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Im Bürgerbus fährt kaum einer mit

Lommatzscher Pflege

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Das Experiment Bürgerbus in der Lommatzscher Pflege dümpelt vor sich hin, die Fahrgastzahlen haben sich auf einem niedrigen Niveau eingepegelt. „Es gibt ein paar wenige Stammkunden, die sehr froh sind, dass es dieses Angebot gibt und es auch regelmäßig nutzen. Das sind die treuen Einkaufsfahrer, die mit dem Bus zum Norma fahren“, sagt Hannelore Paul, die Schatzmeisterin des Bürgerbusvereins. Der Bürgerbus sei mittlerweile fest etabliert. Dennoch macht die Schatzmeisterin keinen Hehl daraus, dass auch sie sich mehr versprochen hatte: „Viele nutzen den Bus nach wie vor nicht“.

In Lommatzsch kaum Bedarf

Das bestätigt auch Rolf Baum, Geschäftsführer der Verkehrsgesellschaft Meißen, die den Kleinbus zur Verfügung stellt. „Die Zahl der Fahrgäste hat sich auf einem niedrigen Niveau stabilisiert“, sagt er. Der Bus fährt wöchentlich dienstags und freitags in Käbschütztal und donnerstags zum Markttag in Lommatzsch. Gerade dort wird das Angebot am wenigstens genutzt. Etwa fünf Fahrgäste fahren pro Tag in Lommatzsch mit, in Käbschütztal sind es etwa zehn. „Das liegt auch daran, dass wir einige Haltestellen, an denen ohnehin kaum jemand zustieg, gestrichen haben“, sagt Baum. Auch künftig stünden Haltepunkte auf dem Prüfstand.

Derzeit hat der Bürgerbusverein fünf ehrenamtliche Busfahrer, mindestens drei würden benötigt. Der VGM-Chef ist nach wie vor beeindruckt von diesem bürgerschaftlichen Engagement. „Wenn Initiative da ist, sollte man sie nicht ausbremsen“, sagt er.

Bus fährt seit September 2008

Das Wohl und Wehe des Bürgerbusses hängt nach wie vor von den Zuschüssen des Landkreises ab. Dieser zahlt jährlich 12 000 Euro. „Wir haben unseren Bedarf für den Doppelhaushalt 2011 und 2012 angemeldet. Eine Rückmeldung gab es noch nicht, allerdings auch keine Signale, dass der Bürgerbus den Sparzwängen des Landkreises zum Opfer fällt“, so Hannelore Paul. Nicht geklappt habe es mit Sponsoren für den Bürgerbus.

Der Bürgerbus fährt seit September 2008 entlegene Orte in der Lommatzscher Pflege an, die nicht mehr vom öffentlichen Personennahverkehr bedient werden. Es gelten die normalen Tarife des Verkehrsverbundes Oberelbe. Die Fahrer arbeiten ehrenamtlich und erhalten nur eine geringe Aufwandsentschädigung.

Verein trägt das Projekt

Betrieben wird der Bus vom Bürgerbusverein. Dieser hatte ursprünglich geplant, den Bus von der Verkehrsgesellschaft Meißen mit Fördermitteln zu kaufen. Dazu kam es nicht, weil die Fördermittel ausbleiben. Das Finanzamt Meißen hatte dem Bürgerbusverein zudem die Gemeinnützigkeit versagt. Jürgen Müller