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Wer Geld für gute Ideen bekommt

Viele Vereine und Institutionen zwischen Görlitz und Niesky haben beim sächsischen Ideenwettbewerb mitgemacht. Die SZ stellt einige vor.

Helen Linde vom Mehrgenerationenhaus zeigt die Pläne für den Spiel-, Sport- und Bewegungsplatz vor dem Objekt. Der Platz soll dieses Jahr noch gebaut werden.
Helen Linde vom Mehrgenerationenhaus zeigt die Pläne für den Spiel-, Sport- und Bewegungsplatz vor dem Objekt. Der Platz soll dieses Jahr noch gebaut werden. © André Schulze

In Helen Lindes Gedankenwelt steht schon der neue Spielplatz. Die junge Frau ist zuständig für die Familienarbeit und generationsübergreifende Arbeit in der Diakonie St. Martin. Ihr Arbeitsplatz ist das Mehrgenerationenhaus in Rothenburg und davor soll ein Spiel-, Sport- und Bewegungsplatz entstehen. Helen Linde berichtet: "Es soll kein herkömmlicher Spielplatz nur für Kinder werden, sondern einer für alle Generationen. Und darunter zählen auch behinderte Menschen, ganz gleich ob groß oder klein."   

Der Bedarf für einen Spielplatz besteht schon lange, denn das Renthaus steht am Eingang zum Park der Stadt Rothenburg. Ebenso ist der Martinshof nicht weit entfernt. Zwischen dem Weg in den Park und dem neuen Anbau an das Renthaus sollen verschiedene Spiel-, aber auch Ruhemöglichkeiten geschaffen werden. So gibt es nicht nur die üblichen Bestandteile wie Schaukel, Sandkasten und Schachbrett, sondern auch eine Fitnessinsel und einen kleinen Garten.

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Kinder statt Handy in Rothenburg

"Wir möchten, dass die Eltern hier die Zeit mit ihren Kindern verbringen und nicht nur am Handy", sagt Helen Lindes. Damit das Handy mal aus der Hand gelegt werden kann, ist noch ein Ladepunkt geplant. Das wird ein Windrad sein, das den Ladestrom für die Mobilfunkgeräte aus dem Wind generiert. Gewollter Nebeneffekt: Solange der Ladestrom fließt, bleiben die Eltern sicher auf dem Spielplatz. 

Das alles ist bunt auf einem Plan eingezeichnet. Dieser soll in diesem Jahr noch umgesetzt werden. Voraussetzung ist dafür das Geld, das aus mehreren Quellen kommt. 50.000 Euro sind für den Spielplatz veranschlagt. 35.000 Euro kommen aus dem Leader-Programm und 5.000 Euro aus dem Sächsischen Mitmach-Fond. Somit bleibt nur ein Fünftel der Summe bei der Diakonie. 

Spielgeräte für Groß Krauscha

Der Krauscha-Verein hat ebenfalls vor, einen Spielplatz im Freizeitzentrum Groß Krauscha zu errichten. Deshalb hat er sich mit seinem Vorhaben an dem sächsischen Ideenwettbwerb beteiligt und wurde mit 5.000 Euro prämiert. Vereinsmitglied Alexander Menzel sagt, dass gern Familien das Areal für Feiern nutzen. Bisher mangelt es aber an Spielmöglichkeiten für die Kinder. Die bisherigen Spielgeräte wurden nach und nach entfernt aus Sicherheitsgründen. Nun ist der Platz für Neues da.  

Was von den 5.000 Euro gekauft wird, darüber hat der Verein noch nicht entschieden. Spielgeräte sind teuer, zudem müssen sie Tüv-gerecht und standsicher sein. Auf alle Fälle soll der kleine Spielplatz dieses Jahr noch entstehen. Darüber herrscht Einigkeit im Verein. 

313 Projektideen aus der Lausitz prämiert

Der Sächsische Mitmach-Fond wurde dieses Jahr zum zweiten Mal vom Sächsischen Staatsministerium für Regionalentwicklung ausgeschrieben. Mehr als 1.970 Projekt- und Geschäftsideen wurden für fünf Kategorien eingereicht. Insgesamt 560 Projektideen aus dem Mitteldeutschen und dem Lausitzer Revier erhalten Preisgelder von insgesamt 3,2 Millionen Euro zur Umsetzung ihrer Vorhaben. Die Jurys haben in den vergangenen Wochen 247 Projektideen aus dem Mitteldeutschen Revier sowie 313 Projektideen aus der Lausitz in den verschiedenen Kategorien und Preisstufen ausgewählt. 

