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Im Bielatal kommen Heugabeln in Schwung

Grüne Liga führt zum zehnten Mal ihr Heulager bei Hirschsprung durch.

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Von Franziska Günther

Es duftet herrlich nach feuchtem Gras, während sich die letzten Nebelwolken aus dem Bielatal verziehen. „Das sind eben noch richtig alte Naturlandschaften, und ohne Pflege geht hier nichts“, erzählt Thomas Lochschmidt. Mit Schwung fährt er mit einer Heugabel in das bereits gesenste Grün und lädt die Fuhre auf einen Autoanhänger.

Der junge Mann kommt schon seit vielen Jahren zum Heulager ins Bielatal zwischen Hirschsprung und Müglitztal. Meist tauscht Thomas Lochschmidt den ganzen Sommer über seinen Wohnort Dresden mit dem Heulager im Osterzgebirge ein. Sechs, vielleicht auch sieben Hektar Berg- und Nasswiesen gehören zum Pflegebereich im Bielatal. Der Naturverein Grüne Liga Osterzgebirge hat sich der seltenen und pflegebedürftigen Wiesen im Tal unterhalb von Hirschsprung angenommen.

Seit zehn Jahren lädt der Verein deshalb zum Heulager ein. Mit einem herkömmlichen Rasenmäher ist hier kein Auskommen. Manche Flächen sind schwer zugänglich oder die darauf wachsenden Arten sehr sensibel. Dann müssen die Heulager-Teilnehmer mit Sensen und Heugabeln ran.

„Es ist nicht schwer, das Sensen zu erlernen. Gerade Leute, die ihren Tag am Schreibtisch verbringen, freuen sich hier auf die Arbeit inmitten der Wiesen“, erklärt Jens Weber von der Grünen Liga. Es ist heute keine Selbstverständlichkeit, Freizeit und Urlaub für die Erhaltung der Natur zu opfern. Thomas Lochschmidt kann eine Menge Punkte aufzählen, die trotzdem für einen Besuch im Heulager sprechen: „Wer hier dabei ist, erfährt sehr viel über die Botanik der Region. Manche Leute kommen jedes Jahr wieder. So trifft man sich hier, kann sich austauschen und verbringt ein paar schöne Tage zusammen.“ Und es sind Menschen aus allen Berufsgruppen, die hier aufeinander treffen. „Es arbeiten hier Studenten oder auch Doktoren – es ist sehr spannend, das gemeinsame Interesse für die Natur zu teilen“, erzählt der junge Mann weiter.

Abends beginnt der gemütliche Teil. Oft sitzen alle ums Lagerfeuer und es wird gesungen. Zur Nachtruhe werden Zelte aufgeschlagen. Die Übernachtung im Heulager ist aber kein Muss. „Wer will, der kommt mal ein, zwei Tage, und wer mehr Zeit hat, kann bis zum 24. Juli bleiben“, so Jens Weber. Am 24. Juli endet das 10. Heulager.