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„Ich rede von Vollauslastung“

Abriss ist bei der LebensRäume-Genossenschaft weiter kein Thema. Man investiert in den Bestand und Neubauten.

Die Wohnanlage Cocoon Living der LebensRäume-Genossenschaft ist fast fertig. Mitte Mai ziehen die ersten Bewohner im vorderen Gebäude ein.
Die Wohnanlage Cocoon Living der LebensRäume-Genossenschaft ist fast fertig. Mitte Mai ziehen die ersten Bewohner im vorderen Gebäude ein. © Foto: Mirko Kolodziej

Hoyerswerda. Die beiden neuen Mehrfamilienhäuser in der Wohnanlage Cocoon Living in der Heinrich-Mann-Straße sind komplett vermietet. Ab Mai beginnt der Bezug. Spätestens zu den Sommerferien sollen alle Mieter ihr neues Domizil in Beschlag genommen haben. Für die LebensRäume-Genossenschaft ist der Neubau ein voller Erfolg. Auf Nachfrage bestätigt Vorstand Axel Fietzek, dass man ernsthaft darüber nachdenkt, ein drittes Haus zu bauen. Wenn die Awo ihr Pflege-Wohnprojekt nebenan in der Heimstraße, also in der großen Innenkurve der Weinertstraße gebaut hat, ist noch ein Baufenster südwestlich davon frei. Hier wäre ein solches Projekt denkbar. Noch sei dazu keine Entscheidung getroffen, aber man analysiere den Bedarf und würde das jetzige Projekt abwandeln. Denn es zeichnet sich eine hohe Nachfrage nach modern geschnittenen Drei-Raum-Wohnungen ab, so Fietzek. Und wenn gebaut werde, dann frühestens 2021.

Die Genossenschaft hat ein erfolgreiches Jahr hinter sich, konnte Axel Fietzek auch dem Aufsichtsrat vermelden. Der Überschuss wird mit 2,7 Millionen Euro ausgewiesen. Man konnte 8,5 Millionen Euro investieren, hat rund 6.700 Wohnungen im Bestand, davon rund 6.100 in Hoyerswerda. 500 neue Nutzungsverträge konnten unterzeichnet werden. In Hoyerswerda wird der Leerstand bei der Genossenschaft mit 3,5 Prozent angegeben, konkret, so Axel Fietzek, sind das 215 Wohnungen: „Da rede ich von Vollauslastung.“ Rückbau ist auch in diesem Jahr kein Thema bei den LebensRäumen. Man investiert reichlich in den Bestand. Dazu gehört die normale Instandsetzung. Dazu gehört die Auffrischung von Fassaden. 2019 konnte man aber auch hinter der Heinrich-Heine-Straße 1 a-c in Kooperation mit den Nachbarn einen neuen Parkplatz errichten, der die örtlichen Probleme mit dem ruhenden Verkehr entschärft habe.

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In diesem Jahr sind weitere Fassaden dran. An insgesamt acht Gebäuden mit Wärmedämmverbundsystem rückt man den Verfärbungen, dem Schmutz und den Algen zu Leibe, unter anderem in der Bautzener Allee 46-56, der Scadoer Straße 16-19/20-25 und der Teschenstraße 5-9. Für Investitionen stehen in diesem Jahr 8,6 Millionen Euro zur Verfügung. Über drei Millionen Euro davon investiert man in das Herrichten von Leerwohnungen. In vielen Fällen habe man es da noch mit Original-DDR-Standard zu tun. Also wird alles neu gemacht: Bäder, Fußböden, Zimmertüren. Und man denkt auch daran, Antennen- und WLAN-Kabel in mehrere Zimmer zu ziehen. Axel Fietzek weiß für seine Bestände, dass in Hoyerswerda fast überall Highspeed-Internet mit bis zu 400 Mbit anliegt.

Investitionen gibt es auch in Keller. So werden in einigen Gebäuden in der Heimstraße, Semmelweisstraße und Ratzener Straße die alten Holzverschläge durch neue aus Metall ersetzt. Das verbessere den Brandschutz und den Diebstahlschutz, so die Überzeugung bei den LebensRäumen. In der Ratzener Straße plant die Genossenschaft in diesem Jahr zudem eine Premiere. Nachdem in den vergangenen Jahren schon einzelne Aufgänge einen Aufzug ins Treppenauge bekommen haben, werden nun auch die Aufgänge 40, 42 und 43 so ausgestattet. Die Aufzüge fahren bis in den Keller. Allerdings sind von der Hauseingangstür bis zum Lift stets noch einige Stufen zu überwinden. Durch Umbauten in den Kellern soll es möglich sein, dass über neu zu bauende schiefe Ebenen beispielsweise Rollstuhlfahrer in den Keller gelangen und von hier bis zu drei Treppenhäuser und die Aufzüge erreichen können. Schon deshalb werde man dafür sorgen, dass die Keller nicht allzu sehr nach Keller aussehen und auch die schweren Brandschutztüren entsprechend zu öffnen sind. Auf diese Weise sollen noch mehr Wohnungen behindertengerecht erreichbar sein. Im kommenden Jahr will man das dann in der Collinsstraße schaffen. Ziel der Genossenschaft ist es nicht, überall einen Aufzug einzubauen, zumal damit höhere Nutzungsgebühren verbunden sind, aber man will möglichst vielen Menschen den Wunsch erfüllen, in der Bestandswohnung zu bleiben. Dazu gehört auch das neue Programm VarioHome. Man berät seine Genossenschafter gern zum Thema Badumbau, Schwellenbeseitigung und Türenverbreiterung, den Fördermöglichkeiten und der Eigenbeteiligung.

In drei weiteren Eingängen in der Ratzener Straße wird man bald Aufzug fahren können.
In drei weiteren Eingängen in der Ratzener Straße wird man bald Aufzug fahren können. © Foto: Uwe Schulz
Hinter dem Dreigeschosser Heinrich-Heine-Straße 1 konnte 2019 ein neuer Parkplatz die Stellplatznot lindern.
Hinter dem Dreigeschosser Heinrich-Heine-Straße 1 konnte 2019 ein neuer Parkplatz die Stellplatznot lindern. © Foto: Uwe Schulz
Die Bewohner der Teschenstraße 5-9 können sich auf einen neuen Fassadenanstrich ihres Hauses freuen.
Die Bewohner der Teschenstraße 5-9 können sich auf einen neuen Fassadenanstrich ihres Hauses freuen. © Foto: Uwe Schulz

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