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Im Sprint über die Döbelner Straße

Nur 4,7 Sekunden lang haben Fußgänger in Roßwein an der Ampel Grün. Mit Rollator ist das nicht zu schaffen.

Von Elke Braun
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Vielen, vor allem älteren, Roßweinern ist die Grünphase an der Fußgängerampel zu kurz.
Vielen, vor allem älteren, Roßweinern ist die Grünphase an der Fußgängerampel zu kurz. © Lars Halbauer

Roßwein. Seit mehr als zwei Jahren ist die Ampelanlage in Roßwein in Betrieb. Trotzdem gibt es immer wieder Fragen. So erst jetzt wieder in der Sitzung des Stadtrates. „Ältere Einwohner sind an mich herangetreten und haben bemängelt, dass die Grünphase für das Überqueren der Döbelner Straße von der Sparkassen-Filiale in Richtung alte Post und umgekehrt entschieden zu kurz sei“, sagte CDU-Stadrat Bernd Handschack. Mit einem Rollator oder Rollstuhl beispielsweise sei das überhaupt nicht zu schaffen.

Genau 4,7 Sekunden sei die Grünphase lang, so Peter Krause (Die Linke). Das habe SPD-Generalsekretär Henning Homann einmal gemessen. Das sei wirklich nicht viel, so Krause. Die zuständige Behörde, das Sächsische Landesamt für Straßenbau- und Verkehr (Lasuv), sei schon einmal darüber informiert worden. Bislang habe sich aber noch nichts getan.

An Fußgängerampeln wird generell nur mit zwei Drittel der Überquerungszeit kalkuliert. Das letzte Drittel des Weges zeigt die Ampel für die Fußgänger bereits Rot, damit keine weiteren Passanten mehr loslaufen. Für die Fahrzeuge hält in dieser Zeit noch die Rotphase an.

Das bestätigte auch Bürgermeister Veit Lindner (parteilos): „Wer bei Grün die Straße betritt, sollte in der Regel genug Zeit haben, bis auf die andere Straßenseite zu gelangen. Denn wenn die Fußgängerampel auf Rot schaltet, haben die Autofahrer noch lange nicht Grün.“ Etwa zehn Sekunden würden noch einmal vergehen, bis die Ampel dann auch für die Fahrzeuge umschaltet.

Trotzdem will die Stadtverwaltung noch einmal mit der Straßenbaubehörde verhandeln. „Vielleicht gelingt es uns, in Anbetracht der immer älter werdenden Bevölkerung eine Verlängerung der Grünphase um wenigstens zwei Sekunden zu erreichen“, so der Bürgermeister.