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Im Februar wird der Dresdner Postplatz weiter umgebaut

Für die Erweiterung der Altmarkt-Galerie fällt ab Februar das „Linde-Haus“.

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Von Bettina Klemm

Das heute wohl bekannteste Kennzeichen des Platzes ist die Käseglocke, das runde Service- und Wartehäuschen der Dresdner Verkehrsbetriebe. Das Gebäude mit der unterirdischen Toilette wurde im Frühjahr 1928 eingeweiht. Seit der Flut 2002 ist die Toilette nicht mehr nutzbar. Das Häuschen soll, so die aktuellen Vorstellungen der Dresdner Verkehrsbetriebe, zu einer Ausbildungsstätte für Lehrlinge werden. Neues prägendes Element dürfte die Riesenhaltestelle am Postplatz sein. Aufgrund noch fehlender Bebauung in der Umgebung wirkt sie gewöhnungsbedürftig.

Altmarkt-Galerie wird größer

Vor wenigen Tagen wurde mit dem Wilsdruffer Kubus das erste neue Büro- und Geschäftshaus übergeben. Die TLG Immobilien GmbH hat es für 20 Millionen Euro errichtet. Das Software-Unternehmen SAP nutzt die Büroräume. „Wir gehen davon aus, dass mit dem Wilsdruffer Kubus ein wichtiger Impuls für die weitere Entwicklung des Platzes erfolgt“, sagt Andreas Wurff, Amtsleiter für Stadtplanung. Es gebe bereits Interesse an Flächen zwischen der Wallstraße und der Marienstraße sowie zwischen Freiberger und Schweriner Straße. Die TLG Immobilien GmbH wolle zudem ein Baufeld südlich vom Schauspielhaus erwerben. Auch hier sei mit einer kurzfristigen Entwicklung zu rechnen.

Im Februar 2009 soll das lange Linde-Bürohaus an der Wilsdruffer Straße abgerissen werden. Damit wird der Platz frei für die Erweiterung der Altmarkt-Galerie. Die Hamburger ECE-Gruppe will rund 150 Millionen Euro investieren und etwa 90 neue Shops mit 18000 Quadratmetern Verkaufsfläche schaffen. Zudem sollen Büros und vielleicht ein Hotel in dem Komplex entstehen. Ende März, Anfang April nächsten Jahres soll die 11000 Quadratmeter große Baugrube ausgehoben werden und im Sommer der Hochbau beginnen.

Sieger-Entwurf von 1991

Bereits 1991 hatte der Kölner Architekt Joachim Schürmann den Wettbewerb zur Gestaltung des Postplatzes gewonnen. Kreisförmig um den Platz reihen sich in seinen Entwürfen die großen Gebäudekomplexe aneinander. Hier sollen Geschäfts- und Bürohäuser entstehen. Entlang der früheren Festungsmauern und der Marienstraße schlägt Schürmann Wassergräben und Baumreihen vor.

Die Stadt hält an diesen Plänen fest, auch wenn es noch dauern wird, bis sich genügend Investoren finden. „Vielleicht sollten wir aber versuchen, die Wasser- und Grünflächen eher anzulegen“, schlägt Stadtentwicklungsbürgermeister Jörn Marx vor.