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„Ich habe so viele interessante Angebote“

Wolfgang Rögner hat über 30 Jahre lang das Sorbische Nationalensemble geprägt. Heute leitet der 66-Jährige die Leipziger Symphoniker.

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Von Jana Ulbrich

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Bautzen. Nächste Woche leitet Wolfgang Rögner wieder vier Kinderkonzerte in Leipzig. Kinder an Musik heranzuführen, das ist ihm eine Herzensangelegenheit. In seiner Bautzener Zeit hat Rögner den Kindern musikalische Märchen geschrieben, von den sorbischen Sagengestalten inspiriert. Mehr als 30 Jahre lang hat der gebürtige Thüringer als Dirigent und Intendant des Sorbischen Nationalensembles das Musikleben in der Oberlausitz geprägt. Er hat Jurij Brezans „Krabat oder die Erschaffung der Welt“ als Ballett-Oper vertont. Er hat dem Ensemble den Weg nach draußen eröffnet. Ohne seine Beharrlichkeit gäbe es die Open-Air-Konzerte bei den Schmochtitzer Nächten nicht. 2010 hat Wolfgang Rögner der Oberlausitz den Rücken gekehrt. Nicht freiwillig. Weil er das Sparprogramm seines wichtigsten Geldgebers, der Stiftung für das sorbische Volk, nicht mittragen wollte, hat man ihn damals fristlos vor die Tür gesetzt.

Seine Musik wird immer noch gespielt in der Oberlausitz. Und auch Wolfgang Rögner lässt sich ab und zu gern noch hier sehen. In letzter Zeit allerdings seltener. „Zurzeit habe ich wirklich nur wenige Freiräume“, erzählt er. Seit 2015 leitet er das Leipziger Symphonieorchester, ein Kulturraumorchester mit verschiedenen Auftrittsorten ähnlich der Lausitzer Philharmonie. Auch in Leipzig hat er sein Faible für Open-Air-Aufführungen in die Tat umgesetzt. Mit großem Erfolg fand im vorigen Sommer zum ersten Mal das von ihm erdachte und initiierte NeuSeenLand-Musikfest am Zwenkauer See statt. 2018 wird es eine Neuauflage geben – vier Tage im Juni mit großartigen Künstlern, einem einmaligen Ambiente und einem Familienmusikfest am Sonntagvormittag.

Daneben hat Wolfgang Rögner auch für 2018 wieder ein anstrengendes Tournee-Programm geplant. Im Mai wird er mit Albert Hammond und den Wuppertaler Sinfonikern mehrere Konzerte geben, im November steht eine Tournee mit Albert Hammond in die Schweiz und nach Österreich im Kalender. – „Ich kann mich über zu wenig Arbeit nicht beklagen“, sagt Wolfgang Rögner. „Ich habe so viele interessante Angebote.“

Und weil er dafür gerne mehr Zeit hätte, sucht das Leipziger Symphonieorchester ab der kommenden Spielzeit einen neuen Chefdirigenten. „Ich bin ja jetzt im gesegneten Rentenalter“, sagt Rögner, der im vorigen Jahr 66 geworden ist. Er sagt das mit einem Schmunzeln, denn zur Ruhe setzen will sich der Rentner noch lange nicht. „Mir geht es sehr gut“, sagt Rögner, „ich fühle mich fit und gesund.“ Aber er wünscht sich mehr Freiräume unabhängig von einem festen Engagement. „Es ist an der Zeit, dass ich jetzt mein eigener Herr sein kann“, sagt er. Er will sich auf sein NeuSeenLand-Musikfest konzentrieren und auf die Tourneen mit verschiedenen Künstlern und Orchestern. Und vielleicht, sagt er, schreibt er ja auch noch sein zweites Buch. Stoff aus dem Dirigentenleben hätte er da noch genug.

Vor fünf Jahren hat er ein Häuschen in Coswig gebaut, er mag die Gegend und den Wein. Er könnte sich gut vorstellen, hier mehr Zeit mit seiner Frau zu verbringen. Überhaupt will er sich künftig auch mehr Zeit für die Familie nehmen. Seine beiden Enkeltöchter wohnen weit weg – in Itzehoe an der dänischen Grenze. Er freut sich darauf, sie jetzt öfter besuchen zu können. Und vielleicht, sagt er, kommt er ja auch wieder mal in die Oberlausitz. Weit weg von Coswig ist das ja nicht.