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Hoyerswerda

Im Geiste von Adam Ries

Conrad Fehrke aus Hoyerswerda ist Preisträger eines Mathematik-Wettbewerbes.

Conrad Fehrke
war außerordentlich erfolgreich beim Adam-Ries-Wettbewerb.
Conrad Fehrke war außerordentlich erfolgreich beim Adam-Ries-Wettbewerb. © Gernot Menzel

Hoyerswerda. Simpleclub heißt eine Lernplattform im Internet. Wer wissen will, wie Vektorgeometrie funktioniert oder wie man Matrizen addiert, kann bei Youtube einfach den Mathe-Kanal anwählen und versuchen, es sich erklären zu lassen. 

Der elfjährige Hoyerswerdaer Conrad Fehrke mag diese Videos. Er lernt im Foucault-Gymnasium noch in Klasse fünf und sagt, manchmal langweile er sich im Mathematik-Unterricht schon ein wenig. Conrad hat nämlich ein Faible für Logik und für Zahlen. Das führte ihn jüngst mit seinen Eltern ins erzgebirgische Annaberg-Buchholz. Dort wird jedes Jahr die Endrunde im Adam-Ries-Wettbewerb ausgetragen. Den Namensgeber kennt man als Rechenmeister aus der Geschichte sogar dann, wenn man mit Mathe sonst nicht so viel am Hut hat. Von 1522 bis 1559 war er in Annaberg zu Hause.

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Den Wettbewerb des Adam-Ries-Bundes gibt es schon seit 1981. Er ist für Fünftklässler gedacht und wird derzeit für Sachsen, Thüringen, Tschechien und das bayerische Oberfranken ausgeschrieben. In der ersten Stufe löst man Aufgaben in der Schule. Die zweite Stufe ist ein Landeswettbewerb, in dem die jeweils zehn besten Mathe-Asse ermittelt werden. Conrad schaffte es dieses Mal in die Endrunde, so wie im vorigen Jahr schon Neele Zander aus dem Lessing-Gymnasium. In Annaberg-Buchholz wurden nun Preise nach einem Punktsystem verteilt, ähnlich wie das zum Beispiel auch bei „Jugend musiziert“ funktioniert. Conrad erzählt, dass es zuerst einen schriftlichen Teil gegeben hat: „Da musste man immer den Rechenweg mit angeben.“ Für Fünftklässler ist das sonst nicht so üblich. Es schloss sich dann noch ein Test im Kopfrechnen an. Am Ende gab es für den Hoyerswerdaer einen zweiten Preis.

Wo Conrad Fehrkes Stärken liegen, machte sich frühzeitig bemerkbar. Sein Vater nahm ihn mal zum Schach mit. Dem Jungen gefiel das Spiel und so machte er es zum Hobby – mit fünf. So wurde er 2016 Stadtmeister in seiner Altersgruppe. Und schon in der ersten Klasse merkte der Junge, dass auch die Welt der Zahlen ihm gefällt. Als Drittklässler rechnete er schon mit Brüchen. Am Foucault-Gymnasium kam Conrad so in die Begabungsförderung. Zuletzt immer montags hatte er eine Stunde Spezial-Unterricht bei Lehrer Volker Steuer. „Wir haben da zum Beispiel 3-D-Würfel gezeichnet oder alte Aufgaben aus dem Adam-Ries-Wettbewerb gelöst“, berichtet der Elfjährige. Steuer lobt besonders Conrads Fähigkeit, Sachaufgaben rasch korrekt zu erfassten: „Damit haben sonst erstaunlich viele Schüler so ihre Schwierigkeiten.“

Aber auch sonst ist der Junge ein guter Schüler. „Klassenstärkster“, sagt Klassenlehrerin Diana Benad. So sei er auch in Deutsch stark und musikalisch begabt. Zu Hause spielt Conrad Klavier. Und bei Sportlehrer Andreas Schütze trainiert er in der Basketball-AG. „Noch dazu ist er ein sehr netter Junge“, findet seine Klassenlehrerin. Für sein vielseitiges Interesse an der Welt gab es auch in Annaberg-Buchholz zusätzliches Futter. Zum Wettbewerb gehörte ein Abstecher ins Adam-Ries-Museum. Interessanter fand Conrad allerdings den Besuch in einem ehemaligen Silberbergwerk. Er weiß nun, dass der Silberbergbau für lange Zeit ein echter Knochenjob war, der die Lebenserwartung erheblich reduziert hat. Er selbst liebäugelt damit, nach dem Abitur Apotheker zu werden. „Man verdient viel Geld und es ist interessant“, weiß der Schüler zu berichten. Aber erst einmal sind natürlich Sommerferien. Conrad freut sich schon auf die Ostsee, auf ausreichend Zeit fürs Klavier, aber auch auf möglichst viele Schachspiele via Internet.

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