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„Ich habe den Schritt in die Selbstständigkeit nicht bereut“

Anja Schwager war einst Schlecker-Mitarbeiterin und hat jetzt eine eigene Drogerie.

Mit der Rollenden Redaktion gastierte die Sächsische Zeitung gestern im Strehlaer Einkaufszentrum an der Lindenstraße. Dort hat sich nach der Schlecker-Pleite die Strehlaerin Anja Schwager mit ihrer Drogerie niedergelassen. Ein guter Zeitpunkt, um bei der Jung-Unternehmerin nachzufragen, wie der eigene Laden jetzt läuft.

Frau Schwager, können Sie das Wort „Schlecker“ eigentlich noch hören?

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Manchmal nicht mehr, um ehrlich zu sein. Schlecker ist ja nun schon einige Zeit vom Markt verschwunden. Aber natürlich war das damals eine so große Sache, dass man immer wieder damit in Verbindung gebracht wird, zumal, wenn man dort gearbeitet hat.

Sie haben den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. Haben Sie das bereut?

Nein, das kann ich ganz klar sagen. Es war natürlich klar, dass es nicht einfach werden würde. Aber wenn ich mir die letzten Monate anschaue, dann denke ich, dass wir auf einem guten Weg sind.

Sie wollten flexibler sein, haben Sie beim Start der Drogerie im vorigen Herbst gesagt...

... und das sind wir auch. Es ist auf jeden Fall ein Vorteil, dass das Warenangebot direkt an die Bedürfnisse der Kunden angepasst werden kann.

Zum Beispiel?

Ich hatte zuletzt Mützen für Kinder, die gut liefen. Im Laufe der letzten Monate sind auch teilweise neue Artikel dazugekommen. Und mit unserem Lieferanten konnten wir auch einige Preise nach unten verhandeln. Dass wir das machen können, ist schon ziemlich viel wert.

Ist Strehla als Einzugsgebiet nicht ein bisschen klein?

Wir haben ja nicht nur Strehla. Es kommen auch Leute aus dem gesamten Umland zu uns. Von Zaußwitz, aus Belgern und vielen anderen Orten in der Gegend. Wir werben dort auch wöchentlich mit einem Prospekt. Ich glaube, dass auch Mund-zu-Mund-Propaganda eine wichtige Rolle spielt.

Sie sind mit zwei Mitarbeiterinnen angetreten. Ist es dabei geblieben?

Inzwischen wieder, ja. Zwischenzeitlich waren wir nur zu zweit. Das hatte aber keine wirtschaftlichen Gründe.

Was glauben Sie, macht den Erfolg

in ihrer Branche aus?

Puh. Das ist sehr schwer zu sagen. Ich glaube, die Menschen schätzen, dass sie gut bedient werden. Das gibt es woanders nicht. Im Discounter zum Beispiel. Dort sind die Preise vielleicht niedriger, aber die Beratung fehlt. Man steht vor dem Regal und niemand hilft einem.

Das Gespräch führte Eric Weser