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„Ich will die Dresdner ins QF zurückholen“

Andrea Knabe ist Centermanagerin im QF. So will sie mehr Publikum für das Nobelquartier gewinnen.

Andrea Knabe sucht nach weiteren Mietern für die QF-Passage. Seit Juni ist sie die Centermanagerin.
Andrea Knabe sucht nach weiteren Mietern für die QF-Passage. Seit Juni ist sie die Centermanagerin. © Marion Doering

In den letzten Jahren ist es still geworden um die QF-Passage gegenüber der Frauenkirche. An diesem Mittwoch nimmt das Einkaufszentrum erstmals an der langen Dresdner Einkaufsnacht teil und will sich präsentieren. Die neue Centermanagerin Andrea Knabe hat einiges mit dem QF vor.

Frau Knabe, wer kauft im QF ein?

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Familienmodelle der Natur
Familienmodelle der Natur

Steppenzebras, Zebramangusten und Nandus ziehen ihren Nachwuchs ganz unterschiedlich auf.

Das sind vor allem Touristen. Sie kommen in der Regel zur Dresden-Information und hängen dann eine Shoppingrunde dran. Leider sind nur sehr wenige Dresdner unsere Gäste. Insgesamt kommen wochentags 4.000 bis 5.000 Kunden. Aber von den Touristen allein können unsere Händler nicht leben, die geben zu wenig aus.

Woran liegt es Ihrer Ansicht nach, dass die Dresdner nicht kommen?

Das hat viele Ursachen. Der Neumarkt war lange Baustelle, immer war irgendein Bereich abgesperrt. Da ist der Dresdner nicht gezielt zum Einkaufen hingegangen, höchstens, wenn er zuvor in der Frauenkirche war. Aber so oft ist das ja nicht der Fall. Zudem dürfen wir auf dem Neumarkt keine großen Leuchtreklamen aufhängen, wir werden schlichtweg als Einkaufspassage nicht von jedem wahrgenommen. Und dann glauben viele Dresdner, dass wir nur hochpreisige Läden haben, die sie sich nicht leisten können. Ich weiß es auch aus dem Bekanntenkreis, dass viele gar nicht erst zu uns reinkommen.

Aber sie haben doch wirklich viele teure Geschäfte.

Natürlich sind wir stolz darauf, dass es in einzelnen Boutiquen unseres Hauses ganz exklusive Marken wie Prada, Yves Saint Laurent oder Talbot Runhof gibt. Die finden sie in Dresden nur bei uns, müssten sonst in die KaDeWes Berlin, Hamburg oder München fahren. Auch die Marke Thomas Rath mit etwas ausgefallenerer Mode ist in Dresden nur im QF erhältlich. Aber wir haben beispielsweise auch den Factory Store, in dem es Festmode für die Jugendweihe oder Bälle aller Art gibt. Dort gehen die Preise bei 100 Euro für Kleider los, und die Modelle sind nicht von der Stange. Immerhin entwirft der Factory Store seit drei Jahren die Kleider der Debütantinnen des Semperopernballs. Erschwingliche Preise hat auch das Meissen Outlet im Untergeschoss, in dem es nicht etwa angeschlagene Ware, sondern viele Auslaufserien und auch Schmuck gibt.

Das heißt, der Dresdner kennt ihr Angebot zu wenig, um reinzukommen?

Genau, wir müssen ihn zu uns locken. Das möchte ich jetzt verstärkt über Veranstaltungen probieren, damit uns die Dresdner wieder wahrnehmen. Wir haben seit vielen Jahren die Jazztage bei uns, aber es soll mehr werden. Den Auftakt bildet an diesem Mittwoch das Late Night Shopping, auf das sich unsere Händler freuen. Immerhin hat Dresden nicht viele Sonderöffnungszeiten, im Advent nur einen verkaufsoffenen Sonntag. Zur langen Einkaufsnacht haben wir von 17 bis 23 Uhr Bühnenprogramm, außerdem gibt es die Champagner Lounge, die wir gemeinsam mit dem Hotel Vienna House betreiben. Ob die Kunden gleich kaufen, sei dahingestellt. Aber sie behalten uns im Hinterkopf, vielleicht auch für ein schönes Geschenk für Weihnachten.

Planen Sie weitere Veranstaltungen?

Ja, ganz konkret ist der Semperopernball für uns ein besonderer Anlass, zu dem im Haus viel los ist. Kunden kaufen bei Ute Lange, Christine Franke, im Factory Store und bei La Boutique Kleider, lassen sich bei Brockmann und Knödler frisieren, kaufen Schmuck bei Juwelier Leicht. Warum also nicht den Ball auch zu uns ins Haus holen? Wir wollen ihn live auf unsere große Leinwand übertragen, dazu gibt es kleine Häppchen und eine Champagnerbar. Wer möchte, kann natürlich auch tanzen. Außerdem soll es Weihnachtsangebote geben, an denen wir aber gerade noch arbeiten. Bisher hatte sich das auf Deko beschränkt.

Derzeit stehen einige Geschäfte leer. Welche Mieter wünschen Sie sich dafür?

Solche, die zu uns passen, die Dinge anbieten, die es woanders nicht gibt. Schön wäre es, einen Herrenausstatter mit exklusiven Marken zu finden. Derzeit stehen sieben Geschäfte leer, die würden wir gern beleben. Insgesamt haben wir 40 Läden.

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Andrea Knabe hat ein klares Ziel: Sie will mehr Dresdner in das Center am Neumarkt holen. Und weiß auch schon, wie das gelingen soll. 

Unser Glasdach ist an mehreren Stellen undicht. Es wird im nächsten Jahr komplett erneuert, was sich aber nicht auf die Besucher auswirken wird. Dazu muss ein Gerüst im Obergeschoss aufgestellt werden. Wir informieren demnächst unsere Mieter.

Das Gespräch führte Kay Haufe.

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