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Dresden

Im Kraftwerk Mitte laufen bald Kinofilme

Die Drewag entwickelt das Industrieareal weiter. Davon soll auch die Kulturhauptstadt profitieren.

René Kuhnt (l.) und Bernhard Reuther bringen mit Gastro und Kino Leben in den Speicher an der Könneritzstraße. Am Freitag war Richtfest.
René Kuhnt (l.) und Bernhard Reuther bringen mit Gastro und Kino Leben in den Speicher an der Könneritzstraße. Am Freitag war Richtfest. © René Meinig

Das Ziel: Bis 2024 soll alles fertig sein. Das kündigte Frank Neuber am Freitag zum Richtfest am früheren Kraftwerksspeicher an – und das nicht ohne Hintergrund: 2025 will Dresden Kulturhauptstadt werden und könnte mit dem Kraftwerksareal als außergewöhnliche Kunst- und Kulturstätte punkten. Neuber begleitet für die Drewag seit Jahren die Entwicklung des Industrieareals in Dresden-Mitte. Und kann jetzt auf das nächste abgeschlossene Projekt blicken. Zumindest fast abgeschlossen. In den kommenden Monaten gibt es auf der Baustelle im alten Speicher zwar noch viel zu tun, aber schon jetzt ist ganz gut vorstellbar, was hier entstehen wird. Dresden bekommt mit der „Kulturwirtschaft“ ein neues Restaurant, mit dem „Zentralkino“ ein neues Angebot für Cineasten.

Gut, ganz neu ist das Kino nicht, aber Größe und Name sind es auf jeden Fall. Vor knapp 20 Jahren hatte Bernhard Reuther das Kino im Dach an der Schandauer Straße eröffnet. Nun sei es an der Zeit, den nächsten Schritt zu gehen, auch wenn neben Vorfreude auf den neuen Standort im Kraftwerk auch ein wenig Wehmut über seinen Weggang aus Striesen mitschwingt. „Allerdings sind die Stadtteile dort mit dem Programmkino Ost und dem Cinemaxx gut versorgt – hier in Mitte sieht das schon anders aus“, sagt Bernhard Reuther. Der 41-Jährige kann im Kraftwerk vor allem eines: seine Filme allen anbieten. Besucher kommen ins Kino im Dach nur über Treppen, künftig sind die beiden Säle im Obergeschoss des Speichers über einen Aufzug erreichbar. Apropos Säle: Auch der zweite Kinosaal ist neu. Insgesamt 145 Sitzplätze gibt es später im Zentralkino, im größeren Saal 103, im kleineren 42. Dazu kommen drei Stellplätze für Rollstühle, in einem Foyer können sich gut 50 Besucher an einer Bar mit Getränken versorgen. Und warum der namentliche Wechsel von Kino im Dach zu Zentralkino? „Zum einen ist das neue Kino ja nicht wirklich im Dach untergebracht, zum anderen wollen wir ganz neu durchstarten.“ Und das eben zentral. Reuther erhofft sich von der guten Lage im Stadtgebiet, aber auch von der Nachbarschaft zu den Theatern im Kraftwerk künftig mehr Besucher. Gut 40 000 sollen es jährlich sein, rund 3 000 Filmvorführungen will Reuther im Jahr anbieten. Denkbar sei auch ein Open-Air-Kino auf dem Speicher-Vorplatz. Im neuen Programmkino sollen aktuelle nationale und internationale, aber vor allem europäische Spielfilme laufen. Ergänzt werden sie durch Dokumentar- und Kinderfilme, alte Klassiker sowie Filmreihen und -festivals. So wird auch das Medienkulturzentrum bald mit ins Kraftwerk ziehen, mit dem Reuther schon viele Jahre in Kontakt steht und zusammenarbeitet.

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Kunst und Kultur – das ist auch das Motto des neuen Restaurants, das René Kuhnt im unteren Geschoss des Speichers eröffnen will. Seit 2016 verfolgt er die Idee einer größeren Gastronomie, mit Ausschreibungen und Genehmigungen hat es nun fast drei Jahre gedauert, ehe die Bauarbeiten beginnen konnten. René Kuhnt war 2016 einer der Ersten, die das Kraftwerk mit Leben füllten. Seitdem betreibt er das Bistro T 1 im früheren Pförtnerhäuschen am Wettiner Platz. Schon dort hat der 50-Jährige versucht, in der Inneneinrichtung den maroden Industrie-Charme des Häuschens zu nutzen, hat alte Technik umfunktioniert, ein ganz eigenes Flair geschaffen.

In der Kulturwirtschaft sollen Industriebau und Barock aufeinandertreffen – „eine Mischung aus Kraftwerk und Zwinger soll es werden.“ Goldene, barocke Kronleuchter und Deckenlüster von 1830 treffen auf Tische und Stühle im Industriedesign. In einer Zigarren- und Jazzlounge sollen sich später auch die Künstler und Musiker, die im Kraftwerk arbeiten, treffen.

Der Speicher wurde als Schalt- und Transformatorenhaus erbaut, später als Sozialgebäude genutzt. Jetzt werden die beiden Kinosäle im Obergeschoss eingebaut.
Der Speicher wurde als Schalt- und Transformatorenhaus erbaut, später als Sozialgebäude genutzt. Jetzt werden die beiden Kinosäle im Obergeschoss eingebaut. © René Meinig

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