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Im Zeichen der Nächstenliebe

Für Caritas könnte man auch Nächstenliebe sagen oder Barmherzigkeit. Dienst am Menschen und Hilfe für Menschen in Not. Das alles hat sich die 1897 gegründete Organisation gleichen Namens auf ihre Fahnen geschrieben, die auch im Kreis Kamenz als Fürsorgeorganisation tätig ist.

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Von Lothar Schöppe

Für Caritas könnte man auch Nächstenliebe sagen oder Barmherzigkeit. Dienst am Menschen und Hilfe für Menschen in Not. Das alles hat sich die 1897 gegründete Organisation gleichen Namens auf ihre Fahnen geschrieben, die auch im Kreis Kamenz als Fürsorgeorganisation tätig ist.

Wie diese Nächstenliebe verwirklicht wird, konnten viele ältere Menschen am Mittwochnachmittag miterleben, als sie von der Caritas-Sozialstation zu einem Adventsnachmittag in den Saal im Katholischen Kinderhaus St. Bernard eingeladen wurden. Die Caritas-Sozialstation in der Haydnstraße betreut etwa 50 bis 60 pflegebedürftige Menschen im Kreis, vorwiegend in Kamenz, Elstra und dem sorbischen Gebiet. Dafür stehen zehn bis zwölf Altenpflegerinnen, Krankenschwestern und Hauspflegerinnen bereit. Pflegeleiterin Eva-Maria Ebschke sagte, dass alle Patienten täglich einmal, manche auch zweimal aufgesucht werden, um Spritzen zu verabreichen, Verbände zu wechseln, Bettlägerigen das Essen zu reichen oder ihnen beim Waschen und Ankleiden zu helfen. Da bleibt nicht immer viel Zeit für ein persönliches Gespräch.

Deshalb nutzten die Mitarbeiterinnen der Station am Mittwoch die Gelegenheit, sich mit ihren Gästen an einen Tisch zu setzen und sich bei Stollen, Kaffee und einem Glas Glühwein zu unterhalten. Dabei kam auch die geistige Erbauung nicht zu kurz, denn auf dem Programm stand auch ein Flötenkonzert und der Auftritt der Kinder aus dem Kinderhaus.

Mit dabei war die Sorbin Maria Schlotter aus Neudörfel, die im nächsten Frühjahr ihren 90. Geburtstag begeht. Es war für sie ein Erlebnis, mal aus dem täglichen Einerlei herauszukommen und die Frage, wie es ihr gefällt, beantwortete sie mit einem „Gut“. Auch Gisela Kuhnt aus Kamenz freute sich über die Einladung der Caritas. „Ich war schon beim Sommerfest dabei und soll mitsingen, was mir als Mitglied des Chores der Lessingstadt Kamenz nicht schwer fällt. Ich bin oft allein, deshalb sind für mich solche Nachmittage in der Gemeinschaft besonders angenehm.“

Apropos Sommerfest. Die Sozialstation lädt die von ihr betreuten Personen mehrmals im Jahr auch zu anderen Veranstaltungen ein, um sie vor dem Alleinsein zu bewahren, berichtete Sozialarbeiter Andreas Rentsch. Dabei werden die alten Bürger und Kranken mit Fahrzeugen der Hauskrankenpflege oder des Arbeiter-Samariter-Bundes von zu Hause abgeholt und auch wieder zurückgebracht.

Am Ende der Adventsfeier waren nicht nur die Kinder begeistert, die kleine Geschenke gebastelt hatten und sie den Gästen an die Tische brachten, sondern auch die Eingeladenen. Wie zum Beispiel Gerda Göpfert aus Prietitz, deren Ehemann Helmut (81), besonders dankbar für die Hilfe für Menschen in Not ist, die er seit drei Jahren erhält. Allein wäre Ehefrau Gerda gewiss überfordert. Sie kleidete ihren Dank in die Worte: „Es ist schön, dass wir durch die Caritas noch rauskommen und so am Leben teilnehmen können.“ Damit hatte sie vielen aus dem Herzen gesprochen, und auch die Mitarbeiter der Sozialstation freuen sich darüber, den ihnen anvertrauten Bürgern am Mittwoch ein wenig näher gekommen zu sein.