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Ideen, Projekte und das nötige Kleingeld dazu

In Reinhardtsgrimmafindet diese Woche eineuropäisches Seminar zur Entwicklung desländlichen Raumes statt.

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Von Franz Herz

Drei Dolmetscherinnen sprechen in ihren Kabinen, nur ein Murmeln dringt nach außen. Jeder Teilnehmer ist verdrahtet, um die Übersetzung in seiner Landessprache hören zu können. Beamer, Laptop, Tageslicht-Projektor stehen vorne im Seminarraum im Schloss Reinhardtsgrimma. An Pinnwänden stecken Zettel auf polnisch, tschechisch, englisch oder deutsch mit den Vorstellungen der Teilnehmer für das Seminar, zu dem sie von weit her nach Reinhardtsgrimma gekommen sind. Wenn sich 60 Leute aus zwölf Ländern treffen, ist etwas Aufwand erforderlich, damit die Verständigung klappt.

Das Wochenseminar steht unter dem Titel „Von der Idee zum erfolgreich abgeschlossenen Projekt – Wege und Methoden zur nachhaltigen Entwicklung des ländlichen Raumes.“ Teilnehmer sind die Mitarbeiter von Ministerien, Beratungsunternehmen oder Berufsverbänden aus zwölf Ländern Ost- und Mitteleuropas. Anita Domschke, Abteilungsleiterin im sächsischen Umwelt- und Landwirtschaftsministerium begrüßte die Teilnehmer gestern. Anschließend sprechen Matthias Rohn, ein ungarischer Bürgermeister, Frau Letkowska von der niederschlesischen Wojwodschaft und Brigitte Doerfelt, die das Leader Plus-Förderprogramm im Osterzgebirge betreut. Sie stellen Projekte aus ihrem Gebiet vor. Bettina Bezold gibt einen Erfahrungsbericht über die Arbeit des Begegnungszentrums Colmnitz. Bei ihr steht vor allem die Frage im Vordergrund: Woher bekomme ich Geld für mein Projekt?

Heute sind die Teilnehmer unterwegs und besichtigen Vorhaben im Leader Plus-Gebiet Sächsisches Zweistromland in Nordsachsen. Morgen werden Fachleute aus Brüssel informieren zum einen über die Frage, welche Erfahrungen sich in andere Länder übertragen lassen und zum anderen über die künftige Ausrichtung der europäischen Förderpolitik. Dieses Seminar ist das zweite in dieser Art. Die Teilnehmer aus dem vergangenen Jahr schlugen auch das Thema für die laufende Veranstaltung vor.