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Im Elbtal wird wieder gefeiert

Es wird wieder gefeiert im Elbtal: Beinahe einhundert Menschen strömten kürzlich zum Grundstück Postaer Straße 19 in Pirna Copitz. Friedericke Oertel und Katharina Spaniel hatten Freunde und Helfer geladen, die vor einem Jahr hilfreich bei der Beseitigung der Hochwasserschäden zur Seite standen.

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Von Rolf Bäns

Es wird wieder gefeiert im Elbtal: Beinahe einhundert Menschen strömten kürzlich zum Grundstück Postaer Straße 19 in Pirna Copitz. Friedericke Oertel und Katharina Spaniel hatten Freunde und Helfer geladen, die vor einem Jahr hilfreich bei der Beseitigung der Hochwasserschäden zur Seite standen. Über drei Meter flutete das Wasser die Häuser und Gärten auf der Copitzer Postaer Straße. Und die Anwohner hatten guten Grund für dieses Dankeschön in Verbindung mit einem Konzert, dargeboten vom Streichquartett der Staatsoperette Dresden.

Richten die Berichterstattungen doch ihren Blick zumeist auf die Zentren der Städte, so auch in Pirna. Doch was die Bewohner des Ortsteiles Pratzschwitz oder eben in Posta erlebten, wiegt ebenso schwer. So fand man sich vergangene Woche in Pratzschwitz zu einem Hausfest zusammen und die Copitzer und Postaer folgten mit einem Hof- und Straßenfest. Das Sommerkonzert lieferte den Beweis dafür, dass viele Menschen nach den traumatisierenden Ereignissen zusammenfinden, Zeit füreinander haben und sich einfach näher kommen. Als Betroffene zitierte Katharina Spaniel, selbst Sängerin an der Dresdner Operette, Worte von Paul Klever zu Beginn des Liebhaberkonzertes: „Die Hoffnung nicht aufgeben, wenn Aussichten im Nebel versinken. Den Glauben festhalten, es kommen wieder andere Tage“.

Einleitend begeisterte die Sopranistin mit ihrer klaren Koloraturstimme in Mozarts Arie „Exultate Jubilote“. Die Künstlerin verabschiedete sich zum Programmschluss mit „Yesterday“, wobei der Himmel schon die beginnende Nacht verriet. Das achtzigminütige Konzert fundamentierte das Streichquartett des Operettentheaters der Landeshauptstadt.

An den Pulten Bernhard Geyer-Linsmann, 1. Violine, Benedikt Halm, 2. Violine, Ulrich Schröder, Viola und Eleonora Haidu, Violoncello. Mit echter Freude und hohem Musikantentum spielten sie ein buntes klassisches Repertoire, dass bis zu Jazz-Standards und Musicalmelodien reichte.

Die Musikerinnen halfen ihrer Kollegin in den schwersten Tagen, griffen Katharina Spaniel unter die Arme. Denn auch sie musste wenige Tage nach der Katastrophe wieder mit starken Nerven auf ihrer Bühne stehen und das Publikum unterhalten. Das der Solistin das nicht leicht fiel, ist dem Haus heute noch anzusehen, denn auch hier schwamm nicht nur „ein Klavier im Fluss“!