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Im Asylbewerberheim wird Platz gemacht

In dem Gebäude werden derzeit Räume geteilt, um mehr Menschen aufnehmen zu können. Wann sie kommen, ist offen.

Von Carina Brestrich

René Schubert ist im Asylbewerberheim der Mann für die Wände. So einige davon hat der Handwerker in den vergangenen Wochen in dem Heim auf der Georgewitzer Straße schon neu gebaut – und zwar um Platz zu schaffen. Was zunächst seltsam klingt, hat durchaus Sinn. Seit einigen Wochen wird das Asylbewerberheim umgebaut, sodass am Ende mehr Räume entstehen. Das schaffen Schubert und seine Kollegen, indem sie bestehende Zimmer teilen. Auf diese Weise entstehen 100 neue Plätze, sodass das Heim in Zukunft insgesamt 250 Flüchtlinge aufnehmen kann.

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Von Vorteil ist für die Arbeiten die Geschichte des jetzigen Heims. Immerhin war das Gebäude früher eine Berufsschule. „Die meisten Räume waren natürlich Klassenzimmer und sind damit sehr groß“ erklärt Stefan Hasche, der Geschäftsführer der vom Landkreis beauftragten Betreiberfirma. Auf allen Etagen im Haus werden nun zwölf solcher ehemaliger Unterrichtsräume mit Trockenbauwänden getrennt, die Anzahl so verdoppelt. Die Zimmer, in denen mitunter ganze Familien wohnen, werden damit zwar ein Stück kleiner. Dennoch sind sie am Ende mit 24 bis 36 Quadratmetern Fläche immer noch größer als es die Gesetze für Asylbewerber mindestens fordern, erklärt Stefan Hasche.

Während der Arbeiten sind die Bewohner, die bisher in den Zimmern wohnten, in anderen, leer stehenden Räumen im Haus untergebracht, erklärt der Betreiber. „Dabei achten wir darauf, dass Familien nicht getrennt werden.“ Die Handwerker arbeiten sich derweil Etage für Etage vor. Auf der zweiten und dritten etwa haben sie neben neuen Zimmer auch neue Duschräume mit einzelnen Duschkabinen eingebaut. Für viele Bewohner fällt damit der Gang in den Keller weg, wo die Duschen bisher zentral gelegen waren.

Änderungen gibt es auch im Eingangsbereich, erzählt Stefan Hasche. „Die Pforte ist ab sofort rund um die Uhr besetzt. Und auch die Tür geht nur noch von innen zu öffnen“, erklärt der Chef der Firma, die auch das Asylbewerberheim in Zittau betreibt. Dadurch könne besser kontrolliert werden, wer rein- und rausgeht. Kürzlich etwa hatte ein Obdachloser Unterschlupf im Heim gesucht. „Dafür sind wir allerdings die falsche Adresse“, sagt Hasche.

Stattdessen sind die Heim-Mitarbeiter mit der Betreuung der Asylbewerber gut ausgelastet. Insgesamt elf Leute kümmern sich jetzt um die Bewohner und die Ordnung im Haus. Sechs davon, darunter ein Hausmeister, eine Sozialarbeiterin und Reinigungskräfte, sind kürzlich neu hinzugekommen, um auf den Zuwachs an Bewohnern vorbereitet zu sein. Außerdem wurde ein weiterer Fernseher angeschafft. Da Stefan Hasche vor allem mit einem Zuwachs an Kindern rechnet, hat er auch schon mit dem Frauenring gesprochen. Dieser veranstaltet jeden Donnerstag einen Spielnachmittag für die Kinder. „Ich möchte die Betreuung gern noch auf die anderen Tage ausweiten“, sagt Hasche. Daher sei er auch offen für anderen Vereine, die sich für die Asylbewerber engagieren wollen.

Wann wie viele Flüchtlinge nach Löbau kommen, lässt sich allerdings nicht voraussagen. Die Zuweisung der Asylbewerber in die Heime erfolgt nach Angaben der zuständigen Landesdirektion sehr kurzfristig. Für die Erweiterung in Löbau gibt der Kreis nach eigenen Schätzungen um die 450 000 Euro aus. Das Heim war bei der Eröffnung Ende 2012 als Übergangslösung gedacht. Mittlerweile steht nach Angaben des Kreises fest, dass es mindestens für die nächsten fünf bis sechs Jahre bestehen bleibt.