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Im Kindergarten Bussi-Bär dürfen die Kinder bis 20 Uhr bleiben

Nur noch eine Kindereinrichtung bleibt länger geöffnet. Damit reagiert die Stadt auf den Bedarf.

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Von Reinhard Kästner

Die Stadtverwaltung hat die dreimonatige Probephase für die verlängerten Öffnungszeiten ausgewertet. In der Kita „Zwergenland“ an der Böhrigener Straße hat nur eine Familie von der Betreuungszeit von 6 bis 17 Uhr Gebrauch gemacht, an der Gersdorfer Straße waren es bis zu drei Kinder. Darüber informierte Hauptamtsleiterin Michaela Neubert in der gestrigen Stadtratssitzung. Die relative geringe Nachfrage führt sie vor allem auf die Erhebung von Mehrbetreuungsgebühren zurück. „Es gab jedoch auch Anfragen von Eltern aus anderen Gemeinden, die Interesse an den verlängerten Öffnungszeiten haben. Der Bedarf ist also da“, sagte die Hauptamtsleiterin.

„Wir sind damit doch auf dem richtigen Weg, um uns als familienfreundliche Stadt zu profilieren. Deshalb sollten wir zumindest in einer Einrichtung diese Zeiten weiter anbieten, damit sich die Eltern darauf einstellen können“, sagte Bürgermeister Veit Lindner. Es bedürfe eines Gewöhnungseffektes, bis die Zeiten angenommen würden.

Der Stadtrat beschloss, künftig die längeren Öffnungszeiten nur in der Einrichtung Bussi-Bär an der Gersdorfer Straße anzubieten. Hier soll die Betreuung für Kinder ab zwei Jahre möglich sein. Das Jugendamt habe darauf aufmerksam gemacht, das Kleinstkinder einen festen Schlafrhythmus brauchen. „Wenn sie bis 20 Uhr in der Einrichtung wären, kämen sie vor 21 Uhr nicht zur Nachtruhe, was nicht gut sei“, erklärte die Hauptamtsleiterin.

In der Gleisberger Einrichtung wird sich die Öffnungszeit nach dem tatsächlichen Bedarf richten, also flexibel gestaltet.

Als ein weiteres Mosaiksteinchen auf dem Weg zur familienfreundlichen Stadt beschlossen die Stadträte, eine Vereinbarung zur Tagespflege mit Corinna Blümel abzuschließen. Wenn die Pflegeerlaubnis durch das Landratsamt Mittelsachsen vorliegt, kann sie ab dem nächsten Jahr bis zu fünf Kinder als Tagesmutter betreuen. „Das ist eine gute Ergänzung zu den bereits angebotenen Möglichkeiten der Kinderbetreuung in der Stadt“, sagte Stadtrat Hubert Paßehr (CDU).