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„Ich habe immer noch Lampenfieber“

Die Sängerin Uschi Brüning erzählt über ihre Verbindung zu Zittau, ihren Auftritt beim 2014er Mandau-Jazz und ihre musikalischen Zukunftspläne.

Von Jan Lange

Sie gehört zu den vielseitigsten und beliebtesten Jazzsängerinnen im Osten Deutschlands: Uschi Brüning. In Leipzig geboren, an der Musikschule Friedrichshain ausgebildet, begeistert sie mit ihrer unverwechselbaren Stimme seit den 1970er Jahren das Publikum. Nun kommt die Grande Dame des deutschen Jazz – wie sie gern genannt wird – nach Zittau. Am 10. Oktober tritt sie im Rahmen des Mandau-Jazz im Kronenkino auf. Die SZ sprach vorab mit ihr über den Auftritt.

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Frau Brüning, Sie haben seit mehr als 40 Jahren auf allen großen Bühnen des Landes gestanden. Dann kennen Sie sicher auch Zittau schon?

Ja, ich war schon mehrere Male hier. Zuletzt am 10. Januar im Zittauer Theater. Ich habe sehr gute Erinnerungen an meine Auftritte in Zittau, da die Erfahrungen mit dem Publikum jedes Mal super waren.

Auf was können sich die Gäste bei Ihrem Mandau-Jazz-Konzert freuen?

... auf eine unheimliche Spielfreude. Wir werden Jazzstandards, eigene Kompositionen und angejazzten Pop spielen. Es wird auch ein alter Hit von mir in einem neuen Arrangement erklingen. Aber mehr möchte ich darüber noch nicht verraten.

Im Kronenkino kann man Sie gemeinsam mit Ernst-Ludwig Petrowsky erleben, mit dem Sie seit vielen Jahren zusammen auf der Bühne stehen. Wie ist es, mit dem eigenen Ehemann auch beruflich so eng zusammenzuarbeiten?

Es ist sehr schön, einen vertrauten Partner an seiner Seite zu haben. Manchmal ist es allerdings auch anstrengend, weil wir in der Freizeit viel über unsere Musik und die Konzerte sprechen. Hin und wieder braucht man aber auch mal Gedanken und Hinweise von anderen.

Ein wichtiger Bühnenpartner von Ihnen war auch Manfred Krug. Halten Sie zu ihm noch regelmäßig Kontakt?

Wir haben einen sehr engen Kontakt, da wir ja seit über zwei Jahrzehnten zusammen spielen. Er ist immer noch so kreativ und so lieb. Ich bewundere ihn sehr. Im Moment arbeiten wir an einer neuen gemeinsamen CD.

Wann wird die CD herauskommen?

Im Oktober oder November.

Udo Jürgens hat mal gesungen, dass mit 66 Jahren das Leben anfängt. Gilt das auch für Ihre musikalische Karriere?

Er hat irgendwie recht. Je oller man wird, desto toller wird man auch. Für mich ist es gerade eine wunderbare Schaffensperiode. Solange ich es noch kann, will ich weitermachen. Ich lebe für die Musik.

Welche musikalischen Pläne haben Sie neben der neuen CD noch?

Es gibt viele verschiedene Projekte, ob als Duo mit meinem Mann oder als Band. Wir bekommen immer wieder Angebote für neue Auftritte, was mich sehr freut.

Ihr Mann wird im Dezember 81, ist also ein paar Jahre älter als Sie. Wie viele Auftritte können Sie noch absolvieren?

Drei bis fünf Konzerte im Monat sind o. k. Denn wir müssen uns ja auch für jeden Auftritt noch vorbereiten.

Sie sind sehr vielseitig. Nach den Worten Ihres Mannes lassen Sie sich zwischen Pop-Musik und Jazz nur schwer einordnen. Als was würden Sie sich selbst bezeichnen?

In erster Linie bin ich Sängerin. Ich habe dann mein Herz für den Jazz entdeckt, weil man da nicht so festgelegt ist wie beim Schlager. Man kann auch improvisieren. Und man kann als Jazz-Sängerin auch älter sein. Als Schlagersängerin ist man mit zunehmendem Alter weniger gefragt.

Haben Sie nach so vielen Jahren noch Lampenfieber und wenn ja, wie gehen Sie damit um?

Ja, ich habe immer noch wie verrückt Lampenfieber vor jedem Konzert. Das macht einen hoch konzentriert. Wenn ich dann auf der Bühne stehe, ist das Lampenfieber spätestens nach dem zweiten Lied weg.

Uschi Brüning, Ernst-Ludwig Petrowsky und das Matthias-Bätzel-Trio treten am 10. Oktober um 20 Uhr im Kronenkino Zittau auf. Der Eintritt kostet 24 Euro, ermäßigt 20 Euro. Im Vorverkauf sind die Karten vier Euro günstiger. Karten gibt es auch im SZ-Treffpunkt Zittau, Neustadt 18.