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„Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht“

Über berufliche und örtliche Umwege ist Peter Wenk wieder in Hoyerswerda gelandet und fühlt sich angekommen.

Peter Wenk schätzt das junge Team, zu dem er seit einiger Zeit gehört. Jeder ein Spezialist auf seinem Gebiet: Zahlen und Finanzen, Organisation und Kommunikation, Medien und Programmierung. Hier läuft alles zusammen und geht Hand in Hand.
Peter Wenk schätzt das junge Team, zu dem er seit einiger Zeit gehört. Jeder ein Spezialist auf seinem Gebiet: Zahlen und Finanzen, Organisation und Kommunikation, Medien und Programmierung. Hier läuft alles zusammen und geht Hand in Hand. © Foto: Gernot Menzel

Hoyerswerda. Wenn Peter Wenk seinen Arbeitsplatz beschreibt, dann fallen die Worte „junges, cooles Team mit Start-Up-Charakter“. Er teilt sich ein Büro mit bis zu vier Kollegen, hat dabei einen Blick auf das Fließ der Schwarzen Elster und ist mitten in der Altstadt von Hoyerswerda. All das hat er vor anderthalb Jahren bei der Consulting-Firma von Heiko Schneider gefunden. Er war damals überrascht, dass noch eine Unternehmensberatung unterhalb des Friseursalons existiert. Doch erst über einige Umwege hat er wieder nach Hoyerswerda gefunden.

Im Jahr 2009 hat er sein Abitur am Lessing-Gymnasium in Hoyerswerda abgelegt. Er stammt aus Friedersdorf (Gemeinde Lohsa), wo er auch heute wieder wohnt. Danach folgte eine Ausbildung zum Physiotherapeuten, die er 2013 beendete. „Das ist ein super schöner und wertvoller Beruf.“ Aber auf Dauer gehe das auch an die Substanz, begründet er seinen Ausstieg nach einem knappen Jahr. Dennoch hat er genossen, diese Tätigkeit auszuführen. Eine Ausbildung zum IT-Systemelektroniker folgte, die er mit 26 Jahren abgeschlossen hatte. In seiner Freizeit beschäftigte er sich schon viele Jahre mit Bildbearbeitung und probierte sich auch kreativ aus. Im Beruf ging es um die Kommunikation in Stromnetzwerken. Zum Beispiel, dass Strom in Bedarfsfelder geführt wird. Während dieser Arbeit verbrachte er viel Zeit in dunklen, kühlen und nicht zuletzt tristen Serverräumen und führte hauptsächlich „Befehle“ aus. Damals war er bei einer Telekommunikationstochter der Vattenfall-Gruppe angestellt, die sich im Laufe der Umstrukturierung neu aufstellte und seit einigen Jahren eigenständig ist. Im Zuge dessen wurden Mitarbeiter umverteilt, und Peter Wenk ist damals in die Nähe von Rostock, nach Güstrow, gezogen. Später folgte ein Umzug nach Berlin. Heute sagt er darüber, dass er beiden Städten eine Chance gegeben und es ausprobiert habe. Doch so ganz hat es mit den Großstädten nicht geklappt. Besonders mit Berlin hat er sehr gehadert. Er spricht über „Krach“ und zu viele Menschen. Und in Rostock bestand das Leben fast nur aus der Arbeit.

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Die Vorteile und die Vielfalt, von denen oft geredet wird, sieht er nur bedingt. Denn meist bleiben auch die Großstädter ihrem Viertel treu und leben sehr häuslich, so die Erfahrung von Peter Wenk. Er vermutet, dass hier das Gemeinschaftsgefühl stärker sei und Freundschaften intensiver. Und so zwang ihn die Hauptstadt zur Kündigung. Er kehrte der Stadt den Rücken zu und bildete sich nun einige Monate selbstständig weiter. Ein entsprechendes Zertifikat stand am Ende dieser Bemühungen. Dafür zog er zeitweise zurück ins Elternhaus und richtete sich hier strukturierte „Arbeitstage“ ein. Auch, dass Freundeskreise hier nach wie vor bestehen, war einer der Gründe für die Rückkehr. In der Heimatregion suchte er nun eine Anstellung. Nach Hoyerswerda hat er zuerst nicht geschaut. Letztlich hat die Agentur für Arbeit ihm diese Stelle vermittelt, die für ihn alles vereint, was ihn interessiert und Spaß macht. „Hier gibt es viele Möglichkeiten, sich auszuprobieren und Ideen einzubringen.“Peter Wenk ist nun mit vielfältigen Aufgaben betraut, wie etwa Betreuung und Unterstützung der Geschäftskunden, Mediengestaltung und der breite Onlineauftritt der beiden Unternehmen unter diesem Dach. Er sagt, dass er sozusagen damit sein Hobby zum Beruf gemacht hat. Und schätzt sich damit sehr glücklich.

„Die perfekte Kombination“

„Wenn man die perfekte Kombination aus Stadt und Land sucht, dann findet sich diese in Hoyerswerda“, so Peter Wenk. Allein über die letzten Jahre sieht er eine große Entwicklung. „Manchmal fühlt es sich nicht an wie «Stadt» – durch das Grün und die aufgelockerte Struktur.“ Und auch das Umland bietet für Peter Wenk viel: die Talsperre samt Stausee in Bautzen, das Elbsandsteingebirge; vor seiner Tür der Dreiweiberner und der Silbersee. „Nach der Arbeit an den Strand zu fahren, liegt auf der Hand.“ In Berlin wäre der logistische Aufwand um einiges höher, schätzt er ein.

Auf den ersten Blick würde er sich noch mehr Möglichkeiten wünschen, ausgehen zu können, aber rudert doch etwas zurück, denn eigentlich gibt es eine Auswahl aus genügend Alternativen. Mit Blick auf das Lausitzer Seenland sieht er die Chance, noch mehr Touristen anzuziehen und auch für das Angebot speziell für Einheimische weiter auszubauen. „Ich habe die Hoffnung, dass alles gut zusammenwächst und dass sich viele Möglichkeiten aufzeigen.“ Dazu gehört es auch, Perspektiven zu schaffen, um hierzubleiben, ergänzt er. Wenn Hoyerswerda sein Image loswerde, „alt“ zu sein, dann wäre das schon ein Schritt in die richtige Richtung. Dennoch sieht er seine Heimat eher in Menschen – der Familie und Freunden – als in Orten.Wenn er nun nach anderthalb Jahren ein Fazit ziehen soll, dann kann er zufrieden sagen, sich hier einen guten Stand im Unternehmen erarbeitet zu haben. In diesem „Team aus Spezialisten“, wie er es beschreibt.

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