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„Ich gehe mit Respekt über den Meißner Boden“

Er ist einer der beliebtesten Vorleser beim Literaturfest: Heinz Eggert über Bücher, Meißen und die Manufaktur.

© hübschmann

Von Linda Barthel

Wenn Heinz Eggert das Buch aufschlägt, sind alle still. Gestern hat der frühere Innenminister seine erste Lesung beim diesjährigen Literaturfest in Meißen gegeben. Bis Sonntag finden rund 200 Veranstaltungen statt. Publikumsliebling Eggert ist an fünf beteiligt. Im Interview erzählt der 69-Jährige, was ihn am Lesen fasziniert.

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Herr Eggert, wie geht es Ihnen?

Besser als vielen anderen. Ich kann nur dankbar sagen: Gut!

Am Literaturfest beteiligen Sie sich gleich mit fünf Lesungen. Ist das nicht anstrengend?

Ja, schon. Aber es ist ein angenehmes Gefühl von Anstrengung.

Sie haben gesagt, dass der Kreuzgang im Museum, das Gefängnis und das Porzellanatelier für Sie die reizvollsten Orte sind. Warum?

Es ist die Atmosphäre. Alle drei Orte sind besondere Begegnungsstätten, die eines gemein haben: Vorlesen war in ihnen nie geplant. Gerade deswegen ist es dort besonders reizvoll.

Es zieht Sie immer wieder nach Meißen. Wie kommt das?

Vorlesen dürfen in Meißen ist etwas Besonderes. Deswegen bin ich auch dieses Jahr wieder dabei. Meißen ist als Stadt immer noch anschauliche Geschichte. Meißens Gassen, Höfe und Brückenbögen verwandeln sich in Schauplätze der Geschichte und Geschichten und laden zum Verweilen, Zuhören und Träumen ein. Man muss nur in die Augen der Zuhörer schauen und ist selbst gerührt über die Wirkung gelesener Worte in unserer hoch technisierten, vernetzen Welt. Immer wieder erstaunlich ist für mich die Reaktion von Kindern und Jugendlichen, die konzentriert und fasziniert zuhören und für die Bücher, Lesen und auch Vorlesen eine große Anziehungskraft besitzen. Lesen macht menschlicher und offener.

Was verbinden Sie mit Meißen?

Dort lebte und lebt ein Teil der Familie meiner Frau. Ich habe hier gute Freunde und fühle mich immer sehr wohl. Außerdem gehe ich immer mit Respekt über den historischen Boden Meißens, der ja das alte Herz Sachsens ist.

Was sagen Sie denn zu den aktuellen Entwicklungen rund um die Porzellan-Manufaktur?

Die Bestrebungen einiger selbst ernannter Leistungsträger, die Porzellan-Manufaktur von der Stadt zu entkoppeln und die Bürger mit diesen Streitigkeiten zu belasten, fand ich sehr arrogant und auch bedenklich. Diese Kraftanstrengungen wären in der künstlerischen Bewahrung der Tradition des einzigartigen Meißner Porzellans und seiner positiven wirtschaftlichen Vermarktung hilfreicher gewesen. Aber vielleicht wird es noch.