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Ideen für den Hochwasserschutz

Ein Damm und ein hoher Bord sollen Überschwemmungen in Meschwitz und Wuischke künftig verhindern. Unklar ist aber, wann sie gebaut werden.

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© Uwe Soeder

Von Madeleine Siegl-Mickisch

Hochkirch. In der Karte, die den Hochkircher Ortsteil Meschwitz zeigt, sind ziemlich viele blaue Flächen eingezeichnet. „Da sehen Sie das ganze Elend“, sagt Henning Krämer. Der Diplomingenieur für Wasserwirtschaft hat mit seinem Bischofswerdaer Büro das Einzugsgebiet des Wuischker Wassers untersucht, um herauszufinden, wie die Orte an diesem Gewässer besser vor Hochwasser geschützt werden können. Speziell für Meschwitz und Wuischke stellte er das Ergebnis jetzt im Hochkircher Gemeinderat vor.

Meschwitz: Rückhaltebecken schaffen, um den Ort zu schützen

Das Dilemma ist auf der Karte hellblau eingefärbt und zieht sich fast durch den gesamten Ort Meschwitz. Bei Hochwasser werden entlang des Wuischker Wassers viele Grundstücke überschwemmt. Das Problem: Das Gewässer tritt bereits bei einem Hochwasser über die Ufer, wie es statistisch gesehen alle 20 Jahre auftritt. Die Hochwasser-Ereignisse von 2010 und 2013 hatten aber deutlich größere Ausmaße.

„Nun gibt es zwei Möglichkeiten“, sagt Henning Krämer: Entweder das Gewässer werde im Ort so ausgebaut, dass es auch ein größeres Hochwasser ableiten kann. Oder außerhalb des Ortes werden Möglichkeiten geschaffen, Wasser zurückzuhalten. Diesen Weg schlägt das Ingenieurbüro vor. Denn sonst müssten in Meschwitz mehrere erst vor wenigen Jahren erneuerte Brücken abgerissen und in größerer Dimension neu gebaut werden. Um das zu vermeiden, soll zwischen Meschwitz und Wuischke ein Erddamm errichtet werden, um ein Rückhaltebecken zu schaffen. Das soll 90 000 Kubikmeter Wasser fassen – und nach ersten Schätzungen 750 000 Euro kosten. „Damit könnte Meschwitz vor einem 100-jährigen Hochwasser geschützt werden und im Ort selbst wären keine weiteren Maßnahmen nötig“, sagt Krämer. Und es wäre billiger, als neue Brücken zu bauen.

Wuischke: Wasser soll über die Straße abfließen

Auch in Wuischke hat das Gewässer zu wenig Platz, dort ist es zum größten Teil verrohrt. Oberhalb des Ortes gibt es aber hauptsächlich Wald und damit keine Möglichkeit, um etwa wie für Meschwitz ein Rückhaltebecken anzulegen. Die Alternative wäre, die zu kleine Verrohrung auszuwechseln. Das stünde allerdings in keiner Relation zum Nutzen, denn betroffen sind in Wuischke laut Krämer nur vier Wohngrundstücke. Bei Starkregen will man das Wasser daher künftig über die Straße ableiten, und ein zehn bis 30 Zentimeter hoher Bord soll verhindern, dass es in die Grundstücke läuft. Kosten: 50 000 Euro.

Nächster Schritt: Grundstücksbesitzer an einen Tisch holen

Wann die vorgeschlagenen Maßnahmen realisiert werden, steht allerdings noch nicht fest. So müsse man zunächst die Besitzer der Grundstücke, auf denen das Rückhaltebecken entstehen soll, von dem Vorhaben überzeugen, sagt Hochkirchs Bürgermeister Norbert Wolf (CDU). Er geht aber davon aus, dass der Bau in den nächsten fünf Jahren nicht zu stemmen sein wird. Denn auch wenn es Fördermittel für den Hochwasserschutz gibt, sei die Aufgabe für die Gemeinde ein finanzieller Kraftakt. Immerhin müssen noch weitere Dörfer in der Gemeinde, zum Beispiel Kuppritz, Rodewitz, Zschorna oder Breitendorf, vor Hochwasser geschützt werden. „Das ist ein Mammutprojekt“, sagt Wolf.