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Immer mehr Beschwerden über illegalen Müll

Nicht nur am Straßenrand, auch auf Feldern und im Wald entsorgen Dresdner ihren Unrat. Das kann gefährlich werden - und teuer. 

Dass Sperrmüll auf der Straße landet, ist nicht neu. Dreckflecken wie diese gibt es in der ganzen Stadt – nicht nur wie hier in der Äußeren Neustadt.
Dass Sperrmüll auf der Straße landet, ist nicht neu. Dreckflecken wie diese gibt es in der ganzen Stadt – nicht nur wie hier in der Äußeren Neustadt. © Melanie Schröder

Leere Würstchen-Verpackungen im Park, Pappteller, die nach dem Grillen über die Elbwiesen flattern – das gehört neben Sonne und Eis leider auch zum Sommer. Immer wieder lassen Dresdner einfach ihren Müll zurück. Doch das eigentliche Problem hat mit der Jahreszeit wenig zu tun. Zunehmend mehr Bürger der Stadt entsorgen ihren Abfall illegal am Straßenrand, auf Feldern oder im Wald.

Besonders oft wird illegaler Müll in der Neustadt und auch in Prohlis abgestellt, erklärt die Stadt. Häufig sind Sperrmüll, Haushaltsgroßgeräte und kleinere Elektroaltgeräte dabei. „Wir haben im vergangenen Jahr beispielsweise 132 Kühlgeräte, 103 Haushaltsgroßgeräte und 1.760 Elektrokleingeräte eingesammelt“, sagt Stadtsprecher Karl Schuricht.

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Die illegale Müllentsorgung in Wohngebieten trifft auch die Wohnungsgenossenschaft Glückauf Süd, so Sprecherin Dana Jacob. Hauptsächlich Sperrmüll werde einfach zurückgelassen. Probleme gibt es unter anderem in Prohlis, Reick, Zschertnitz und Räcknitz. „Vorrangig werden Möbel, Farbreste, Fernseher und Kühlschränke abgestellt“, berichtet Jacob. Das kennt auch Vonovia-Sprecherin Bettina Benner. „Wir beobachten Mülltourismus, sei es beim Hausmüll, aber auch illegal abgestellter Sperrmüll. Wir machen unsere Kunden immer wieder darauf aufmerksam, wie und in welcher Form Müll entsorgt werden muss.“ Um aufzuklären, verteile das Unternehmen Flyer in unterschiedlichen Sprachen. „Beim Hausmüll sind unsere Objektbetreuer auch aktiv, Sperrmüll lassen wir entsorgen. Die Kosten versuchen wir auch an den Verursacher weiterzugeben“, so Benner. Leider würden Mieter auch nachts nicht mehr benötigte Gegenstände im Treppenhaus oder allgemein zugängigen Flächen abstellen. So werden Fluchtwege blockiert, was gefährlich ist. Die Sperrmüllentsorger gefährden nicht nur sich selbst, sondern auch ihre Nachbarn, so Benner.

Massenweise landen Müllsäcke auch auf Feldern. Die Krähen reißen diese auf der Suche nach Nahrung auf, der Müll weht herum. Dieses Bild bietet sich den Hochland-Bewohnern täglich. Auch wird der Müll einfach in der Heide entsorgt, so der Staatsbetrieb Sachsenforst. Schwerpunkt sind dort die Reviere Langebrück und Ullersdorf. Aber auch Plastikmüll werde säckeweise in den Wald geworfen, ebenso Elektrogeräte, Sperrmüll und Gartenabfälle, sagte Markus Biernath von Sachsenforst. Dieser Unrat werde von den Waldarbeitern gesammelt und von der Stadt auf Abruf abgeholt. „Der Mehraufwand verursacht nicht nur beim Sachsenforst, sondern auch bei der Stadt erhebliche Kosten, die jeder Steuerzahler zu tragen hat.“

Es sei nach wie vor ein Problem, dass der Wald zunehmend durch Kleinmüll mit Flaschen, Lebensmittelverpackungen, Dosen und Zigarettenkippen vermüllt wird. Den meisten Menschen ist nicht bewusst, wie schwer Wildtiere durch Müll geschädigt werden können. Dazu gehören Insekten und Kleintiere, welche in Verpackungen stecken bleiben, Vögel, die Plastikmüll verschlucken oder Tiere, die sich in Kabeln oder Drähten verheddern.

Für die Müllentsorgung im öffentlichen Raum ist die Stadt zuständig. Kann der Müllsünder identifiziert werden, droht ein Bußgeld. Die Höhe richtet sich nach dem Einzelfall. So werden bei kleineren Abfällen wie Pappbechern oder Nahrungsabfällen bis zu 40 Euro fällig. Der Gesetzgeber lässt aber je nach Ausmaß auch ein Bußgeld bis zu 100.000 Euro zu.

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