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Weißwasser

Wenn Herzen blau-gelb schlagen

Die Exil-Füchse helfen den Lausitzer Cracks in der Corona-Krise. Es ist eine von mehreren Fan-Aktionen für den Verein.

So oft es geht, demonstrieren die Exil-Füchse in den Eisstadien der Republik ihre Verbundenheit zur Heimat, dem Eissport Weißwasser und den Lausitzer Füchsen.
So oft es geht, demonstrieren die Exil-Füchse in den Eisstadien der Republik ihre Verbundenheit zur Heimat, dem Eissport Weißwasser und den Lausitzer Füchsen. ©  privat

An den Tag, als er mit elf Jahren erstmals ein Heimspiel der Lausitzer Füchse erlebte, kann sich Lars Hänel noch genau erinnern. „Das Spiel und die Stimmung im Fuchsbau waren so toll, dass mich das Füchse-Fieber erfasste“, bekennt der Weißkeißeler, der inzwischen seit zehn Jahren in Oberbayern lebt. Doch die Liebe zur Heimat, zum Eishockey und den Lausitzer Füchsen blieb – auch fernab der Lausitz.

Auswärts Flagge zeigen

So oft es ging, fuhr Lars Hänel daher nach Kaufbeuren, Landshut oder Bietigheim-Bissingen zu Auswärtsspielen seines Klubs. Meist mit dem Zug, wo er andere Füchse-Fans traf, die meist auch wegen des Jobs die Lausitz verlassen hatten. „Langsam bauten sich so Kontakte auf, wurden es immer mehr Leute, die sich zu Spielbesuchen verabredeten“, erzählt Lars. „Irgendwann kam mal die Idee auf, sich auch optisch in den Stadien als Fans der Lausitzer Füchse zu präsentieren.“ Aus der Idee entstand eine eigens entworfene Fanfahne, bevor fünf „Eishockeyverrückte“, darunter Lars Hänel, am 22. Februar 2019 den Fanclub „Exil-Füchse“ gründeten.

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„Den Namen wählten wir, weil wir alle seit geraumer Zeit im Süden der Republik angesiedelt sind und die Liebe zum Eissport Weißwasser nicht verloren haben.“ Mittlerweile hat der Fanclub zehn feste Mitglieder, viele Sympathisanten und Unterstützer. Als Erkennungsmerkmal tragen sie, neben der Fahne, inzwischen eigene Fanjacken, T-Shirts und Schals, um den Füchse-Block noch farbenreicher zu gestalten. „Unser Herz schlägt auch in der Fremde für den Eissport Weißwasser und in Blau-Gelb. So wird es immer sein“, begründet Lars Hänel.

Heute sind die Exil-Füchse in der Szene bekannt, haben eine eigene Facebook-Präsenz mit stetig steigender Followerzahl. Per Facebook sollten Füchse-Fans fern der Heimat auch erfahren, was im ersten Playdown-Spiel Lausitzer Füchse gegen Landshut abging. Besonders außerhalb der Eisfläche. „Wir berichten nämlich vorrangig von der Stimmung bei den Spielen, machen keine Spielberichte. Das kommt gut an“, begründet Lars die multimediale Präsenz.

Mit diesem T-Shirt sammelten die Exil-Füchse für den Eissport Weißwasser.
Mit diesem T-Shirt sammelten die Exil-Füchse für den Eissport Weißwasser. ©  privat

Doch Spiel und Gesamtsaison fielen Corona ebenso zum Opfer wie die geplante Klubfahrt zu Eishockey-WM in der Schweiz. „Da wir wussten, dass unserem Heimatverein durch die Corona-Krise große finanzielle Einbußen entstehen, wollten wir ein Zeichen setzen und helfen. Aber nicht einfach nur mit Geld sammeln“, erzählt der 32-Jährige. Letztlich einigten sich die Exil-Füchse auf den Verkauf selbst entworfener Fan-Shirts. „Es war eine Idee, die einen ziemlichen Aufwand und ein finanzielles Risiko bedeutete. Doch wir wollten es probieren, machten die Aktion über Facebook bekannt.“

Vom Erfolg der Aktion, die bei Ex-Lausitzern in Deutschland und der Schweiz ebenso ankam wie bei Fans in Sachsen und Brandenburg, waren die Akteure allerdings überwältigt. „Mit so viel Beteiligung, so dass in zwei Tagen alles verkauft war und wir nachdrucken lassen mussten, hatten wir nicht gerechnet.“ Letztlich brachten über 180 verkaufte T-Shirt die stolze Summe von 1.550 Euro für den Eissport in Weißwasser ein. „Wir sind super zufrieden und auch der Verein hat sich schon offiziell bei uns bedankt“, so Lars. Freuen würden sich die Exil-Füchse über die Möglichkeit einer symbolischen Scheckübergabe bei einem Heim- oder Auswärtsspiel der Weißwasseraner Cracks in der neuen Saison.

Es gibt schon Nach-Corona-Pläne

Ob der Wunsch so oder in anderer Form in Erfüllung geht, ist noch offen. Denn es gab weitere Fan-Aktionen: Die Collabos sammeln mit ihren Unterstützerpaketen (Shirt und Schal) aktuell noch Geld. Auch die Alten Herren des Vereins unterstützten mit 700 Euro den Eissport Weißwasser. „Letztlich ist der Zusammenhalt wichtig“, bekennt Hänel mit Blick auf die große Fangemeinde und ihre Hilfe-Ideen.Untätig werden die Exil-Füchse allerdings auch nach Corona nicht sein. Bis zum Start der neuen Spielsaison haben Lars, seine Frau – eine Ex-Görlitzerin, die er mit dem Füchse-Fieber ansteckte – und die anderen Mitstreiter noch einiges vor. Geplant sind eine neue Schwenkfahne, ein Grillfest und eine Fan-Busfahrt. Und vielleicht bringt der zweite Versuch ja so viele Leute zusammen, dass die Exil-Füchse diesmal mit einem großen Bus anreisen können.

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