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Im Sächsischen Hof zieht wieder Leben ein

Am Hahnemannsplatz wird jetzt ein weiteres Haus modernisiert. Eine ganze Familie kümmert sich darum.

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Von Harald Daßler

Er soll wieder ein Treffpunkt in der Stadt sein – der Sächsische Hof am Hahnemannsplatz 17. An den Voraussetzungen dafür arbeiten Johanna und Richard Raue. Während der 29-jährige Richard die Sanierung und den Ausbau des 1905 errichteten Wohn- und Geschäftshauses leitet, bereitet seine Schwester die Wiederbelebung der Gaststätte im Erdgeschoss vor.

Auf die Idee brachte sie ihr Vater Eberhard Raue. Der 61-jährige Bauunternehmer aus Leutewitz hatte das Haus 2013 gekauft, um hier gemeinsam mit seinen Kindern ein gemeinsames Projekt zu entwickeln, berichtet Johanna Raue. Natürlich hätten dabei auch die Erinnerungen des Vaters an Besuche im früheren Sächsischen Hof oder Veranstaltungen dort eine Rolle gespielt.

Noch braucht es allerhand Fantasie, um sich in dem frisch ausgeputzten Gastraum vorzustellen, wie hier bis zu 55 Gäste an Tischen aus Eichenholz und bei Kaminfeuer sitzen und klönen. Oder Konzerte oder Programme auf einer kleinen Bühne verfolgen. Das Podest dafür entstand im Zuge des hochwassersicheren Ausbaus, wie Richard Raue erläutert. Um einen halben Meter wurde hier der Fußboden angehoben. Die Toiletten für die Gaststätte werden im ersten Obergeschoss eingebaut. Damit können Hochwasser wie 2002 und 2013 hier künftig keine verheerenden Schäden mehr anrichten. Außer sanierten Räumen für Gaststätte und Küche entstehen im Zuge der Ausbauarbeiten sechs kleinere Wohnungen. „Im nächsten Jahr“, antworten die Geschwister auf die Frage, wann das Haus am Hahnemannsplatz 17 fertig ist. Die 22-jährige Johanna verweist auf ihr Studium der Tourismuswirtschaft in Breitenbrunn, mit dem Schwerpunkt Hotelmanagement. Dort, sowie bei zahlreichen Praktika bereitet sich die junge Frau auf die Leitung der seit Wendezeiten leer stehenden Gaststätte vor. Außer für gute Küche und einige kulturelle Angebote, soll der Sächsische Hof in Meißen auch als Adresse für Treffen oder Familienfeiern bekannt sein, hofft Johanna Raue. So entsteht über den Gasträumen ein Gesellschaftszimmer.

Die Lage an der sanierten Straße mit Boulevardcharakter und der neue S-Bahn-Haltepunkt Meißen-Altstadt bestärkt Johanna, Richard und Eberhard Raue darin, sich auf dieser Straße zu engagieren. Wenn in einem Jahr die bunten Fenster unterhalb des dann angestrahlten Schriftzuges vom Sächsischen Hof leuchten und die ersten Wohnungen bezogen sind, ist ein weiters Haus am Hahnemannsplatz wiederbelebt. Immer mehr wird die Straße ihrer Rolle als Tor zu Altstadt gerecht.