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Immer mehr Unterrichtsausfall in Sachsen

In manchen Schulen fällt inzwischen jede zehnte Unterrichtsstunde aus. Doch es gibt auch einen Lichtblick.

Sachsenweit wurden an den Grundschulen 53.272 Stunden wegen Lehrermangels gestrichen.
Sachsenweit wurden an den Grundschulen 53.272 Stunden wegen Lehrermangels gestrichen. © Sebastian Gollnow/dpa

Dresden. Die Situation in den Schulen bleibt angespannt, viele können den Unterricht weiterhin nicht voll garantieren. Im vergangenen Schuljahr sind insgesamt 5,4 Prozent der Stunden ausgefallen, die nach geltender Stundentafel an allgemein- und berufsbildenden Schulen gehalten werden sollten. Das ergibt sich aus Zahlen, die die Schulen an das Kultusministerium melden. Im Vorjahr fielen 5,1 Prozent aus.

Die Folge sind gekürzte Stundentafeln: Sachsenweit wurden an den Grundschulen 53.272 Stunden wegen Lehrermangels gestrichen. Das sind mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr. Auch an den Oberschulen ist zweimal so viel Unterricht planmäßig ausgefallen: 45.000 Stunden waren es im Schuljahr 2018/19. An den Gymnasien waren es 6.100 Stunden. Die meisten Stunden werden an Förderschulen gestrichen, weil hier seit Jahren ausgebildete Lehrer fehlen: Fast jede zehnte Unterrichtsstunde fiel aus.

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Am schlechtesten ist die Situation im Südwesten Sachsens: In den Regionen Chemnitz und Zwickau ist der planmäßige Unterrichtsausfall wegen Lehrermangels am höchsten. Im Landkreis Zwickau sind im Schuljahr 2018/19 mehr als 21.000 Unterrichtsstunden an Grundschulen ausgefallen – mehr als in jeder anderen Region. Bei den Oberschulen in der Stadt Chemnitz wurden knapp 9.840 Schulstunden gestrichen, im Erzgebirgskreis fielen fast 8.400 Unterrichtsstunden aus. Auch in den Landkreisen Görlitz und Bautzen ist die Situation problematisch.

Ministerium bleibt optimistisch

Dazu kommen noch die Stunden, die außerplanmäßig entfallen, weil Lehrer krank sind oder sich weiterbilden: Im vergangenen Schuljahr waren es mehr als 961.200 Unterrichtsstunden an Grund-, Ober- und Förderschulen sowie Gymnasien und Berufsschulen – Rekord. Dazu kommen etwa 520.000 Stunden, die in einem anderen Fach vertreten wurden.

Ein Lichtblick: Der Unterrichtsausfall an Berufsschulen ging seit Jahren erstmals leicht zurück. Im berufsbildenden Bereich liege grundsätzlich eine gute Lehrerversorgung vor, sagte Susann Meerheim, die Sprecherin des Kultusministeriums. Dazu komme, dass die Schülerzahlentwicklung unter der Prognose geblieben ist.

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Das Ministerium rechnet damit, dass es gelingt, die Unterrichtsversorgung in Zukunft wieder zu verbessern. Die Ausfallstatistik unterstreiche, wie wichtig die Entscheidung für die Verbeamtung der Lehrer, die Erhöhung der Studienplatzzahlen und die Wiedereröffnung der Lehramtsausbildung in Chemnitz sowie den Anwärtersonderzuschlag für Bedarfsregionen und das Lehrerpaket seien, so Meerheim. „Die Auswirkungen werden erst in den kommenden Schuljahren spürbar.“

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