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Im Schloss entstehen jetzt 21 Wohnung

Eine Ebersbacher Familie kaufte das ehemalige Amtsgericht und saniert es. Hier sollen junge und alte Leute zusammen wohnen.

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Von Romy Kühr

Noch ist das ehemalige Ebersbacher Amtsgericht eine große Baustelle, viele Handwerker sind zu Gange. Doch bereits in wenigen Monaten sollen hier die ersten Mieter ihre neuen Wohnungen beziehen können. So sieht es der Plan von Bauherr Matthias Illner vor. Der Ebersbacher hat mit seiner Familie das historische Gebäude gekauft und begann in diesem Sommer, es zu sanieren.

„Die Stadt hatte erwogen, es in den Versteigerungskatalog aufzunehmen“, erzählt Illner. Das Gebäude steht seit Mitte der 90er Jahre zum Großteil leer. Möglicherweise wäre es dann Spekulanten in die Hände gefallen, die es weiter verfallen lassen. Solche Vorfälle gab es in der Region in den letzten Jahren unzählige. Deshalb entschied sich die Ebersbacher Familie, das Amtsgericht zu kaufen. Sie möchte Wohnungen einrichten.

Kein betreutes Wohnen

21Wohnungen entstehen. Sie sind altersfreundlich hergerichtet, haben breite Türen und speziell ausgestattete Bäder. Ein Fahrstuhl sorgt für den barrierefreien Zugang. Im Erdgeschoss hat ein Pflegedienst eine Tagespflege eingerichtet. Es ist also möglich, dessen Dienste in Anspruch zu nehmen. „Es ist aber kein betreutes Wohnen“, betont Illner. Er wünscht sich, dass auch junge Leute hier einziehen, die Hausgemeinschaft gemischt wird. Es zeichnet sich aber ab, dass die Nachfrage nach den Wohnungen vor allem bei älteren Menschen da ist. „Es haben sich schon Interessenten gemeldet, obwohl wir bisher keine Werbung gemacht haben.“ Die Eigentümer haben mit ihrem Konzept eine Lücke gefunden, die bisher von wenigen Anbietern gefüllt wird. Viele ältere Menschen wollen nicht ins Heim oder Betreute Wohnen, sondern trotz körperlicher Einschränkungen selbstständig leben. Das können sie künftig im ehemaligen Amtsgericht. Die Ausstattung ist so gewählt, dass die Bewohner auch mit Rollator oder Rollstuhl in den Wohnungen zurechtkommen. Als I-Tüpfelchen genießen sie einen traumhaften Ausblick auf die Stadt und die Gegend.

Chance in der Region

Die Bauherren haben sich an den ursprünglichen Grundriss gehalten und wenig verändert. Das Amtsgericht steht unter Denkmalschutz und wird nach energetischen Gesichtspunkten saniert. Derzeit werden Außenputz und Innenausbau fertiggestellt. Dann sollen die Außenanlagen in Angriff genommen werden. Stellplätze und Carports werden gebaut sowie der Hof neu gepflastert. Matthias Illner ist trotz aller Risiken froh, dieses historische Gebäude in seiner Heimatstadt Ebersbach erhalten zu können. „Das ist durchaus ein Vorteil in unserer Gegend. Hier kann man so etwas noch machen und wenn man eine gute Idee hat, was auf die Beine stellen.“