Ein Tag für die Umwelt im Landkreis

Einige dieser Ideen sind der Umwelt gewidmet. So auch ein kreisweiter Umwelttag an den Schulen im Landkreis Görlitz. Die Idee, an einem Aktionstag Bäume zu pflanzen, hat das Gymnasium Niesky. Das Schleiermacher-Gymnasium fragte die Entwicklungsgesellschaft des Landkreises (ENO), ob sie die Schule bei diesem Tag unterstützen kann. Dazu ENO-Geschäftsführer Sven Mimus: "Wir haben noch weitere Aspekte ins Auge gefasst und wollen weitere Grund-, Förder- und Oberschulen sowie Gymnasien im Landkreis einbeziehen."  Zum Umwelttag werden an den Schulen unterschiedliche Projekte zum Thema Umweltschutz und Nachhaltigkeit angeboten. Dazu stehen aus dem Mitmach-Fonds 30.000 Euro zur Verfügung. Wann der Tag stattfinden wird, steht Coronabedingt aber noch nicht fest.

Bisher können die Fahrräder in diesem offenen Häuschen am Bahnhof Horka untergestellt werden. Das soll auch so bleiben. Zusätzlich kommen noch abschließbare Boxen dazu. Über den Standort ist noch nichts entschieden.
Bisher können die Fahrräder in diesem offenen Häuschen am Bahnhof Horka untergestellt werden. Das soll auch so bleiben. Zusätzlich kommen noch abschließbare Boxen dazu. Über den Standort ist noch nichts entschieden. © André Schulze

Sicher die Fahrräder in Horka unterstellen

Die Gemeinde Horka will mehr für den Radtourismus in ihrem Gebiet tun. Dazu gehört auch, eine sichere Unterstellmöglichkeit für Fahrräder am Bahnhof zu schaffen. So wurde die Idee geboren, berichtet Bürgermeister Christian Nitschke, abschließbare Fahrradboxen aufzustellen. Diese sollen vor allem von Radlern genutzt werden, die mit teuren Rädern oder E-Bikes unterwegs sind und in Horka in die Bahn einsteigen. Dazu will die Gemeinde an Wegen in und um Horka dieses Jahr noch Holzbänke zur Rast aufstellen. Das soll von dem Preisgeld  in Höhe von 12.500 Euro bezahlt werden.      

Trapez für den Görlitzer "Cyrkus"

Unter den Preisträgern in der Stadt Görlitz befindet sich der Verein Kulturbrücken Görlitz. Dieser will "Hoch hinaus mit dem Cyrkus", erklärt Andrea Fietzke vom Verein. Für Juli ist wieder ein einwöchiges Zirkusprojekt geplant, an dem Neun- bis Achtzehnjährige in sechs verschiedenen Disziplinen teilnehmen können. In diesem Jahr wird dafür eine Trapez-Anlage angeschafft, um hoch hinaus zu können. Dazu ein Lasten-Fahrrad, mit dem der Verein seine Materialien umweltfreundlich auf den Lutherplatz fahren kann. Denn auch hier organisiert der Verein Veranstaltungen. Dafür stehen ihm 10.000 Euro aus dem Mitmach-Fonds zur Verfügung. 

Hintergrund: Der Ideenwettbewerb "Sächsische Mitmach-Fonds" richtet sich an Bürger, Vereine, Verbände, Kammern, Stiftungen, soziale Träger, Schulen sowie kommunale und wissenschaftliche Einrichtungen in den sächsischen Braunkohleregionen Lausitz und Mittelsachsen. Zur Förderung der eingereichten Ideen stehen jeder der beiden Regionen in den Jahren 2019 und 2020 jeweils 1,5 Millionen Euro zur Verfügung. In der Lausitz werden zusätzlich Preisgelder in Höhe von 200.000 Euro pro Jahr zur Förderung von Initiativen des sorbischen Volkes ausgelobt. Im vergangenen Jahr wurden rund 1.500 Projektideen eingereicht. 

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