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Im Zoo alle Hände voll zu tun

Dank vieler Spenden gelangt der Tierpark Weißwasser in vernünftiges Fahrwasser. Entwarnung ist das aber noch nicht.

Nach der Corona bedingten Aufteilung des Personals in zwei Schichten läuft im Tierpark Weißwasser auch bei den Handwerkern jetzt wieder Normalbetrieb. Zügig voran gehen die Bauarbeiten im Luchsgehege. Nachdem die 22 Jahre alte kranke Katze im Februar eing
Nach der Corona bedingten Aufteilung des Personals in zwei Schichten läuft im Tierpark Weißwasser auch bei den Handwerkern jetzt wieder Normalbetrieb. Zügig voran gehen die Bauarbeiten im Luchsgehege. Nachdem die 22 Jahre alte kranke Katze im Februar eing © Joachim Rehle

Als hätten die Weißwasseraner nur darauf gewartet, dass sich die Tore des Tierparks wieder öffnen: „Der Zustrom ist sehr gut“, freut sich Tierparkleiter Gert Emmrich. Man habe gemerkt, dass die Menschen wieder an die frische Luft und dabei auch was sehen wollen. Selbst unter der Woche ist das Interesse groß. Mehr als die Hälfte der Gäste kommt aus Weißwasser oder von Bad Muskau bis Spremberg. Zu den Feiertagen wie Pfingsten oder Himmelfahrt reisten die Besucher auch von weiter an. Alle fanden schön, dass wieder offen ist.

Jedoch haben sich Tierparks und Zoologische Gärten nach wie vor an strenge Hygienevorgaben zu halten, die mit diversen Einschränkungen verbunden sind. Im Tierpark Weißwasser ist für den Rundgang ein Einbahnweg eingerichtet. Die begehbaren Gehege bei Kängurus und Damwild sind geschlossen. Lediglich das Streichelgehege der Ziegen und Lämmer ist offen, weil es dort einen getrennten Ein- und Ausgang gibt. An die Voliere der Schnee-Eulen kann man nicht ran, man sieht die Vögel mit ihrem strahlendweißen Gefieder aber von weitem. „Die Besucher sind sehr diszipliniert und achten auf den Rundweg“, lobt Gert Emmrich. Manche Gäste würden eine Maske tragen. Das bleibt aber jedem selbst überlassen. Eine generelle Maskenpflicht im Freigelände bestehe nicht.

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Der Zoo-Shop indes darf auch weiterhin nicht betreten werden. Kassiert wird durch eine Plexiglasscheibe. Getränke und Eis sind aber trotzdem erhältlich. Die Öffnung des Shops sei zwar in Aussicht gestellt, man suche aber noch nach einer Möglichkeit der baulichen Gestaltung, damit die Mitarbeiter nicht die ganze Zeit den Mund-Nasen-Schutz tragen müssen.

Fast sieben Wochen war der Tierpark Weißwasser geschlossen. Das führte zu erheblichen Einbußen. Zumal das Kinderfest Anfang Juni ausfallen musste und das Tierparkfest Ende August nicht stattfinden wird. Gert Emmrich schätzt den Verlust auf 35.000 Euro und hat für diese Berechnung die Besucherzahlen der vergangenen fünf Jahre zugrundegelegt. Dankbar ist man in der Tierparkgesellschaft Weißwasser als Trägerverein für die große Spendenbereitschaft. Allein 13.000 Euro trug der Förderverein des Tierparks zusammen. Dabei handelt es sich um Spenden von Privatpersonen und Firmen jeweils zwischen 10 und 1.000 Euro. Hinzu kommen weitere 5.000 Euro vom Saurierpark Kleinwelka. An alle Spender mit bekannten Adressen wurden Spendenquittungen ausgereicht. Wer eine solche noch haben möchte, könne sich gerne telefonisch oder über die Website des Tierparks melden. Außerdem gingen von April bis Ende Mai etwa 2.000 Euro im Rahmen der Tierpatenschaften ein.

Damit sei etwa die Hälfte des Verlustes ausgeglichen, komme der Tierpark Weißwasser nach den Worten von Gert Emmrich so langsam „in wirtschaftlich vernünftiges Fahrwasser“. Aber der endgültige Kassensturz wird bekanntlich erst am Jahresende gemacht. Und niemand könne wissen, wie in den nächsten Monaten das Wetter mitspielt oder ob es womöglich zu einer zweiten Corona-Welle kommt.

Während der Schließzeit hat sich – wie in jedem Frühjahr – in den Tiergehegen so einiges getan. Die Uhus haben Küken, die Mufflons Jungtiere. Bei den Alpakas wird ein Fohlen erwartet. Die beiden Jungtiere vom Vorjahr verlassen den Zoo in zwei Wochen – in private Hand. Auch den Känguru-Babys geht es prima. Leer ist hingegen die Voliere der Goldfasane. Offenbar drang ein Marder durchs Dach ein und holte die Vögel. Ihre Mitbewohner, die Rauhfußkäuze, wurden vorübergehend umgesetzt. Zum besseren Schutz vor Räubern soll die begehbare Voliere mit Draht überzogen werden. Sie wäre wegen der Corona-Schutzvorschriften aber zurzeit sowieso zu.

In der Schließzeit haben Füchse den Zoo als Eldorado für sich entdeckt. „Füchse kommen ja immer mal vor, aber dass sie am hellerlichten Tag durch den Tierpark spazieren, gab es noch nie“, sagt Gert Emmrich. Wenn Besucher im Zoo sind, sei das kein Thema. Aber sobald nur Personal unterwegs ist, tauchen die Füchse dreist vor der Schubkarre auf. Es gebe kaum eine Möglichkeit, dagegen vorzugehen.

Um den Tierpark Weißwasser nach der Corona-Pause zu unterstützen, stellte der Rotary-Club Weißwasser 500 Freikarten für Kinder zur Verfügung. Der freie Eintritt gilt jeweils für ein Kind in Begleitung eines zahlenden Erwachsenen, aber nur an den Wochentagen Montag bis Freitag. An die 150 Freikarten sind inzwischen weg.

Tierpark Weißwasser, Teichstraße 56. Geöffnet ist täglich von 9 bis 18 Uhr.
Telefon: 03576 208366.

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