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Im Kinderschloss stehen die Möbel bereits

Bis die Kinder in die neue Kita für Waldhufen einziehen, dauert es noch. Jetzt wird das Außengelände gemacht.

© SZ/Steffen Gerhardt

Von Steffen Gerhardt

Waldhufen. Eine moderne Kindereinrichtung in historischen Mauern, so zeigt sich die neue Kita für die Gemeinde Waldhufen. Sie ist vom einstigen Herrenhaus zu einem Kinderschloss geworden. Das Interesse ist groß, nicht nur, um hinter die bunten Türen zu schauen, sondern auch zu erfahren, wann die Kinder ihr neues Schloss in Besitz nehmen. Nachdem die „Parkstrolche“ von nebenan schon mal ihr neues Haus inspizieren durften, öffneten sich am Donnerstag erneut die Türen für den Gemeinderat. Das Gremium hat für die Sanierung gestimmt. Fünf Jahre sind seit dem Beschluss, die bis 2010 betriebene Grundschule zu einer Kindereinrichtung zu machen, Gemeinde und Rat an dem Umsetzen des Bauvorhabens dran. Dieses sieht der Vollendung des zweiten Bauabschnittes entgegen: Der komplexen Innensanierung des Erd- und Obergeschosses einschließlich neuer Zuwegung.

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Die beiden Waschräume für Krippe- und Kita-Kinder sind ebenfalls fertig. Hier fehlen nur noch Seife, die Handtücher und Zahnputzbecher.
Die beiden Waschräume für Krippe- und Kita-Kinder sind ebenfalls fertig. Hier fehlen nur noch Seife, die Handtücher und Zahnputzbecher. © SZ/Steffen Gerhardt

Das Innere des Gebäudes ist im Grunde fertig, woran jetzt noch gebaut wird, sind die Außenanlagen. Ein Spielplatz für die Krippenkinder entsteht unmittelbar am Haus. Der zweite Spielplatz, den bereits die „Parkstrolche“ nutzen, soll weiterhin den Mädchen und Jungen im Kita-Alter vorbehalten bleiben. Dieser Spielplatz wird mit Spielgeräten, Einfriedung und einem neuen Toilettenhäuschen ebenfalls neugestaltet. Das sei Vorschrift und die Gemeinde kommt um diese Anschaffung nicht herum, sagte Bürgermeister Horst Brückner.

Überhaupt widersprach er Äußerungen, dass sich die Gemeinde eine Fünf-Sterne-Kita gebaut hat. Auch wenn der Name Kinderschloss das suggerieren sollte, „die Kita bietet den heute üblichen und geforderten Standard für eine Kinderbetreuung“, erklärte Brückner. Auch er habe dazulernen müssen, was alles zu einer modernen Kita gehört, zumal auch noch das alte Gebäude und der Denkmalschutz zu berücksichtigen sind.

Während im Parkgelände noch einige Arbeiten zu erledigen sind, bereitet sich die Gemeinde auf die Bauabnahmen vor. Heike Hübner sagte, dass sie in den nächsten Tagen stattfinden wird. Gleichzeitig beantragt Waldhufen die Genehmigung einer Betriebserlaubnis. Erst wenn diese vorliegt, kann das Kinderschloss in Betrieb genommen werden. Deshalb hält sich die Gemeinde mit dem Nennen eines konkreten Eröffnungstermins bisher zurück. Fest steht nur, dass die Einweihung noch im ersten Halbjahr 2018 stattfinden wird. Der Grund dafür ist, dass die befristete Betriebserlaubnis für die Krippe in Diehsa zum 30. Juni endet. Ab dann müssen die Kinder in einem anderen Objekt betreut werden – und das wird das Kinderschloss in Jänkendorf sein.

Wer das Herrenhaus noch als Schule kennt, wird einige Orientierungsschwierigkeiten haben. Das äußerten die Gemeinderäte, die hier einst die Schulbank drückten. Nur das noch nicht umgebaute Dachgeschoss trägt noch den Charme der früheren Schule in sich. In ihrer Größe erhalten geblieben ist die Eingangshalle. Von diesem Gewölbe aus führen alle Wege in das Haus, das aus Brandschutzgründen noch ein zweites Treppenhaus bekommen hat.

Die Gemeinde hat dem Haus nun ein drittes Leben geschenkt – als Kindertagesstätte. Über 4,1 Millionen Euro werden mit der Umsetzung der drei Bauabschnitte ausgegeben. Wie Heike Hübner sagte, liegen inzwischen sieben Schlussrechnungen der Gemeinde als Bauherrin für den zweiten Bauabschnitt vor. Im ersten, abgeschlossenen Bauabschnitt, der Dach- und Fassadengestaltung mit der Förderung über die Denkmalpflege, sind die Gesamtkosten niedriger als geplant ausgefallen. Statt 909 000 Euro, nicht alles förderfähige Kosten, wurden rund 860 000 Euro ausgegeben. Zuzahlen wird Waldhufen hingegen im zweiten Bauabschnitt. Das Gesamtauftragsvolumen mit einer Vergabesumme von 2,93 Millionen Euro zuzüglich bisheriger Nachträge von 73 000 Euro überschritt die Drei-Millionen-Euromarke.

Der dritte Bauabschnitt umfasst neben dem Außengelände auch den Abriss der nebenstehenden Kita „Parkstrolche“. Sie soll von der Bildfläche verschwinden, um die historische Ansicht des Parkes mit dem Kinderschloss wieder herzustellen. Doch bevor der Abrissbagger kommt, müssen die Kinder umgezogen sein. 100 Plätze hält das Kinderschloss bereit, 20 sind für Krippenkinder vorgesehen.