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Im Garten ist Musik

Der Heidenauer Regenbogen-Kindergarten startet ein Experiment. Herauskommt eine klingende Mischung.

Wenn die Mutter mit dem Sohn: Katja und Eno Hübner pflanzen die ersten Blumen ins Hochbeet der Regenbogen-Kita.
Wenn die Mutter mit dem Sohn: Katja und Eno Hübner pflanzen die ersten Blumen ins Hochbeet der Regenbogen-Kita. © Marko Förster

Gärtnern ist in. Junge Leute und sogar Kinder entdecken die Freude an der Unkraut-Meditation und dem Ernten und Pflücken. Und wenn dann noch Musik dazu kommt, ist der singende klingende Garten fertig. So schnell geht es in der Heidenauer Regenbogen-Kita zwar nicht, aber die ersten Takte der „Musik im Kräuterbeet“ sind schon gespielt.

Am Anfang war ein leeres Notenblatt sprich eine etwas unbeachtete Fläche im Garten der Kita. Kinder, Eltern, Erzieherinnen begannen zu überlegen: Was zum Blühen und was zum Essen, Hochbeete und Kräuterspirale, wo sich die Bienen und die Kinder wohlfühlen. Und das Schönste, das gehört alles zusammen. Beim Summen der Bienen kam der Gedanke an die Musik, sagt Kindergartenleiterin Ina Michel. „Wir machen gern und viel Musik, haben aber nicht so viel Platz“, sagt sie. Die Lösung: Eine Klangwiese, die den singenden-klingenden Garten vervollständigt. Die Klangelemente aus Holz und Metall werden von Hannes Heyne aus Weinböhla hergestellt. Der Aufbau ist für Anfang nächsten Jahres vorgesehen. Heyne wird am 27. September mit den Kindern Instrumente basteln.

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Seit diesem Monat kommt zudem regelmäßig eine Musikpädagogin zu den Regenbogen-Kindern. Das ist ein weiterer Baustein des Projektes, für den die Kita eine Förderung bekommt.

So kommt die Musik auf verschiedenen Wegen zu den Kindern. Die machen alles zu Instrumenten. Das wissen die Eltern und auch Ina Michel sowie die Erzieherinnen. Für diesen Drang nach Musik und Bewegung ist der singende klingende Garten ideal. „Wir haben alles in das Projekt geschrieben, was uns eingefallen und wichtig ist“, sagt Ina Michel. Drei Jahren ist nun Zeit, alles mithilfe von Stadt und Europäischem Sozialfonds umzusetzen. Drei Jahre, in denen der mit 36 Kindern sehr kleine Kindergarten aufleben und sich öffnen wird, sagt sie. In Projektdeutsch heißt es: Er soll Platz für ein aktives Miteinander werden, der für eine nachhaltige und soziale Stadtentwicklung steht.

Gespräche übern Gartenzaun

Zwei Arbeitseinsätze mit Eltern haben bereits stattgefunden. Beim ersten Mal wurden Hochbeete gebaut, Blumen gepflanzt, alte Spielgeräte beseitigt.

Am vergangenen Sonnabend wurde eine Kräuterspirale geschaffen. Weitere Einsätze sind vorgesehen, in der Regel am zweiten Sonnabend im Monat. Daran können sich auch Leute aus dem Wohngebiet beteiligen. Bei der weiteren Gartengestaltung gibt es fachmännische Hilfe. „Die Verantwortung für den Garten soll aber bei den Kindern liegen“, sagt Ina Michel.

Sie freut sich auch auf die Begegnungen mit den Menschen aus dem Wohngebiet. „Vielleicht hat eine Nachbarin ein tolles Marmeladenrezept, das dann gemeinsam mit den Früchten aus dem klingenden Garten gekocht werden kann“, sagt sie. Doch das ist nur eine Überlegung. Am Ende seien den Ideen und Gesprächen übern Gartenzaun keine Grenzen gesetzt.

Der Garten als Ort für Musik, Begegnungen, Freude – da fehlt dann nur noch ein Brunnen. Ob der genehmigt wird, ist vor allem wegen der Kosten offen, sagt Ina Michel. „Aber er würde unseren Kreislauf schließen.“ Klar doch, schließlich gibt es nicht nur Mozarts Nachtmusik, sondern auch die Wassermusik von Händel.

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