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Im Rödertal werden Millionen verbaut

Eine Schule und Straßen stehen auf der Investitionsliste. Großröhrsdorf muss noch immer für die Sporthalle zahlen.

© Matthias Schumann

Reiner Hanke

Rödertal. Der Platten-Schulbau in Bretnig-Hauswalde aus DDR-Zeiten hat seine guten Zeiten längst hinter sich. Ob Großröhrsdorf oder Pulsnitz: Überall ist die Grundschule in Top-Zustand. Nur Bretnig hängt in der Warteschleife. Die Gemeinde macht derzeit das Beste draus. Die genutzten Schulräume seien natürlich renoviert worden und in gutem Zustand, so Schulleiterin Simone Kolata. Aber das Umfeld lasse zu wünschen übrig. Vor allem die Heizung. Die ist nach 35 Jahren völlig marode und der Klempner im Dauereinsatz, wenn‘s wiedermal tropft. Die Fußböden seien abgenutzt, ebenso wie das Treppenhaus. Dieses Jahr soll nun endlich der Neubau beginnen. Der dürfte das größte Bauprojekt 2016 im Rödertal sein.

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Immer neue Hürden

Die Lehrerin wünsche sich sehnlichst, dass es endlich klappt. Denn nach dem Umzug der Oberschule 2012 zurück nach Großröhrsdorf hatten Lehrer und Eltern auf einen schnellen Baubeginn gehofft. Aber vor der Gemeinde türmten sich immer neue Hürden auf, mit denen sie zu kämpfen hatte. Zuletzt verzögerten neue Auflagen des Kultusministeriums den Bau. Der habe als wichtigstes Vorhaben in diesem Jahr oberste Priorität, versichert Bürgermeisterin Katrin Liebmann. Im aktuellen Etat hat die Gemeinde 2,1 Millionen Euro dafür veranschlagt. Insgesamt liegen die geplanten Kosten bei 3,2 Millionen Euro. Dabei rechnet die Gemeinde mit einer Fördersumme von 1,3 Millionen Euro. Um das Projekt stemmen zu können, will Bretnig-Hauswalde einen Kredit von einer Million Euro aufnehmen. Um möglichst bald mit dem Bau bzw. mit dem Teilabriss der alten Schule beginnen zu können, werde noch einmal über den Etat diskutiert werden müssen. Katrin Liebmann: „Vorgesehen ist eine Bauzeit von anderthalb Jahren.“

Auf weitere Investitionen müsse die Gemeinde zugunsten der Schule in diesem Jahr verzichten. Mit wenigen Ausnahmen. Für die Ortskernsanierung stehe nach der Endabrechnung noch Geld zur Verfügung. Damit soll ein Schandfleck beseitigt und die sogenannte „Niedere Schule“ am Klinkenplatz abgerissen werden. 100 000 Euro wird das kosten, inklusive Freiflächengestaltung. Außerdem will die Gemeinde mit Hilfe von Fördermitteln Hochwasserschäden an der Röderböschung im Bereich des Pennymarktes beseitigen.

Stützmauer für den Hochwasserschutz

Hochwasserschutz plant auch Großröhrsdorf. Verglichen mit dem Großprojekt beim Nachbarn ist in der Rödertalstadt in diesem Jahr jedoch eher der Schmalhans der Küchenmeister. Die Stadt hat immer noch an der Investition in die neue Dreifeld-Sporthalle zu kauen. Die war zwar ein Projekt des Landkreises. Auf Wunsch der Stadt wurden aber 580 Zuschauerplätze eingebaut. Die werden längst rege genutzt. Aber die Stadt muss in diesem Jahr noch die letzte Rate dafür an den Kreis abzahlen, komplett aus dem eigenen Haushalt. 800 000 Euro waren es insgesamt. Die Sitze wären eigentlich noch teurer gewesen. Vom Kreis wurde aber der Wert des Grundstücks gegengerechnet. Das befand sich in Stadtbesitz. Damit ist schon eine der drei größten Investitionen genannt. Ein Jahr ganz ohne aktuelle Vorhaben wird aber auch 2016 nicht. 330 000 Euro sollen in den Hochwasserschutz an der Großen Röder fließen. Für das Geld soll eine Stützmauer in der Niederstadt gebaut werden. Dafür habe die Stadt einen Förderantrag gestellt, so Sprecherin Anja Kurze. Der sei allerdings noch nicht genehmigt.

Erschließung im Sanierungsgebiet

In der Stadtkernsanierung hatte sich die Stadt noch etwas Straßenbau vorgenommen. Dazu gehört die Bahnhofstraße. Aber nicht zwischen Hauptstraße und Bahnhof. Gebaut wird der Abschnitt hinter dem Pro-Seniore-Heim und dem Lehngut sowie der Weg nördlich entlang der Kirche. 174 000 Euro hat die Stadt für die Erschließung eingeplant. Das Geld steht aus den sogenannten Ausgleichbeiträgen von Grundstückseigentümern im Stadtsanierungsgebiet zur Verfügung.

Zehn Millionen Euro flossen in den zurückliegenden Jahren allein aus öffentlichen Töpfen in das Sanierungsgebiet. Für den gestiegenen Wert ihrer Grundstücke ist nach Bundesgesetz der Beitrag zu zahlen. Die Stadt rechnet insgesamt mit 430 000 Euro. Weitere Maßnahmen werden für das Jahr 2017 vorbereitet. Allerdings sei dafür noch grünes Licht von der Sächsischen Aufbaubank nötig. Dort hatte die Stadt noch einmal eine Verlängerung des Sanierungsprogramms beantragt. Mit dem Geld soll unter anderem noch die Hohe Straße saniert werden und das Dach des Bauamts an der Adolphstraße.

Straßenbau in Kleinröhrsdorf

Zwar nicht die Stadt, aber der Kreis will für eine halbe Million Euro an der Ortsdurchfahrt in Kleinröhrsdorf bauen. Die gehen auf das Hochwasser 2013 zurück. Das beschäftigt die Kommunen noch immer. Allein der Kreis Bautzen hat sieben Sanierungsprojekte an Straßen dieses Jahr dazu im Plan. Im Bereich des Altkreises Kamenz ist es die Leppersdorfer Straße in Kleinröhrsdorf. Dort wurde der Asphalt teilweise regelrecht fortgespült. Auf einer Länge von 400 Metern soll saniert werden, inklusive Entwässerung. Dazu gehört auch die Kreuzung mit der Wallrodaer/Großröhrsdorfer Straße. Der Kreis hofft auf einen Baubeginn im März. Und noch eine gute Nachricht für die Kegelfreunde im Rödertal: Das Dach der Kegelhalle in Kleinröhrsdorf soll ebenfalls noch in diesem Jahr saniert werden. Darum kümmert sich der Kegelverein nach Übernahme der Halle in Eigenregie. Die Fördermittel stehen zur Verfügung.