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Immer schön skeptisch bleiben

über die Umfrage zu Kosten für Studenten

Ingo Kramer

Traue keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast, heißt es gern im Volksmund. Die Umfrage der Studentenzeitung Unicum habe ich gestern Nachmittag selbst gefälscht. Glauben kann ich ihr trotzdem nicht. Mit einem Aufwand von ein paar Klicks habe ich Görlitz in der Liste der günstigsten Hochschulstandorte Sachsens binnen weniger Minuten um fünf Plätze nach oben katapultiert, vorbei an Städten wie Göttingen und Braunschweig. Hätte ich mir mehr Zeit genommen und die Umfrage noch dreimal ausgefüllt, wäre Görlitz ganz souverän auch noch an Flensburg, Leipzig und anderen Städten vorbeigezogen.

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Doch was soll das? Eine Umfrage, die sich so einfach verzerren lässt, gehört aus dem Internet genommen und schnellstens vergessen. Wenn sie jeder ausfüllen kann, so oft er will, dann ist die Aussage gleich null. Das Erschreckende aber ist, dass die Zahlen trotzdem an vielen Stellen diskutiert werden. Hochschulrektor Albrecht ist nicht zufällig im Internet darüber gestolpert, sondern von Kollegen aus anderen Hochschulen darauf angesprochen worden. Die Ergebnisse werden also tatsächlich besprochen. Das zeigt auch auf, wie einfach es ist, mit Hilfe der Neuen Medien Gehör zu finden. Was man dagegen tun kann? Auf jeden Fall skeptisch bleiben, zuerst prüfen, wie irgendwelche Ergebnisse zustande gekommen sind und erst, wenn die Methodik plausibel erscheint, auf die Ergebnisse schauen. Unicum hat sich mit dieser Umfrage jedenfalls selbst disqualifiziert.