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„Ich wünsch Dir, dass Du an Aids stirbst!“

Ein 19-Jähriger soll in Roßwein randaliert haben.

Von Helene Krause

Am Abend des 17. April 2014 hatte der Beschuldigte eine Geburtstagsfeier in Roßwein besucht. Weil er dort zwei Flaschen Bier stehlen wollte, warf man ihn hinaus. Verärgert über diesen Rauswurf soll er in der Nähe der Querstraße in Roßwein gegen eine Haustür getreten und die Scheibe der Tür zerschlagen haben. Dann soll er auf seinem Weg zum Marktplatz an einem anderen Haus eine Dachrinne abgerissen haben und gegen einen Audi A4 getreten sein. An dem Fahrzeug soll er mehrere Scheiben beschädigt haben. Anwohner riefen die Polizei. Die Beamten wollten den mutmaßlichen Täter auf dem Markt in Roßwein in Gewahrsam nehmen. Der habe in das Polizeifahrzeug gespuckt, sich gegen eine Festnahme mit Tritten gewehrt und die Beamten beleidigt. Unter anderem soll er zu einer Polizistin gesagt haben: „Ich wünsche Dir, dass Du an Aids stirbst!“

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Zum Tatvorwurf erklärt der 19-Jährige, sich an nichts zu erinnern. Grund für den Filmriss war, dass er zur Tatzeit sturzbetrunken war und außerdem noch Drogen genommen hatte. Ein Alkoholtest ergab 2,31 Promille. Bei der Durchsuchung fanden die Beamten in der Tasche des Angeklagten Marihuana. Auch ein Drogentest war positiv.

Gutachterin Claudia Oppermann bescheinigt dem 19-jährigen Striegistaler eine Persönlichkeitsstörung. Vermutlich beruhe sie darauf, dass er erst sieben Jahre alt war, als sein Vater tödlich verunglückte. Die Gutachterin bescheinigt ihm durchschnittliche Intelligenz. Auch Zeugen und Polizisten haben eine Persönlichkeitsstörung vermutet. Sie beobachten zudem Stimmungsschwankungen: „Er war erst weinerlich und dann total euphorisch“, erklärt ein Zeuge. Mehrfach ist der Angeklagte schon straffällig geworden. Zum Tatzeitpunkt stand er unter Bewährung.

Weil er die Taten im Vollrausch beging, sieht das Gericht von einer Verurteilung wegen Sachbeschädigung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Beleidigung ab. Richterin Marion Zöllner verurteilt den 19-Jährigen wegen vorsätzlichen Vollrauschs zu einer Jugendstrafe von neun Monaten, ausgesetzt auf drei Jahre zur Bewährung. Als Bewährungsauflage muss er die angefangene Langzeittherapie zu Ende führen.

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