dass die Leute sehen: Der Paul ist ein ziemlich behämmerter Typ, ziemlich schräg... aber jetzt nicht blöd oder dumm.

Der erste Eindruck täuscht eben manchmal.

Ja, so bisschen so wie bei Columbo... Der Columbo der Comedy kommt nach Riesa!

Das Gespräch führte Stefan Lehmann.

Gewinnspiel: Die Sächsische Zeitung verlost zweimal je

zwei Freikarten für „Alles auf Anfang“ in der Riesaer

Sachsenarena an die ersten zwei Anrufer, die am Montag,

30. März, ab 10 Uhr unter der Telefonnummer 03525

72415710 anrufen.