SZ +
Merken

Ihren Ausweis, bitte!

2014 laufen im Rödertal viele Personalausweise ab. Wer einen neuen braucht, sollte ihn rechtzeitig beantragen.

Teilen
Folgen

Von Nicole Preuß und Ines Mallek-Klein

Haben Sie in den vergangenen Wochen mal auf Ihren Personalausweis geschaut? Nein? Das würde sich in dem Fall aber lohnen. Denn die Wahrscheinlichkeit ist ziemlich hoch, dass Ihr Ausweis in diesem oder im kommenden Jahr abläuft. So rechnen Einwohnermeldeämter im Kreis in der nächsten Zeit mit einer wahren Antragswelle. 12 100 Ausweise müssen zum Beispiel allein in Bautzen in den Jahren 2014 und 2015 neu ausgestellt werden. Damit dürfte fast jedes dritte Dokument in dieser kurzen Zeitspanne ungültig werden.

Warum werden 2014 und 2015

so viele Ausweise ungültig?

Das liegt am Einigungsvertrag. Er legte fest, dass ab dem 1. Januar 1996 alle Personalausweise der ehemaligen DDR-Bürger ungültig wurden. Und zwar unabhängig von der Restlaufzeit, die auf dem Papier vermerkt worden war. Viele Bürger warteten jedoch nicht bis auf die letzte Woche. Sie beantragten ihre neuen Dokumente schon früher. Manche bekamen so bereits 1994 ihren neuen Pass, andere erst 1995. Personalausweise gelten immer für zehn Jahre. 2004 und 2005 mussten die Papiere also schon einmal erneuert werden. Nun steht ein neuer Wechsel an. Und der wird es wieder in sich haben. Im Radeberger Meldeamt sind die Auswirkungen schon zu spüren. „Bei uns werden momentan doppelt so viele neue Personalausweise und Pässe beantragt, wie zu normalen Zeiten“, sagt Radebergs Stadtsprecher Jürgen Wähnert. 240 bis 280 Anträge haben die Mitarbeiter jetzt pro Monat abzuarbeiten.

Wie bereiten sich die Einwohner- meldeämter auf den Ansturm vor?

Die Rathäuser handhaben das unterschiedlich. Einige denken bereits an Sonderöffnungszeiten. Im Großen und Ganzen fühlen sich die Einwohnermeldeämter den zusätzlichen Anträgen aber auch so gewachsen. „Wir haben im Radeberger Einwohnermeldeamt mitunter großen Andrang“, sagt Wähnert. Doch der lasse sich nicht vorhersagen. „Wir können uns schlecht darauf einstellen. Einmal gibt es eine Schlange am Dienstagvormittag, dann wieder am Donnerstagnachmittag“, sagt er. Da die Wartezeiten noch vertretbar seien, will das Rathaus keine verlängerten Öffnungszeiten einrichten. „Sollte der Ansturm größer werden, werden wir reagieren.“

Was muss man bei der Beantragung eines Personalausweises beachten?

Auf jeden Fall sollte man alle nötigen Dokumente mitbringen. Sonst riskiert man, erst zu warten und dann noch einmal wiederkommen zu müssen. Die Einwohnermeldeämter brauchen für einen neuen Ausweis so zum Beispiel die Geburtsurkunde, die Heiratsurkunde oder das Familienstammbuch im Original. Außerdem sollten Bürger ihren alten Personalausweis oder eventuell ihren Reisepass mitbringen. Jugendliche, die mit 16 ihren Personalausweis zum ersten Mal bekommen, sollten auch ihren Kinderreisepass dabei haben – wenn sie so etwas überhaupt besitzen. Wichtig ist nicht zuletzt ein aktuelles Passfoto, aus dem sich biometrische Daten ermitteln lassen. Lächeln ist für dieses Bild unerwünscht. Am besten geht man zum Fotografieren ins Studio eines Profis. Der weiß, was man bei so einem speziellen Foto alles beachten muss.

Wie teuer ist so ein Ausweis und wie lange dauert die Bearbeitung?

Die Kosten hängen von der Laufzeit der Ausweise ab. Jugendliche, die mit 16 zum ersten Mal einen Antrag stellen, zahlen 22,80 Euro. Dafür ist der Ausweis dann aber auch nur sechs Jahre gültig. Für alle, die älter als 24 Jahre sind, kostet das neue Dokument 28,80 Euro. Sie haben dann aber auch für zehn Jahre Ruhe vor dem Einwohnermeldeamt. Doch wenn so viele Menschen auf einmal ihren Ausweis beantragen, könnte es zu Engpässen kommen. Zum Beispiel bei der Bundesdruckerei, die die neuen Personalausweise herstellt. Die Bundesdruckerei selbst will dazu nichts sagen. Bautzen geht aber davon aus, dass sich die Zeit zwischen Antrag und Abholen nicht wesentlich verlängert. Bisher wartet man zwei bis drei Wochen. Dass der Ausweis fertig ist, bekommt man mit der Post mitgeteilt. Der Ausweis wird seit einigen Jahren als Karte ausgegeben. Wer will, kann auf dem integrierten Chip auch seine Fingerabdrücke oder eine elektronische Signatur speichern lassen. Diese Signatur ist genauso rechtsgültig wie eine Unterschrift. (mit SZ/td)